Herzlich willkommen! PiXXload umfasst die gesamte Welt der Reise-Fotografie. Hier können Sie Ihre eigenen Bilder präsentieren, Kommentare und Bewertungen schreiben und empfangen, Informationen über Reisen und Fotografie austauschen, chatten, an Wettbewerben teilnehmen und zwar kostenlos! (Hier registrieren) (Mehr Infos)

  • »digicamshots« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 65

Wohnort: wiesbaden

Beruf: SAP Basis Team Leader @CSC.com

Renommeemodifikator: 3

  • Nachricht senden

1

12.05.2010, 18:46

Bildgestaltung Tipps&Tricks

Hi All,
hier ein neues Thema zur professionellen Bildgestaltung.
BEWEGUNG INS BILD BRINGEN

Einfach nur auf den Auslöser drücken wird doch mit der Zeit langweilig.
Versucht es mal mit kreativer Bildgestaltung z.B. Bewegung ins Bild bringen.
Hier ein kleiner Beitrag, den ich in der Nikon Clubzeitschrift 2007 verfasst hatte.

Mitzieher sind ein Gestaltungsmittel, um Dynamik zu erzeugen. Dieser Dynamikeindruck entsteht dadurch, dass die Kamera mit dem zu fotografierenden Objekt mitgeschwenkt wird. Durch die Bewegung verwischt der Hintergrund, während das Hauptmotiv scharf abgebildet wird. So kommt Bewegung ins Bild, und es entsteht der Eindruck einer rasanten Fahrt.
Um die Stärke des Wischeffektes zu steuern, ist eine Kamera Pflicht, die eine Wahl der Verschlusszeit erlaubt. Dies geschieht bei einigen Kameramodellen über die manuelle Wahl der Belichtung (M), oder den Betriebsmodus Tv bzw. S (Blendenautomatik). Um Bewegung in ein Bild zu bekommen, sollte die Verschlusszeit deutlich länger eingestellt werden, als es die Automatik tun würde.

In der Blendenautomatik stellt der Fotograf die Verschlusszeit manuell ein, und die Kamera sorgt automatisch für die benötige Blende. Daher sollte die korrekte Belichtung des Bildes in der Regel stimmen. Bei außergewöhnlich hellen oder dunklen Motiven kann ein Experimentieren mit verschiedenen Belichtungsmessmethoden erforderlich sein, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Um das Hauptmotiv später auch richtig scharf ablichten zu können, sollte außerdem der Autofokusmodus der Kamera auf Objektverfolgung (AI-Servo) gestellt werden.

Die Wahl der Verschlusszeit ist in erster Linie abhängig von der Bewegungsgeschwindigkeit des aufzunehmenden Motivs. Als guter Ausgangswert hat sich hierbei eine 1/30 Sekunde bewährt. Wenn der Hintergrund zu stark verwischt ist, sollte die Verschlusszeit verkürzt werden. Ist der Effekt zu wenig ausgeprägt, muss die Verschlusszeit verlängert werden. Langsames, stufenweises Ändern der Zeit ermöglicht es einem, den Grad der Verwischung der Situation und dem eigenen Geschmack anzupassen. Die geeignete Länge der Verschlusszeit muss jedoch bei jeder Situation neu ermittelt werden. Für hohe Geschwindigkeiten, wie zum Beispiel bei einem Rennwagen, wird vermutlich bereits eine 1/500 Sekunde ausreichen, um dem Hintergrund Dynamik zu verleihen. Ein Faktor, der ebenfalls berücksichtigt werden muss, ist der Abstand zum Motiv; dabei gilt folgende Regel: Je näher das Motiv am Fotografen ist, desto kürzer muss die Verschlusszeit gewählt werden.

Beispiele: vom Nürburgring (auch ein Urlaub wert)

Bei sehr schnellen, entfernteren Objekten hilft es, eine lange Brennweite zu verwenden, da das Objekt durch die größere Entfernung leichter zu verfolgen ist. Allerdings wird gleichzeitig die Verwacklungsgefahr beim Fotografieren aus der Hand erheblich größer. Bei kurzen Brennweiten verringert sich die Verwacklungsgefahr, dafür muss der Mitzieher mit einer höheren Geschwindigkeit durchgeführt werden. Jede Brennweite hat also Stärken und Schwächen, daher sollte man vor Ort ausprobieren und entscheiden.


Fazit Leider gibt es beim Mitzieher kein Patentrezept, da Einstellung und Mitführgeschwindigkeit von vielen Faktoren beeinflusst werden. Entfernung, Größe und Geschwindigkeit des Motivs spielen genau so eine Rolle wie Licht, Blende und Brennweite. Genau wie alle anderen Techniken der Fotografie erfordert der Mitzieher etwas Übung. Sobald man aber ein Gespür für die richtige Verschlusszeit, die passende Geschwindigkeit und vor allem den perfekten Auslösemoment entwickelt hat, entstehen Bilder, die nicht nur außergewöhnlich sind sondern dem Betrachter auch richtig Spaß machen. Aber wie bei allen Aufnahmetechniken gilt: Rausgehen, experimentieren und seinen eigenen Stil finden.


Alles klar ??? wenn nicht einfach nachfragen
»digicamshots« hat folgende Bilder angehängt:
  • DSC_7873_DxO.jpg
  • DSC_7848.jpg
Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. Henri Cartier-Bresson, 1908