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01.09.2008, 20:41

Yangon


YANGON

Yangon, ehemals Rangon, wurde von König Alaungpaya an der Stätte einer kleinen Siedlung namens Dagon gegründet, nachdem er das untere Myanmar 1755 erobert hatte. Der Name Yangon bedeutet "Ende des Streits" und wurde als Rangoon ins Englische übertragen. Heute hat Yangon eine Fläche von 400 m² und über 5 Mio. Einwohner.

Der Flug von Bangkok nach Rangon ist ein Flug 30 Jahre in die Vergangenheit oder ein Flug von einem reichen in ein bitterarmes Land. Auch Menschen, die in Ägypten, Nepal, Indien oder Kambodscha waren, sind an den ersten Tagen geschockt von der Armut und der Rückständigkeit. Doch sobald man die freundlichen, hilfsbereiten und freigiebigen Menschen kennenlernt, verfliegt dieses Gefühl und ich habe immer wieder das Gefühl, dass die Burmesen auf ihre Art häufig sehr viel reicher sind als wir doch so reichen Westeuropäer. Und die Kultur dieses Landes ist einfach unvergleichlich und sucht ihresgleichen. Nur das Essen ist schlecht, vor allem wenn man aus Thailand recht verwöhnt ist.

Aber jetzt zu Yangon:

Sehenswürdigkeiten

Die Sule Pagode befindet sich direkt im Zentrum der Stadt und ist ihr Wahrzeichen. Die Sule Pagode soll angeblich über 2.000 Jahre alt sein. Die goldene Pagode hat eine ungewöhnliche Form, da ihre achteckige Form bis hin zur obersten Terrasse durchgeht (normalerweise wandelt sich die Form eines Chedi vom Quadrat zum Achteck und zum Kreis). Dei Sule Pagode ist 46 m hoch und umgeben von kleinen Geschäften wie z.B. Astrologen, Handlesern, Fotostudios und Uhrreparaturwerkstätten.

In der Innenstadt finden sich unzählige Gebäude der kolonialen und religiösen Vergangenheit. Das alte Rangoon entstammt den Entwürfen des Dr. William Montgomerie. Er war leitender Militärarzt und hatte seine Kenntnisse von Sir Stanford Raffles in Singapur erworben. Die bedeutenden Gebäude in Yangon stehen nun unter Denkmalschutz, was aber nicht heißt, dass sie in guten Zustand erhalten sind.

Das Rathaus, gebaut von U Tin im Jahr 1925. Auf der Fassade sind burmesische Themen, Blumenmotive und Figuren aus der Mythologie zu sehen sind.

Der Oberste Gerichtshof wurde vom Architekten John Ransome aus rotem Backstein 1911 erbaut. Das Bauwerk hat einen Turm mit einer Uhr deren vier Seiten nachts beleuchtet werden, sodass sie hoch über dem Stadtzentrum zu schweben scheint.

Das Strand Hotel war einst das führende Hotel des Ostens, war aber jahrelang vollkommen vergammelt und heruntergekommen (1985 hatten wir dort in der Hotelruine allerdings ein gutes Lobsteressen von abgeschlagenem Porzellan für 2 US $). Heute ist das Strand wieder renoviert und verlangt entsprechend hohe Preise.

Das Zollhaus wurde 1902 aus rotem Backstein gebaut.

Das Gerichtsgebäude ist ein langes (jetzt ziemlich schmutziges) Bauwerk mit hohen Säulen und wurde 1920 erbaut. Es war lange Zeit Sitz der Burma Socialist Program Party.

Das Informationsministerium wurde 1918 erbaut und ist ein großes vierstöckiges Bauwerk mit Säulengängen. Es war Bank, Natioanlmuseum, Ministerium und dann wieder Bank.

Das Yangon Bezirksgericht wurde 1912 im Queen-Anne-Stil erbaut

Das benachbarte staatliche Government Telegraph Office wurde 1920 erbaut - erhält aber immer wieder einen neuen Anstrich, so dass es durchaus ansehnlich ist.

