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  • »günterfr« ist der Autor dieses Themas

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18.11.2008, 18:48

Kenia Teil 4 vom Mount Kenya Nationalpark durch das Rift Valley zum Lake Baringo

Im vierten Teil unserer Kenia Reise fahren wir vom Mount Kenya Nationalpark ( wir verlassen damit den Norden Kenias ) in das Rift Valley, Teil des großen afrikanischen Grabenbruchs. Im Rift Vally befinden sich mehrere Seen, wir wollten unbedingt den Lake Baringo, den Lake Bogoria und den
Lake Nakuru als Teil unserer Safari besuchen.

Über eine Geschichte im Mount Kenya Nationalpark möchte ich hier noch berichten ( ich sollte doch häufiger in das Tagebuch schauen ). Während unserer " Wanderung " durch den Bergregenwald hatten wir neben der Begleitung eines bewaffneten Rangers einen sehr guten Guide. Dieser Guide mit Namen Vincent sprach sehr langsam und deutlich, so dass wir trotz unserer ausbaufähigen Englischkenntisse vieles verstehen konnten. Er sprach nochmals über den Namen Kenia - wie dieser für dieses Land entstanden ist. Als die ersten Europäer zum Äquator kamen, staunten sie über diesen Berg und seine schneebedeckten Gipfel. Kein Europäer konnte sich Schnee am Äquator vorstellen. Sie fragten die Einheimischen nach den Namen des Berges. Die Einheimischen nannten den Berg " Kiinha" ( Swahili für Strauß ) , da der Berg oben weiß und unten schwarz, eben wie ein Vogelstrauß war. Der Europäer ließ sich den Namen nicht aufschrieben, sondern schrieb ihn selbst auf, so wie er ihn verstanden hatte, Kenya und brachte den Namen so nach Europa. Diese Geschichte habe ich in keinem Buch gefunden - Vincent machte einen guten Job.

Im Rift Valley leben viele Völker Kenias, hier gibt es sehr fruchtbare Böden mit riesigen Kaffee- und Teeplantagen. Leider war das Rift Valley, neben Nairobio, das Zentrum der Unruhen nach den Wahlen im Januar dieses Jahres, wo sich machtgeile Politiker nicht einigen konnten und viele Menschen den Tod fanden, ganz zu Schweigen von den Auswirkungen für die Nationalparks. ( keine Touristen - keine Jobs für die Ranger - Wilderei - dies kann man den Menschen nicht verdenken, wenn es um das Grundbedürfnis Nahrung geht ). Wir wissen auch nicht was aus unserem Guide Gimo geworden ist der mit seiner Familie in einem kleinen Ort im Rift Valley wohnte und zum Volk der Kikuyu gehört, dem Volk des Präsidenten, welches massiv in die Auseinandersetzungen involviert war. Inzwischen hat sich die Lage wieder beruhigt und nach meinen Informationen gibt es keine Probleme für Touristen, wie in vielen anderen Ländern muß man eben bestimmte Dinge beachten. Ich glaube dieser kleine politische Exkurs mußte einmal sein.

