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  • »Joey« ist der Autor dieses Themas

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1

12.11.2008, 10:02

Bishops Rock, eine typisch irische Geschichte

Einige von Euch haben ja meine hier vorgestellten Photos vom Bishops Rock bereits gesehen und kommentiert. Dafür schon mal meinen herzlichen Dank. Die Photos sind mit den Überschriften versehen: "Nimm´n Schirm mit!" und "Wie, verd.... nochmal sind die da hoch gekommen?". Das wichtigste aber habe ich Euch bis jetzt vorenthalten: Die Story zum Bild!!!

Die Einheimischen nennen den Felsen "Bishops Rock". Auf meine Frage nach der Herkunft des Namens gab man mir eine mysteriöse Erklärung....
Zunächst aber etwas Hintergrundinformation: Im 5. Jahrhundert wurde Irland christianisiert und ist bis heute "katholischer als der Papst". Die Kirche hatte in Irland bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts eine in Europa unvergleichbare Stellung. Als Beispiel: Noch in 1960 wurde kein unehelich geborenes Kind getauft, kein unehelich geborenes und gestorbenes Kind auf einem Friedhof beerdigt. Daher fand man viele skelettierte Leichen von (wahrscheinlich ungetauften) Kleinkindern in und unter den Dolmen (steinzeitliche Grabanlagen), so z.B. in Poulnabrone Dolmen, Co. Clare. Die verzweifelten Mütter wollten ihre Kinder -wenn sie schon nicht in geweihte Erde kamen- wenigstens auf einem heidnischen Begräbnisplatz beerdigt sehen. Was vor 5500 Jahren funktioniert hat, könnte ja heute....

Vor diesem Hintergrund muß man die folgende Geschichte sehen: Der heute allein stehende Felsen war noch vor tausend Jahren mit dem Land verbunden und an dieser Stelle hatte sich einer der ersten Bischöfe niedergelassen. Der pflegte seinen Lebensunterhalt durch die ohnehin knapp am Existenzminimum dahinvegetierenden Bauern zu sichern. Will heißen: Er nahm den Bauern das letzte Stück Brot und das letzte Schaf weg und lebte in Saus und Braus. Eines Tages kam ein furchtbarer Sturm auf. Der Atlantik türmte die Wellen zu 100m hohen Bergen auf und ließ sie auf die Küste krachen.






Da brach die Landverbindung ab und der Bischof sah sich plötzlich alleine auf einer Insel. Verzweifelt rief er zum Land hinüber, man möge ihm doch helfen und ihn aus seiner mißlichen Lage befreien. Doch keine Hand regte sich. Sein Rufen wurde schwächer und schwächer und irgendwann hörte man nichts mehr von ihm.
Die Einheimischen wandten sich wieder ihrem Tagewerk zu und vergaßen den Bischof.







Und wenn er nicht vom Sturm heruntergeblasen wurde, dann liegen seine Gebeine noch heute in der rechten der 2 kleinen Ruinen auf dem Plateau. Kein Einheimischer hat je wieder den Felsen betreten. Die haben nackte Angst davor (und DAS ist kein Witz!)







So viel zur irischen Seele und Mentalität.

Bis zum nächsten Mal, Sláinte,

Joey
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein

2

12.11.2008, 10:24

Bishops Rock

Hallo Joey!

Eine interessante und spannende Geschichte, die Du uns da mit sehr persönlichen Worten und eindruckvollen Bildern näherbringst. Super!

LG

hubsi
Ein Bild sagt mehr, als tausend Worte. :cursing: :thumbsup: :P

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3

12.11.2008, 10:51

Bishops Rock

Hallo Joey

eine schön geschilderte Geschichte, noch dazu mit einem wunderbaren versöhnlichen Happy End.

Schade, schade, dass heute sowas nicht mehr passiert
012010 . Aber ich vermute, soviel Inseln könnten gar nicht entstehen, wie man da bräuchte.

YaWo

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4

12.11.2008, 12:33

Bishops Rock

Hallo Joey,

wirklich beeidruckendes erzählst Du uns aus Irland - es macht auch mal wieder deutlich,

wie christlich doch die Christen sein können, früher und auch heute noch.

Aber der Bericht hat ein schönes Ende :;)

Liebe Grüße Monika 00000011

p.s.Mit großer Freude betrachte ich Deine Fotos aus Irland und kann mich immer mehr darüber ärgern,

das wir unseren Sohn, als er für 8 Monate dort war, nicht einmal besucht haben. Hatte zeitlich nicht reingepaßt -

doch wie heißt es schön.... wo ein Wille ist, ist auch ein Weg - also war unser Wille nicht stark genug. Selber schuld

0000008 0000008 0000008 0000008
Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet.

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5

13.11.2008, 15:15

Bishops Rock

Hallo Joey,

amüsant und interessant vermittelst Du in diesem Beitrag die irische Seele.

Die Insel samt ihrer Bewohner ist ein Beispiel, wie man bis heute in Zeiten der Globalisierung, seine Urtümlichkeit bewahren kann.
Mit ihrer Ablehnung zum Vertrag von Lissabon über eine einheitliche Verfassung der EU haben sie gezeigt, wie man "vemeintlich Große" zur Weißglut und Verzweiflung bringt und einen großen Bekanntheitsgrad innerhalb der großen Staatengemeinschaft erlangt.

Super Beitrag
A)d

LG. hoelli / Gottfried

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6

13.11.2008, 19:06

Bishops Rock

00000011 00000011 00000011
hallo Joey...

die Geschichte gefällt mir.

Du erzählst spannend und interessant.

Deine Fotos hatte ich schon sehr bewundert ...
...aber jetzt, wo Du die Geschichte dazu präsentierst, gefallen sie mir noch besser...

Liebe Grüße
Sonnenstunden
00000011
Die großen Ereignisse, das sind nicht immer unsere lautesten, sondern unsere stillen Stunden :love:
(Friedrich Nietzsche)

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7

02.12.2008, 16:28

Bishops Rock

Hallo Joey

So kann es einem ergehen wenn man die armen Leute ausbeutet.

Guter Bericht und passende Bilder dazu.
A)d
Danke
Siggi
In der Fremde erfährt man mehr als zu Hause.
Aus Tansania