Entlang der Mahabandoola Street und der Bo Aung Kyaw Street befindet sich das Sekretariatsgebäude, ein rotes Backsteingebäude mit vier Flügeln. Der Bau dauerte 25 Jahre und wurde 1905 beendet.Hier wurde 1947 General Aung San und fünf seiner Kabinettsmitglieder während einer Sitzung ermordet.

Das Yangon General Hospital war mit seinem interessanten Design, den großen Bögen und den hohen Türmen das erste Gebäude in Myanmar aus Stahlbeton und wurde 1911 gebaut.

Der Pansodan Steg liegt vor dem Strand Hotel. Von dort kann man Leben am Irradwady beobachten und den Fluß mit einer Fähre (natürlich zum Touristenpreis) überqueren (dauert ca. 15 Minuten).

Mit dem City Circular Train kann man durch viele Stadt- und ländliche Gebiete durch Rangon fahren. Eine Fahrt in dieser Ringlinie dauert ca. 3 Stunden.

Die Botataung Pagode ist ein berühmtes Wahrzeichen am Irrawaddy und enthält einen wunderschönen goldenen Buddha. Sie liegt unterhalb der Landebrücken.

Der Bogyoke Aung San Markt ist sicherlich der berühmteste Ort in Yangon zum Einkaufen. Er hat sich in vielen Teilen bereits auf Touristen eingestellt. Es gibt dort Lackarbeiten, Schnitzereien aus Holz und Elfenbein, Tapisserieware, Silber- und Messingware, Seide und Baumwolltuch, Umhängetaschen, sowie Schmuck sind einige der beliebtesten Waren, die der Markt zu bieten hat.


Zur Shwedagon Pagode gibt es einen eigenen Artikel, siehe Shwedagon Padoge, Yangon


In der Pyay Road wenige Minuten vom Stadtkern entfernt befindet sich das relativ neue Nationalmuseum: wichtige Austellungstücke sind der Löwenthron des letzten Königs von Myanmar und königliche Insignien aus dem burmesischen Königreichen, Waffen, Musikinstrumente und Gemälde.

In der Nähe der Shwedagon Pagode befindet sich die Chaukhtatgyi Pagode. Hier befindet sich das 72 m lange liegende Buddha Bildnis, die größte liegende Buddha Statue in Myanmar, erbaut 1907, abgerissen und 1966 wiederaufgebaut.An dden Fußssohlen befindet sich ein Glasmosaik, das die 108 Eigenschaften des Buddha darstellt.

Der Bogyoke Aung San Park ist ein schöner Park mit vielen Hügeln und Bäumen um den wunderschönen Kandawgyi See herum. Er ist ein beliebtes Erholungsort für die Rangoner Bevölkerung.

Direkt neben dem Kandawgyi Palace Hotels liegt der Yangon Zoo, der für asiatische Verhältnisse erstaunlich interessant ist. An Wochenden und Feiertagen ist er völlig überfüllt und es gibt (wie auch in Bangkok und Singapur) die Schlangenaufführungen oder einen Elefantenzirkus zu sehen. Ein Vergnügungspark ist angeschlossen.

Die Kabar Aye Pagode (Weltfriedenspagode) wurde zur sechsten buddhistischen Synode 1954 (anlässlich des 2500sten Jahrestags der Erleuchtung Buddhas) erbaut. Der Sockelumfang dieser knapp 34 m hohen Pagode misst ebenfalls 34 m.

Die Maha Pasana Pagode ist ein von Menschenhand gebaute Höhle, die ebenfalls zur sechsten buddhistische Synode erbaut wurde. Damals rezitierten, redigierten und genehmigten die Teilnehmer der Synode die gesamten buddhistischen Schriften, die als die Drei Pitakat bekannt sind. Die Höhle hat eine Größe von 140 m mal 115 m.

Am Minn Dhamma Hügel liegt ein Elefantenhaus, in dem mehrere weiße Elefanten gehalten werden (weiße Elefanten gelten als höchste königliche Zierde und gehören automatisch dem König. Um weiße Elefanten wurden in Südostasien schon häufig Kriege geführt)

Der Hlawga Wildpark ist in ca 1 Stunde mit dem Auto vom Stadtzentrum aus erreichbar. Der Park mit seinen 660 Hektar Land und Seen beherbergt über 70 Arten pflanzenfressender Tiere und 90 Vogelarten. Der Park ist auch eine Anlaufstelle für Zugvogelschwärme. Man kann dort auf Elefanten reiten, bootfahren und fischen.