Zurück zu unserer Reise. Nach dem Verlassen der Mountain Lodge fuhren wir durch das zentrale Hochland. ( siehe Foto ) Es ist Frühling und die Morgentemperaturen sind ca. 12 Grad. Wir fahren durch kleine Dörfer und sehen Kinder dick eingehült in Jacken und mit nostalgischen " Bommelmützen " auf den Straßen zur Schule gehen. Heute ärgern wir uns, dass wir davon kein einziges Foto haben. Bei Afrika denkt man immer an Wärme und nicht an " Winterkleidung ".
Wir fahren durch Nyeri, dem Verwaltungszentrum des zentralen Hochlandes und der Hauptstadt des Kikuyu Gebietes. Gegen 11.00 erreichen wir Nyahururu, einer kleinen Stadt auf 2.360 m Höhe. Sie ist einer der höchst gelegen Orte Kenias. Hier besichtigen wir die Thomson `s Falls, einen Wasserfall der sich 72 m in die Tiefe stürzt. Zum Fotografieren war das Licht leider sehr ungünsgtig.
Wir verlassen Nyahururu und fahren hinunter in das Rift Valley, wir denken, wir sind in den Alpen, von 2.300 m Höhe auf ca. 300 bis 400 m über eine steil abfallende Serpentinenstraße mit einem fantatischen Blick auf das riesige Tal. Im Tal angekommenen wartet in dem kleinen Örtchen Subukia schon ein kenianischer Plantagenbesitzer mit seinem Jeep auf uns. Mit ihm fahren wir zu einer Teeplantage und er erläutert uns die Entwicklung der Tee- und Kaffeplantagen in Kenia.
- fast alle diese Plantagen befinden sich inzwischen im Besitz von kenianischen Bürgern, durch die Bürger wurden Kooperativen gegründet um diese Plantagen vor Jahren den europäischen Besitzern, vor allem Britten, abzukaufen. Alle Mitglieder dieser Kooperative hätten das gleiche Stimmrecht, was aber nur theoretisch ist, es gibt keine Briefkästen, kaum Telefone usw. , wie sollen dann die Mitglieder mitbestimmen, unser " Plantagenbesitzer " ist der Direktor für Verkauf und Marketing ( aber wie gewählt ? , kenianische Demokratie, aber es funktioniert )
- es wird mehr Tee als Kaffee angebaut, die Teepflanzen ( Bitterstoffe ) werden von den vielen Affen verschont , Tee erzielt auf den Markt bessere Preise, der Kaffeepreis würde weltweit durch eine " Mafia " diktiert - so die Äußerung des Direktors
- auf dem Gelände der Plantage befinden sich unzählige Hütten für die Teepflücker. Hier wohnen die Familien mit sehr vielen Kindern. Der Direktor erklärt uns die Arbeitszeiten Mo - Fr. 9 Stunden und Sa. bis Mittag, er erklärt uns, was ein Pflücker für eine Gallone gepflückter Blätter erhält - natürlich alles in Handarbeit - leider haben wir die Summe nicht aufgeschrieben. Natürlich ist der Lohn äußerst gering, aber die Kinder gehen regelmäßig zur Schule und wir haben auch ein vernünftiges soziales Grundniveau gesehen.
Die Teeplantage haben wir fotografiert, an dem hier eingestellten Foto sieht man deutlich, dass es am Äquator keinen Längsschatten gibt, war für uns eine vollkommen neue Erfahrung und man macht aus Spielerei gleich eine Vielzahl von Fotos.
- Der Tee schmeckt übrigens hervorragend. Auf der Ranch des Besitzers, wir bekamen " dicke " Augen wegen des Hauses und der Anlage im Kolonialstil, haben wir dann zu Mittag gegessen. Uns Fahrer und Guide Gimo saß wie üblich mit am Tisch, was auch gut war, wäre uns sonst peinlich gewesen, aber die sozialen " Ränge " sind zum Glück noch nicht so ausgeprägt wie bei uns. ( siehe Foto )

Über Nakuru, der drittgrößten Stadt fuhren wir dann durch das Rift Valley zum Lake Baringo, im Norden des Rift Valleys, nochmals ca. 200 km. Ca. 30 km vor dem See regnete es mächtig und wir machten Bekanntschaft mit einer kenianischen Besonderheit.
Wir fuhren über eine Brücke, aber natürlich gab es da keinen Fluß. Ca. 2 Km weiter stießen wir dann auf einen Fluß, eine Furt, die durch den inzwischen aufgehörten Regen einen sehr hohen Wasserstand hatte und sehr breit war. Wie gesagt, wir fuhren nicht auf einer Nebenstraße sondern auf einer Hauptverkehrsstraße. Im Wasser stand schon ein kleiner Bus, der gerade von einem Traktor abgeschleppt wurde. Auf unserer Seite standen mehrere Jugendliche, die Gimo mit seinen Landrover durch die Furt führen wollte. Gimo erklärte uns, dass diese im Wasser absichtlich Löcher graben, um die Fahrzeuge auf die andere Seite zu führen und dafür natürlich eine " Belohnung " erwarten. Wer sich nicht helfen läßt, um das Geld zu sparen, bleibt dann oft im Wasser stecken. Da dies aber die Heimat von Gimo ist, kannte er natürlich die Jugendlichen und er versprach Ihnen einen Lohn bei der Rückfahrt.
Die Jugendlichen achtetet darauf, daß keine Fotos gemacht werden, leider keine Bilder, konnte nur mit dem Camcorder im Auto filmen.

