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1

14.07.2008, 21:08

Thailand Isaan 2: Nakhon Ratchasima, Phimai

Nakhon Ratchasima (auch bekannt unter Khorat oder Korat) ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz (Changwat) im Nordosten Thailands und hat ca. 200000 Einwohner. Nakhon Ratchasima gilt als das "Tor zum Isaan", auf jeden Fall ist Nakhon Ratchasima ist die größte und wohl wichtigste Stadt des Isaan, der strukturschwächsten und ärmsten Region Thailands. Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Seidenproduktion.

Nakhon Ratchasima wurde Anfang des 14. Jahrhunderts von den Sukhotai-Königen als Grenzposten gegen die Khmer gegründet. Während des Vietnamkrieges war Nakhon Ratchasima Hauptbasis für die Bombenflüge nach Kambodscha und Laos. Viele ehemalige GIs sind hier geblieben, so dass man im Ort viele Expats sieht (manchmal recht deprimierend, wenn man sie schon um 10 Uhr morgens stumpf und sinnlos mit ihren Thai-Mädchen beim Bier herumsitzen sieht und sie dann jeden Nachmittag schon fast besoffen wieder trifft).

Sehenswürdigkeiten sind
die Statue Khunying Mos

Khunying Mo war die Frau eines stellvertretendes Provinzgouverneurs, die im frühen 19. Jht. zusammen mit anderen Frauen die eingefallenen Soldaten des Fürst Anu von Vietiane, betörten und betrunken machten und alle umbrachten, so dass Fürst Anu das Land verlassen musste.

Wat Sala Loi

ein Tempel etwas ausserhalb der Stadtmauern in Form eine chinesischen Dschunke (das Schiff soll die Gläubigen ins Nirvana bringen)

Wat Payap
eine neu erbaute Tempelanlage im alten Ayutthaya-Stil mit einem buddhistischen Rad aus Sandstein und einer Pagode mit fünf Dächern in chinesischem Stil.

Stadtmauer und Stadttor
das Tor Pratu Chumphon wurde neu aufgebaut und einige Teile der Stadtmauern restauriert. Die Mauer und die alten Wassergräben umfassen ein Gebiet von 1,7 km x 1,5 km


Ausserhalb Nakhon Ratchasima
Es gibt zahlreiche kleine Dörfer im näheren Umkreis, in denen Seide hergestellt wird. Man kann dort noch ganz gute einkäufe machen. In Pak Thongchai hat die Jim Thompson Co. eine grosse Weber-Cooperative gegründet (Jim Thompson war ein amerikanischer CIA-Agent, der in Thailand blieb und dort die alte Seidenweberei wiederbelebte und am Ostrsonntag 1967 im Dschungel der Cameron Highlands, Malaysia spurlos verschwand)

Prasat Phanom Wan
Ein schöner, friedlicher Ort mit dem kambodschanischen Kloste Prasat Phanom Wan. Es gibt wunderschöne Steingalerien mit gedrechselten Fenstersäulen und schöne Steinmuster, im Allerheiligen gibt es viele schöne Buddhafiguren, die mit Goldblätter verziert sind. Der Ort ist noch von Mönchen bewohnt und in der Regel ungewöhnlich still und angenehm. Das Kloster wurde angeblich im 10. Jht. erbaut

Phimai

Im Ort Phimai findet sich einer der bekanntesten Khmer-Tempel Thailands: Prasat Hin Phimai. Der Tempel ist bestens renoviert und enthält ein Museum. Phimai wurde vermutlich als Prototyp für Angkor erbaut. Von Angkor aus verlief angeblich eine 240 km lange Strasse direkt nach Phimai. 112 Herbergen standen entlang dieser Starsse. Unter Jayavarman VII (1181-1201) erlebte Phimai seine Blütezeit. Der Ort war 56 ha groß (heute finden sich dort noch Teile der Stadtmauer und der Stadttore). Die Heiligtümer waren wie in Angkor nie bewohnt. Die Wohnhäuser bestanden aus Holz, Bambus und Palmblätter und sind längst verfallen.
In Phimai gibt es mehrere kleine Hotels und einige sehr gute Restaurants. Man sollte auch den Sai Ngam, den "schönen Banyan-Baum" anschauen, angeblich der zweitgrößte Banyan-Baum der Welt - allerdings nicht sehr viel höher als ca. 4, 5 m, die Krone hat aber einen Durchmesser von 90 m und steht auf Hunderten von Luftwurzeln.


Anreise nach Nakhon Ratchasima
Es gehen stündlich Busse ab Bangkok, es gibt auch häufige Inlandflüge (lohnt sich zeitlich aber fast nicht)

zu Nakhon Ratchasima
http://en.wikipedia.org/wiki/Nakhon_Ratchasima

zu Phimai
http://de.wikipedia.org/wiki/Phimai

Lageplan von Phimai
http://www.koratmagazine.in.th/sight/phimai/ephimai.htm

Eine Computerrekonstruktion von Prasat Hin Phimai
http://www.phimai.ca/

Noch ein Tipp:
das Essen im Isaan ist recht einfach und manchmal höllisch scharf. Einige Speisen sehen nicht unbedingt einladend aus. Wir wurden z.B. bei einer Mönchseinweihung eingeladen und bekamen Isaan-Wurstsalat vorgelegt. Die Wurst war grau (ist sie von Natur aus), es wimmelte von roten Chillies, grünen Kräutern und Shrimps und diversen anderen unbekannten Zutaten in der Schüssel. Aus Höflichkeit probierten meine Frau und ich und hätten am Liebsten die Schüssel nicht mehr hergegeben - es war der beste Wurstsalat aller Zeiten.....kein Vergleich zu bayrischen oder schweizer Wurstsalat, obwohl der nicht unbedingt schelcht ist. Oder wir hatten die besten vietnamesischen Frühlingsrollen (werden nicht gebraten), besser als alles, was wir in Vietnam bekamen. Was ich sagen wollte: einfach nicht am Aussehen stören lassen und einfach mal probieren.

2

14.07.2008, 21:23

Thailand Isaan 1: Nakhon Ratchasima, Phimai

Hallo Driver,
Wieder einer Deiner vielseitigen Reiseberichte.
du bist schon ganz schön weit rum gekommen.

Ich kann aber von mir sagen, dass ich da mit Sicherheit nie hinkommen werde.

Aber ich lese Deine Berichte gerne.
LG.

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3

14.07.2008, 21:36

Hallo Driver

Im Isaan hatten wir ein Patenkind von Plan International ( mittlerweile ist Sie über 18Jahre ) und
deshalb waren wir mal da um Sie zu besuchen.
Dein Bericht bringt Erinnerungen zurück

Danke
Siggi
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16.07.2008, 07:01

Nakhon Ratchasima

Hallo Driver,

ein mit vielen persönlichen Eindrücken ausgestatteter Reisebericht über diese Region Thailands.

Die Beschreibung der strategischen Bedeutung, dem geschichtlichen und wirtschaftlichen Hintergrund, sowie die eigenen Erlebnisse machen diesen Beitrag sehr abwechslungsreich und lebendig.

Die Links sind bestens ausgewählt und sorgen für zusätzliche und weiterführende Informationen über die beschriebenen Orte und die Region.

LG hoelli / Gottfried

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5

16.07.2008, 08:43

Ein ausführlicher Bericht mit sehr persönlicher Note! Das mit dem Wurstsalat klingt wirklich amüsant :-)