Twante ist ein kleine gemütliche Stadt am Twante Kanal und liegt 25 km von Yangon entfernt. Mit dem Boot erreicht man Twante auf dem Kanal in drei Stunden. Diese Bootsfahrt bietet einen wunderbaren Einblick in das Leben am Kanal. Twante ist ein Zentrum für Töpfer und handgewobenes Baumwolltuch und besitzt zwei schöne Pagoden.

Die Infos entsprechen dem Stand 2007. In wie weit diese Daten jetzt nach der brutalen Niederschlagung der Mönchs- und Volksdemonstrationen und dem letzten großen Sturm, bei dem über 100000 Burmesen ums Leben gekommen sind, noch stimmen, ist mir allerdings unbekannt. Es soll dort ziemlich viel Schaden angerichtet worden sein, fast ganz Süd und Zentralburma soll verwüstet sein und ich kenne noch niemand, die seither in Burma war. Viel Zutrauen zu der jetzigen Regierung habe ich nicht und ich befürchte daher vom aktuellen Zustand noch viel Schlimmeres.


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01.09.2008, 20:46


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01.09.2008, 20:47


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01.09.2008, 21:02


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hallo driver,

spannend und interessant hast Du wieder einmal von einem Land erzählt, das mir vollkommen fremd ist.
Die Bilder sind aussagekräftig und wunderschön.

A)d Kompliment! A)d


Liebe Grüße
Sonnenstunden
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Die großen Ereignisse, das sind nicht immer unsere lautesten, sondern unsere stillen Stunden :love:
(Friedrich Nietzsche)

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02.09.2008, 07:30

Yangon

Hallo driver,

die Hauptstadt und Umgebung ausführlich und anschaulich beschrieben und mit aussagekräftigen Bildern versehen.

Dein Bericht bringt die Bedeutung, welche die Stadt in der Vergangenheit einmal besaß, gut zum Ausdruck.

Das Land hatte in den letzten 12 Monaten eine starke Medienpräsenz. Die Bevölkerung wurde sowohl vom Regime als auch von der Natur bitter bestraft und stand ohne humanitärem Beistand allein in ihrem Elend da.

Durch Deinen Bericht wird die Erinnerung an die fürchterlichen Ereignisse, welche in der Zwischenzeit aus den Schlagzeilen verschwunden sind, wieder lebendig. Vom Regime bestätigte 100000 Todesopfer und ein Vielfaches an materiell Geschädigten, die ihre bescheidene Existenzgrundlage verloren haben, sprechen eine deutliche Sprache und lassen nichts Gutes erahnen.

LG Gottfried / hoelli




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02.09.2008, 14:00

Yangon

Hallo driver,

du hast mal wieder einen hervorragenden Bericht mit tollen Bilder geliefert A)d A)d

Es ist auch immer wieder erstaunlich zu hören, das die ärmsten wohl doch die

freundlichsten und hilfsbereitesten Menschen sind. Das sollte uns doch etwas

zu denken geben 0000008

Liebe Grüße mokuha 00000011
Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet.

J.W.Goethe

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02.09.2008, 20:32

Yangon

Hallo Driver.

Kann dem Bericht nur voll zustimmen, eine Klasse Stadt und ein Klasse Land, vor allem
der Leute wegen und den Sehenswürdigkeiten lohnt ein Besuch.

Wir fahren auf jeden Fall wieder hin.

Liebe Grüsse
Siggi
In der Fremde erfährt man mehr als zu Hause.
Aus Tansania

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03.09.2008, 09:34

Yangon

Hallo Driver, :toocool:

Danke für Deinen ansprechenden, interessanten Bericht über Yangon, das mir auch fremd war. Das Interesse hast Du geweckt! :thankyou: :sehrgut: :hutab:

Liebe Grüße

ndy )foot(o