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  • »driver« ist der Autor dieses Themas

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1

27.07.2008, 21:29

Thailand Isaan 3: Nang Rong, Prasaat Phanom Rung, Prasaat Muang Tham

Nang Rong liegt im Isaan, in der Provinz Buriram. Die Fahrt nach Nang Rong führt entlang der kambodschanischen Grenze brett-eben durch einfaches, fast ärmliches Gebiet, nach einem steilen Anstieg kommt man auf die Hochfläche des Isaan, dann ist man fast schon in Nang Rong. Wir stiegen aus dem Bus und nach einigen Thai- und Englishworten kutschierten wir mit der Fahrradrikscha ins Guesthaus, das einer Englishlehrerin gehörte (die wir aber nie sahen, da ihr Mann im Krankenhaus war).

Am ersten Tag erkundigten wir den Ort - ein lange gerade, sechspurige Strasse durchquerte den Ort, nicht gerade einladend. Dann entdeckten wir den Essensmarkt und bekamen einige hervorragende Gerichte vorgesetzt. Dann schlenderten wir durch den Ort - eine kleine, typische Nordostthailändische Ansiedlung, wenige hohe Häuser, viele kleine ein- oder zweitstöckige Gebäude, überall nette, herzliche Menschen.

In der Umgebung von Nang Rong gibt es einige Khmer Tempel, deshalb mieteten wir am nächsten Tag ein Motorrad und fuhren nach Phanom Rung. Prasaat Phanom Rung ist neben Phimai das interessanteste und am besten erhaltenste Khmer Monument in Thailand und befindet sich auf einem 400 m hohen, erloschenen Vulkan, der sich aus der flachen Landschaft erhebt. Phanom Rung wurde im 10 bis 13. Jahrhundert als Hindu Kloster erbaut und in der Zeit von 1972 - 1988 mit einigem Aufwand restauriert. Eine Prozessionsweg führt über die Nagabrücke den Berg hinauf zum Hauptheiligtum. Oben hat men eine grandiose Aussicht bis weit nach Kambodscha. Der zentrale Prang mit seinen Gallerien und Kapellen zeigt deutlich den Stil der Khmer-Baumeister. Die symetrischen Türen, Fenster und Vorkapellen weisen in alle vier Himmelsrichtungen. Heute sorgen buddhistische Mönche der Dhammayuttika-Sekte für den Tempel.

Es gibt zahlreiche Vishnu-Figuren, eine der schönsten (Vishnu Anantasayin, ein Vishnu, der auf der Weltschlange schläft) befindet sich in einem Türsturz am Haupteingang. Diese Türsturz wurde 1961 gestohlen und tauchte im "ational Art Institute von Chicago" wieder auf. Das Museum und die USA weigerten sich, das gestohlene Stück zurückzugeben (viele Leute in Thailand glaubten, dass die US-Army in dem Kunstdiebstahl verwickelt war). In Thialnd kam es zu großen Protesten, die bekannteste Band schrieb einen Song "Behaltet Michel Jackson und gebt uns unseren Phra Naraj zurück". Erst als in den USA Tausende von Thais auf die Strasse gingen, gaben die USA nach und Thailand durfte für preiswerte 1,5 Mio. US $ ihren Vishnu zurückkaufen und mußte eine Kopie kostenlos erstellen. 1988 wurde die Vishnu-Statue an ihren ursprünglichen Platz zurückgebracht (viele Thais glauben aber, die USA hätten nur eine Kopie zurück gegeben).

Von Phanom Rung führte eine schnurgerade Strasse bis nach Angkor und bis nach Phimai.

Unten am Berg, einige Kilometer weiter findet sich Prasaat Muang Tham. Es ist älter als Phanom Rung und wurde im 10. Jht. erbaut. Bis in die 60er Jahren umgab Dschungel die Anlage. Muang Tham besteht aus fünf Prangs, die von Galerien und Mauern umgeben sind.

Am nächsten Tag nach unseren Ausflug nach Phanom Rung wurden wir zur Mönchs-Einweihung eingeladen. Der Sohn der Familie hatte einen Monat Urlaub vom Militär bekommen, um seine obligatorische Zeit als Mönch abzuleisten. Es gab zwei Tage ein grosses Gelage, dem Sohn mussten die Haare nicht abrasiert werden (anscheinend hatten sie das beim Militär schon gemacht), er wurde in ein weißes Spitzengewand gesteckt und mit Blumen geschmückt. Während um ihn herum alle feierten, futterten und tranken, mußte er auf seinem Thron sitzen und durfte nichts essen. Dann gings ab in den Tempel. Die gesamte Sangha war versammelt: nach dem "Ich nehme Zuflucht zum Buddha, ich nehme Zuflucht zum Dhamma, ich nehme Zuflucht zum Sangha" (Damma ist die Lehre, Sangha die Mönchsgemeinschaft) wurden die Kleider gewechselt und der Sohn in die orangen Mönchsgewänder gesteckt. Dann wurden die Geschenke an das Kloster übergeben (eine ganze Menge).

Nach ca. vier Stunden im Tempel ging es zurück und die Feier ging bis weit nach Mitternacht weiter, wobei die Thais ein erstaunliches Getränk kreierten: thailändisches Bier wurde mit malaysischem Guinness (ohne einem ähnlichen dunklen Bier) gemischt und mit Mekong Whisky "verdünnt". Mit einschlagenden Erfolg: mit so vielen Leuten wie an diesem Tag habe ich sicherlich noch nie Brüderschaft getrunken...

Wir erholten uns noch zwei Tage von den Feiern (hatten wir nötig!) und fuhren dann weiter nach Buriram...



Zu Phanom Rung siehe
http://de.wikipedia.org/wiki/Phanom_Rung
eine sehr genaue, ausgezeichnete Beschreibung
http://www.goerch.de/thailand/bram/PhanomRung.php

2

27.07.2008, 21:48

Thailand Isaan 3: Nang Rong, Prasaat Phanom Rung, Prasaat Muang Tham

Hallo Driver,
Wieder einer Deiner spannenden, sehr ausführlichen Reiseberichte.
Beim Lesen der Geschichte kann man sich den Ablauf Deiner Reise lebhaft vorstellen.
Du hast echt schon tolle Reisen gemacht.
Bin schon neugierig, was Du noch alles "angestellt" hast.
Bis dann.
LG.
Werner

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3

28.07.2008, 06:58

Thailand Isaan 3

Hallo Driver,

Reiseerlebnis der besonderen Art.

Man erhält nicht nur einen guten Einblick in die Region und alles Sehenswerte nahe der kambodschanischen Grenze, auch das beschriebene Fest zur Mönchseinweihung wurde von Dir so geschildert, daß man einen guten Einblick über den Ablauf und das Drumherum erhält und gut nachvollziehen kann.

Gründe und Gelegenheiten bieten sich überall, nur der Hintergrund und der Anlaß unterscheidet sich doch in vielerlei Hinsicht von Feierlichkeiten und Festivitäten, die in unseren Breiten über die Bühne gehen.

LG hoelli / Gottfried



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4

29.07.2008, 19:27

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hallo driver,

toll geschrieben ist auch wieder dieser Bericht... spannend und interessant!! A)d
Obwohl ich kein Asien-Fan bin, fesseln mich Deine Berichte immer sehr ...
Danke!
Liebe Grüße
Sonnenstunden
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Die großen Ereignisse, das sind nicht immer unsere lautesten, sondern unsere stillen Stunden :love:
(Friedrich Nietzsche)