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17.09.2009, 20:25

Geo-Tagging

Das schöne neudeutsche Wort "Geo-Tagging" bedeutet einfach, einen Foto die Position, an dem es aufgenommen wurde, zuzuordnen. Dies hat zwei Vorteile: Einerseits weiß man/frau, wo das Foto aufgenommen wurde und was es denn zeigt (wenn man 30 buddhistische Tempel fotografiert hat, weiß man sicherlich nicht mehr, in welchem denn genau DER Buddha saß, den man da momentan auf dem Foto vor sich hat). Andererseits läßt sich dann aber auch gezielt nach einem Foto über die Ortsangabe suchen (schlaue Programme sollen angeblich auch Suche in der Art "in der Nähe Bangkoks" können). Die Positionsdaten werden bei JPEG-Fotos in den EXIF-Header geschrieben, bei RAW-Dateien in zusätzliche XMP-Begleitdateien (manchmal werden dabei aber auch knallhart bereits existierende XMP-Dateien übrschrieben und andere Informationen vernichtet).

Die Positionsdaten werden aus dem GPS über Satellitendaten ermittelt (die Genauigkeit geht bis zu 5 m). GPS funktioniert auch bei schlechtem Wetter, allerdings nicht in geschlossenen Räumen.

Irgendwie müssen aber die Positionsdaten/Geotagging-Daten zum Foto kommen.

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17.09.2009, 20:25

Irgendwie müssen aber die Positionsdaten/Geotagging-Daten zum Foto kommen.

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit ist die manuelle, dann die mehr oder weniger automatische aus GPS-Systemen und schließlich die vollautomatische aus der Kamera.

Fangen wir mal mit der vollautomatischen Vertaggung an. Dazu gibt es momentan zwei Kameras: Die Nikon Coolpix P6000 und die Ricoh Caplio 500SE.

Nikon Coolpix P6000
Die Nikon Coolpix P6000 kostet ca. 400 EUR und löst 13,3 Megapixel auf. Im Menü läßt sich das GPS-Modul aktivieren. Es aktualisiert alle fünf Sekunden seine Position und dies auch im ausgeschalteten Zustand: hier sucht es alle 90 Minuten seine Position. In Gebäuden oder in tiefen Schluchten findet es keinerlei Position und kennzeichnet die gemachten Bilder dann mit der Position "0,00;0,00" (wenn man dann später den Aufnahmeort sucht, findet man sich dann irgendwo im Atlantik am nullten Breitengrad in der Nähe Nigerias wieder - nicht optimal). Nach dem Einschalten der Kamera dauert es ca. 1 Minute, bis die Position bestimmt ist (fotografieren kann man trotzdem, allerdings mit Position "0,00;0,00").
Auf jeden Fall ist der Akku der Kamera nach spätestens zwei Tagen leer, auch wenn man nicht fotografiert - der GPS-Chip zieht ständig Strom.

Ricoh Caplio 500SE
Die Ricoh Caplio 500SE eignet sich wahrscheinlich für die wenigsten Urlauber - sie kostet 1400 EUR und wurde angeblich im Auftrag der US-Armee entwickelt. Das Ding sieht dann auch aus wie im Irak-Einsatz (graues, dickes Gummigehäuse). Ein eingebauter Kompass schreibt zusätzlich zu den Positionsdaten auch noch die Aufnahmerichtung in die EXIF-Daten der Fotos.

Zukünftig soll es weitere GPS-Kameras geben: z.B. die Samsung ST1000 zu einem Preis von 450 EUR.

Das Problem ist prinzipiell bei allen GPS-Kameras das Gleiche: der Akku ist blitzschnell leer. Dies wird sich erst ändern, wenn es neue stromsparendere GPS-Chips gibt.


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17.09.2009, 20:26

Irgendwie müssen aber die Positionsdaten/Geotagging-Daten zum Foto kommen.

Dann gibt es die halbautomatische Vertaggung.

Für Spiegelreflexkameras von Nikon (D200, D300, D3, D2X, D700) und CAnon (EOS 40D, 50D, 5D) gibt es Zusatzgeräte, die man auf den Blitzschuh steckt und mit einem Kabel an der Kamera kurzschließt (der Blitzschuh kann keine Tagg-Informationen übertragen, das geht nur mit dem Kabel, dass dann mehr oder weniger störend in der Gegend herum hängt). In der Regel sind die Zusatzgeräte in spätestens zwei Minuten einsatzbereit. Sie haben meist einen eigenen Akku, damit der Kamera-Akku geschont wird. Die Poitionsdaten werden in das Kameradisplay eingeblendet und direkt in die Fotos geschrieben.

Die Nikon-Aufsätze kosten zwischen 200 und 300 EUR, die Canon-Aufsätze zwischen 800 und 1000 EUR.


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17.09.2009, 20:27

Irgendwie müssen aber die Positionsdaten/Geotagging-Daten zum Foto kommen.

Dann gibt es die halb-halbautomatische Vertaggung.

