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  • »Thomas Gottweis« ist der Autor dieses Themas

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26.05.2015, 08:28

Street Photographie - ist das wirklich Kunst?

Vor zwei Jahren unterhielt ich mich während eines Fluges von New York nach Frankfurt sehr lange und sehr intensiv mit meinem Sitznachbarn. Es hatte nicht lange gedauert, bis wir unser gemeinsames Hobby entdeckt hatten. Er zeigte mir die beiden Leica, die er dabei hatte, eine M9 und eine M Monochrome, ich demonstrierte ihm meine EOS 1DX, mit der ich auch heute noch uneingeschränkt zufrieden bin. Als wir uns verabschiedeten, gab er mir seine Visitenkarte und lud mich ein, doch mal nach seinen Bildern im Internet zu schauen.

Das tat ich und sah dort Bilder, die völlig anders waren als das, was ich immer so gemacht habe.

Meine Canon ist eine schnelle Kamera und ich mache damit viele Bilder, primär von meinen Kindern, bei Sportveranstaltungen. Aus kreativer Sicht finde ich allerdings die langsamen und statischen Aufnahmen viel interessanter: Landschaften, Architektur, Naturaufnahmen.

Die Fotos seiner Website zeigten Menschen auf der Straße, außerdem Details wie verlassene Treppenhäuser, defekte Uhren und eingeschlagene Fensterscheiben. Die Bilder waren weder gerade noch aus meiner Sicht sehr liebevoll komponiert oder aufgebaut. Die Aufnahmen der Menschen waren teilweise wirklich witzig. Ganz offensichtlich hatten die Leute auf den Bildern nicht gemerkt, dass sie fotografiert wurden und waren gerade mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Ich musste anerkennen, dass die Bilder authentisch waren und die Stimmung, die Atmosphäre der jeweiligen Stadt wirklich reflektierten.

Aber war das wirklich Kunst? Kauft man sich eine Kamera für 12000 Euro um sie wildfremden Leuten vor die Nase zu halten? Ganz zu schweigen von den möglichen Konsequenzen, wenn es dann tatsächlich mal eskaliert, weil jemand nicht fotografiert werden wollte....

Mir war diese Disziplin zu diesem Zeitpunkt weitgehend neu. Ich hatte zwar auch schon mal, wenn auch sehr selten, einen fremden Menschen ohne sein Wissen fotografiert, aber ich hatte das nie sehr gerne gemacht.

Ich habe unser Gespräch im Flugzeug nicht vergessen. Erst in den Monaten danach stieß ich erstmals darauf, dass es für diese Art des Fotografierens sogar einen eigenen Namen gibt - Street Photographie (englisch, klar, auf Deutsch würde das auch etwas profan klingen). Natürlich, es gibt in der Geschichte der Fotografie einige Meister dieses Fachs und einige Bilder, echte Ikonen, sind weltberühmt. Ich tue mir dennoch nach wie vor schwer damit, zwischen "Knipsen" und "Street Photographie" zu unterscheiden.

In den vergangenen Monaten habe ich mich nun auch mal selber daran versucht. Nach wie vor tue ich mir aber schwer damit, meine Scheu und Distanz ist einfach zu groß.

Wie seht Ihr das, wie ist Eure Position zur Fotografie auf der Straße?

Beiträge: 52

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26.05.2015, 17:14

Hallo Thomas,
ein auch für mich durchaus interessantes Thema. Es kommt wie bei vielen Dingen auf die Betrachtungsweise an. Ein nur Knipsen und sammeln ergibt, ob erlaubt oder unerlaubt, am Ende ein Sammelsorium von meist zweitklassigen Bildern. Das Bewusste Bewegen auf der "Strasse" und ein Aufnehmen positiver und negativer Eindrücke ist für mich sicherlich eine Kunst und verdient hohe Anerkennung. Nur ist der Grad hier auch sehr schmal und muss ein Ziel verfolgen. Wenn ich z.B. den Ausdruck eines Stadt Teiles mit Bildern beschreiben sollte, würde ich mich wahrscheinlich vorher genau so mit dem ganzen Thema befassen, wie bei einer Reise in die weisse Wüste. Oder über lange Zeit als eine Art "Zeitzeuge" fungieren. Dazu gehören dann halt auch die Penner, die kaputten Fensterscheiben, die Dramatik in SW, Die Lebenslust und und und. Das ist sicherlich ein sehr spannendas Thema und ebenso schwierig es auch mit guten aussagekräftigen Aufnahmen einzufangen. Im Urlaub oder auf der Durchreise gelingt so etwas sicherlich nur begrenzt und den richtigen Ausschnitt zu finden ist auch nicht einfach. Allein eine kaputte Fensterscheibe aus dem richtigen Blickwinkel kann ein interessantes Foto oder ein Thema für den Mülleimer sein. Ich denke wenn das jemand gut macht und für den Betrachter Zusammenhänge und Stimmungen klar erkennbar sind, ist das eine tolle Arbeit. (Jetzt mal abgesehen von einzelnen genialen "Street" Schnappschüssen die natürlich auch ihren Anspruch haben)

Das schöne ist, dass hier jeder seine eigene Interpredation haben darf und dadurch seinen Stil finden kann
Ein interessantes Thema Gruss
Wolfgang

mercedes

unregistriert

3

26.05.2015, 19:02

Streetphotographie

Was ist Kunst? Da könnte man mal ein Blick auf Wikipedia werfen. Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Kunst

Für mich entbehrt diese Frage jeglicher Grundlage und, es soll Leute geben, für die ist es eine Kunst ein scharfes Bild zu machen. Da hier der Prozess des Schaffens im Mittelpunkt stehen könnte, ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass es sich wirklich um wahre Kunst handeln könnte.

Den Rest behalte ich für mich.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »mercedes« (30.05.2015, 17:02)


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4

28.05.2015, 21:54

Ich als bekennender Kunstbanause kann damit gar nichts anfangen und schon gar nicht in s/w. Da ich meinen Blick für sowas auch mal schärfen wollte hatte ich mich mal in diversen Workshops angemeldet. Hat sich dann aber rausgestellt ich kann es nicht. Ich kann was lernen was fest vorgegeben ist und auch wie dieses wirkt. (Feste Regeln halt) Hier kommt es viel auf Emotionen an, aber ich habe keine Ahnung wie ich die fotografieren kann. Meine Bilder zu diesem Thema waren dann wenn ich sie gut fand waren sie für die anderen voll daneben (emotionslos) Die nach meinem Geschmack schlecht waren fanden andere dann gut. Das waren dann meistens Zufallsbilder aus der Hüfte geschossen. So ist das halt.

Zu deinem Thema ist Street Kunst kann ich dann nur sagen ja, ich verstehe es nicht finde die Bilder meistens schlecht. (Sind schief, über oder unterbelichtet, in s/w, verrauscht oder sonst was) Also muss es Kunst sein

Gruß Udo
Gruß Udo