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  • »günterfr« ist der Autor dieses Themas

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1

26.11.2008, 21:26

Kenia Teil 5 - Lake Baringo, Lake Bogoria und Lake Nakuru

Im fünften Teil unserer Kenia Safari sind wir für drei Tage an den Seen im Rift Valley.
Der Lake Baringo liegt im nördlichsten Teil des Rift Valley. Dieser See ist neben dem Lake Naivasha der einzige Süßwassersee, von Touristen wird er relativ wenig frequentiert. An den Ufern des Sees befindet sich als einzige Ortschaft Kampi ya Samaki, ein verschlafenes " Nest " ohne Infarstruktur. Wie im vierten Teil beschrieben erreichten wir den See nach Regenfällen und einer abenteuerlichen Straßenfahrt. Da unsere Unterkunft das Island Camp auf der Insel Ol Kokwe mitten im See war ( siehe Hotelberwertung ) fuhren wir zur Ablegestelle ca. 2 km nördlich von Kampi ya Samaki. Der Safarianbieter sprach von einer Fährverbindung zur Insel, ihr könnt Euch aber unsere Überraschung vorstellen, als wir ( 4 Touristen ) die " Fähre " sahen. Es war ein einfaches Ruderboot, nur das wir nicht rudern mußten, sondern ein Außenbordmotor mit einem " Schiffsführer " vorhanden war. Als wir mit unserem kompletten Gepäck im Boot saßen, sank dieses immer tiefer, Entfernung zur Wasserlinie ca. 15 - 20 cm. Zu unserer Sicherheit mußten wir noch Schwimmwesten anlegen, und dann ging es los. Der See ist mit der roten Erde aus der Umgebung verschlammt, er hat eine tiebraune Farbe, dazu kam Wellengang und Wind. Im See leben Hippos und Krokodile. Wir merkten, dass die Schwimmwesten tatsächlich notwendig waren. Beim Anfahren und auf den ersten 500 m spritzte uns dann das Wasser voll ins Gesicht, wir waren total nass, ich konnte gerade noch die Foto- und Kameratechnik unter die Regenjacke halten. Das war Abenteuer pur und von der 25 minütigen " Überfahrt " gibt es kaum Bilder - nasse Objekltive.( in der DVD sind die abenteuerlichen Bedingungen der Fahrt zur Insel erkennbar )
Da wir ziemlich spät dran waren, wurden wir an der Insel schon erwartet. Anlegestelle und Bootsteg total überschwemmt, da der See im September starkes Hochwasser führte. " Anlandung " an der eigentlichen Treppe und dann " hochkraxeln ". Im gesamten Insel Camp waren mit uns nur sieben Gäste, himmlische Bedingungen. Der See ist für Vogelliebhaber ein Geheimtipp, hier gibt es über 450 Arten, darunter Löffler, Schreisseeadler, Ibisse. Kronenkraniche, Bienenfresser usw. Wir unternahmen nach unserer Ankunft und am frühen Morgen eine Rundfahrt um die Insel und auf dem See. Die Vogelbeobachtungen waren einmalig, dazu kam, das wir allein und damit völlig ungestört mit unserem Führer aus dem Camp unterwegs waren. Hier gelangen uns auch die Aufnahmen des jagenden Schreiseeadlers, die ihr im Album Kenia seht.



Nach einer eindrucksvollen Nacht im luxeriösen Zelt unter afrikanischem Sternenhimmel und den Geräuschen des Sees ließen wir uns um 05.30 Uhr wecken, um die aufgehende Sonne über dem See zu beobachten. Nach einer morgendlichen Rundfahrt verließen wir die Insel. Außer zwei " Fischern ", die auf einer Art Glasbodenboot ( zusammengefügte Bretter mit Sichtfenster ) saßen und mit den Armen " ruderten " war der See menschenleer. Eine Idylle, wir beobachteten nochmals einen Schreiseeadler und entdeckten an den Ufern in der Nähe der Anlegestelle mehrere Hippos im Wasser. Unser Guide aus dem Inselcamp fuhr mit dem Boot bis auf einen Sicherheitsabstand heran, ließ aber den Außenbordmotor laufen. Von diesen Kolossen sahen wir nur die Köpfe, den sie mit den Ohren spielerisch bewegten. Es ist unglaublich, das diese Tiere für den Menschen die gefährlichsten in Afrika sind, sie werden ständig unterschätzt.
Am Ufer wartete schon Gimo mit seinem Landrover und wir fuhren nach Nakuru, mit einem mehrstündigen Zwischenstopp am Lake Bogoria.

Der Lake Bogoria ist ein 20 qkm großer, flacher Salzwassersee. Auch dieser See wird von Touristen sehr wenig frequentiert. Nach Passieren des Eingangsgate des Lake Bogorias Nationalparks fährt man ca. 20 km auf einer Buckelpiste an den Ufern des Sees entlang und erreicht dann die berühmten heißen Quellen, aus dem Boden sprudelnde heiße Geysire. ( siehe Foto )



Da es im Nationalpark keine Großkatzen gibt, konnten wir das Fahrzeug verlassen und an den Ufern entlang laufen. Bei 35 Grad Hitze durch heißen Waserdampf laufen - Prinzip Dampfsauna.
Im seichten Ufer dieses sodahaltigen Sees stehen tausende Zwergflamingos, dieser See ist Ausweichquartier für die Millionen von Flamingos des Lake Nakurus, wenn dieser austrocknet. Auch die Uferlandschaft ist wildromantisch, Dornenbüsche, Felsen und Trocksavanne. Wir sehen neben den Flamingos Zebras, Antilopen und riesige Schildkröten. Die hier beheimateten Kudus konnten wir leider nicht entdecken. Bei dieser rauhen, aber schönen Landschaft mit interessanten Tierbeobachtungen war es für uns völlig unklar, das dieser Nationalpark so wenig frequentiert wird. Bis auf zwei Vogelbeobachter waren wir die einzigsten Besucher im Park und darüber waren wir nicht böse. Kleine Episode - auch wenn nach 6 Stunden die Blase " drückt " und man sich sicher fühlt, geht niemals hinter Büsche , die empfindlichen Körperstellen sind nicht mit Mückenschutzmittel behandelt, die Moskitos haben sich gefreut ....