Dann gibt es für alle gängigen SLRs Tagging-Geräte, die die Positionsdaten intern speichern (Logger). Wenn man die geschossenen Fotos dann auf den PC lädt, schließt man den Logger an, der dann anhand des Zeitstempels im Foto die Position ins Foto schreibt. Stimmt die Kamerazeit nicht genau mit der Zeit des Loggers zusammen, stimmen natürlich die Positionsdaten nicht, da sie im falschen Foto landen (man muß also immer genau die Zeit von Logger und Kamera abgleichen). Außerdem sollte man die Welt-Zeitzonen beachten. Gute Transferprogramme ermitteln aus den Positionsdaten auch gleich die Geoinformationen (Land, Stadt, Gebäude) und schreiben Suchbegriffe in die Dateiheader.

Logger gibt es auch separat und man kann sie in der Hosentasche oder im Rucksack tragen (um die 50 bis 100 EUR). Das Problem ist: das GPS-Gerät sollte eigentlichSichtkontakt zu den Satelliten haben.

Allerdings hält eine Akku-Ladung meist nur 5 bis 8 Stunden.

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17.09.2009, 20:28

Irgendwie müssen aber die Positionsdaten/Geotagging-Daten zum Foto kommen.

Manuelle Vertaggung
Man kann jedoch auch ganz aufwändig seine Fotos manuell vertaggen: Position (wenn man sie noch weiß) bei Google Maps suchen, Positionsdaten ermitteln (die stehen immer dort) und in die EXIF-Daten manuell eintragen. Aber Achtung: es gibt mehrere Standards, wie die Positionsdaten geschrieben werden (aber dazu gibt es Freeware-Umrechnungsprogramme).

Daneben gibt es aber auch komfortablere Programme, wo man die Fotovorschau auf eine Landkarte zieht: die Geodaten werden dann automatisch eingetragen.

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17.09.2009, 20:29

Anzeige und Suche von Geodaten

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Einige Bildverwaltungen können zu jedem Bild die Geodaten anzeigen. Die Freeware Irfanview (kann ich jedem empfehlen, zusätzlich die Plugins installieren) zeigt die Position als Stecknadelkopf in Google Earth. Microsoft Expression Media zeigt die Position in Bings Maps (früher Virtual Earth). Oder man lädt die Fotos ins Web nach locr.com. Dort wird dann die Position in eine Landkarte angezeigt. Andererseits ist eine Bildersuche über die Landkarte möglich.

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17.09.2009, 20:30

Ist Geotagging interessant?

Ist Geotagging interessant?
Interessant sicherlich, aber noch nicht ausgereift. Solange die GPS-Module die Kamera-Akkus so schnell leer saugen, die Übernahme von externen Geräten recht fehleranfällig ist, ist es eigentlich nur für einige absolute Enthusiasten zu empfehlen, zumal die Softwareprodukte zum Teil noch von Fehlern strotzen (eine ältere Version von ACDSee machte z.B. beim Schreiben der Positionsdaten in eine JPEG-Datei einen Fehler, der die Fotos unleserlich macht). Mein Tipp: einfach mal abwarten.

Wer weitere Informationen will:
http://www.kowoma.de/gps/spiele/geotagging/geotagging.htm
http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,531694,00.html
http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,531908,00.html

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18.09.2009, 06:51

Zumindest die manuelle Variante, d.h. das nachträgliche Eintragen des Fotostandpunktes gab es hier schon mal. Man konnte beim oder nach dem Hochladen eines Fotos den Ort auf einer Landkarte eintragen.

Ich habe Admin erst kürzlich gefragt, ob das mal wieder kommt, er wollte das mal abklären. Warten wir mal ab, was dabei rauskommt.

Ich finde es schon interessant - gerade bei Reiseberichten - wie es vor Ort aussieht.

LG Joachim
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19.09.2009, 14:46

Geo-Tagging

Das, was es hier bei PIXXLOAD gab, ist doch etwas anderes: da wurde im Kommentarfeld das Fotostandpunktes eingegeben un diese Position wird dann nur bei Pixxload angezeigt.
Beim Foto-Geo-Tagging wird die Position (und bei guten Programmen auch noch die Geoposition in Stichworten, z.B. Deutschland, München, Deutsches Museum ermittelt) direkt in die EXIF-Daten des Foto (bei JPEGs) bzw. in die Begleitdatei (bei RAW-Fotos) direkt eingetragen. Beliebige Programme oder Web-Seiten lesen bzw. sollen dann diese Daten auslesen und zeigen sie dann direkt auf einer Landkarte an. Gleichzeitig kann dann auch in diesen Programmen über die Geo-Daten (z.B. alle Bilder "Deutsches Museum") gesucht werden.

Es ist hier also nur jeweils EIN Eintrag im Bild erforderlich. Dein Bild, dass Du bei Pixxload geo-getaggt hast, wird aber bei FLICKR oder auf Deinem Rechner immer ohne Position angezeigt, weil das Tagging halt nur für Pixxload gilt.

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19.09.2009, 18:33

Geo-Tagging

Interessanter und informativer Bericht.

Bei dem rasenden Fortschritt der Technik, wird es sicherlich

bald so weit ausgereift sein, dass es in fast jeder Kamera

angeboten wird.



Danke für Deine Info.



Liebe Grüße Monika 00000011
Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet.

J.W.Goethe