Der gesamte Tag war somit ein " reiner " Fahrtag, aber sehr eindrucksvoll die Menschen und die Landschaft. Gegen 16.45 Uhr erreichten wir dann den Lake Baringo, die Überfahrt zur Insel Ol Kokwe und unserem Zeltcamp war dann Abenteuer pur, aber darüber berichte ich im Teil 5.
( Vielleicht nochmal zu den Kosten, während unserer gesamten Safari hatten wir kaum zusätzlich Kosten, die gesamte Verpflegung und die Wasserflaschen im Fahrzeug waren inklusive. Das meiste Geld gab ich für eine Speicherkarte aus, die ich in einer Lodge in der Massai Mara kaufen mußte, da wir zu knapp kalkuliert hatten. )

Kwaherni ( Auf Wiedersehen ) Günter



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2

18.11.2008, 19:22

Kenia

Hallo Günter

dieser Kenia-Teil schließt bruchlos an die anderen Teile an. Darum kein großes Herumgelabbere: wieder ein ausgezeichneter und inforativer Bericht (habe ich ja schon ein paarmal geschrieben) - absoult erste Klasse. Schön für uns, dass Du Dir soviel Mühe und Arbeit machst.

A)d A)d A)d (von drei Möglichen)

YaWo

3

18.11.2008, 19:55

Kenia

Hallo Günther

Alle 4 Berichte sind einsame Klasse! A)d
Die Arbeit und Mühe, die dahinter steckt, ist unübertrefflich! A)d

Wenn ich mal etwas älter bin, werde ich auch auf eine Safari gehen.
Danke, dass du uns an deiner Reise teil haben lässt :thankyou: :hutab:

Liebe Grüsse

Kirsten/Engel

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4

19.11.2008, 06:48

Kenia

Hallo Günter,

Du hast uns wieder in beeidruckender Weise von Deiner Reise erzählt.

Es ist immer wieder ein Genuß A)d

LG Monika 00000011
Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet.

J.W.Goethe

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5

03.12.2008, 17:58

Kenya

Hallo Günter

Und wieder was gelernt, wußte garnicht das das Wort Kenya auf den Vogel Strauß

zurückzuführen war. Der Bericht mit den Bilder gefällt mir sehr gut.

LG
Siggi
In der Fremde erfährt man mehr als zu Hause.
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03.01.2009, 17:54

Kenia Teil 4

00000011 00000011 00000011 00000011
Die großen Ereignisse, das sind nicht immer unsere lautesten, sondern unsere stillen Stunden :love:
(Friedrich Nietzsche)

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03.01.2009, 17:59

Kenia Teil 4

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Hut ab!!!

auch dieser Teil Deines Reiseberichtes ist wieder trotz 'Fahrtags' ein Leseerlebnis....

Es muss einfach herrlich gewesen sein, Tag für Tag diese großen Ereignisse hautnah zu erleben!!

Dein Schreibstil gefällt mir und fesselt mich...

Ich bin schon auf die Fortsetzungen sehr gespannt !!!

Für heute muss ich erst einmal 'das spannende Buch' zuschlagen... aber sobald ich wieder Zeit zum Lesen habe, nehme ich es wieder zur Hand!!

Liebe Grüße
Sonnenstunden
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8

04.01.2009, 10:30

Kenia

Ich kann mich nur anschließen - wieder ein sehr persönlich erzählter Teil einer tollen Reise. Die Anekdoten machen das ganze sehr privat - und das ist, wie ich finde, ein begeisternder Schreibstil. Daher lese ich deine Berichte äußerst gern. A)d