Wir fuhren weiter nach Nakuru, die drittgrößte Stadt Kenias. Hier wird der Begriff Verkehrschaos neu definiert. In einer Bank wollten wir Geld tauschen, am einzigsten geöffneten Schalter warteten mindestens 50 Menschen - Pech gehabt.
Der Lake Nakuru Nationalpark grenzt unmittelbar an die Stadt. Er ist der kleinste Nationalpark Kenias und berühmt wegen seiner Millionen Zwergflamingos, die sich in den flachen Uferbereichen des ca. 200 qkm großen Sodasees aufhalten. Eine weitere Besonderheit ist die Population an Spitz- und Brfeitmaulnashörnern in diesem Park. Aus diesem Grund ist der Park zum Schutz vor Wilderern komplett eingezäunt, die Dichte an Rangern ist sehr hoch. Leider ist dieser Park sehr stark frequentiert. Dies sahen wir schon bei unser Ankunft in der Lake Nakuru Lodge, unsere Unterkunft. Hier standen eine Unmenge von Minibussen und Jeeps. In einer Bewertung dieser Lodge spricht man von " Mc. Donalds in der afrikanischen Wildnis " - dies wird dieser Lodge nicht gerecht. Auch diese Lodge hat ihr eigenes Flair mit sehr schönen Bungalows, einer tollen Lage auf einem Hügel und einem riesigen Garten mit Pool. Ihr Nachteil ist ohne Zweifel, dass sie sehr stark von Tagesbesuchern des Parks frequentiert wird und dadurch irgendwie Hektik verbreitet.
Unser Mittag nahmen wir gegen 14.30 Uhr im Freien ein, mit Blick auf ein Wasserloch mit vielen Gazellen und Antilopen. Den gesamten Tag war schon eine drückende Hitze, jetzt zog sich der Himmel aber bedrohlich zu. Wir erreichten gerade noch unseren Bungalow, als ein schweres Gewitter mit Starkregen und massiven Hagel begann. Alles hatten wir in Afrika erwartet, aber keinen Hagel, es war September - keine Regenzeit.
Unser Nachmittagspirsch sahen wir schon davon schwimmen, wir hatten aber Zeit zum Tagebuch schreiben. Nach einer Stunde ließ der Regen nach und plötzlich erschien Gimo, der uns aufforderte, zum Fahrzeug zu kommen. Bei leichtem Regen, aufsteigenden " Wasserdampf " und über verschlammte Pisten begann unsere Pirschfahrt. Wir hatten zum Glück einen Geländewagen mit Differentialsperre und konnten so an den stecken gebliebenen Minibussen vorbeifahren. Wir sahen mehrere Spitzmaulnashörner, ein sich im Schlamm wälzendes Breitmaulnashorn, Rothschildgiraffen, unzählige Wasserbüffel und die " üblichen " Antilopen und Gazellen. Durch den Regen, den Dunst und die einbrechende Dunkelheit war das Licht zum Fotografieren sehr schlecht, einige Fotos aber im Album Kenia. Das schönste an dieser Pirschfahrt waren die Fahrkünste von Gimo, nach der Ankunft in der Lodge mußte er nochmals los, um mehrere Fahrzeuge zu befreien.

Am nächsten Morgen hatte Gimo sehr früh Frühstück organisiert, er drängte zur Eile, wir sollten mit den ersten Sonnenstrahlen am See sein, bevor sich der Himmerl wieder zuzog. Noch heute müssen wir Gimo für diese Eile danken, die Beobachtungen am Ufer des Lake Nakuru zählten zu den eindrucksvollsten unserer Safari. Wir waren das zweite Fahrzeug am See, die anderen kamen erst nach einer Stunde, als wir wieder abfuhren und die Sonne verschwunden war.
Wir konnten aussteigen und zum Ufer gehen. Hier standen zehntausende Zwergflamingos, in der aufgehenden Sonne schimmerten sie rosa. Mit lautem Spektakel starteten und landeten sie ständig, um ihren Standort im Wasser zu wechseln. Unsere Canon war ständig im Einsatz, der Camcorder lief durchgängig. ( siehe Foto )



Daneben gelangen uns noch andere Aufnahmen ( Nimmersatt - siehe Album Kenia ). Mit dem Verschwinden der Sonne hinter der dichten Wolkendecke verlor auch das Schauspiel der Flamingos an Schönheit und Gimo drängte zum Aufbruch. Vor uns stand die lange Fahrt in die Massai Mara, den berühmtesten Nationalparks Kenias, über den ich im Teil 6 berichten werden.






I

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26.11.2008, 21:41

Kenia Teil 5 - Lake Baringo, Lake Bogoria und Lake Nakuru

Hallo Günter

wie von Dir gewohnt wieder ein ausgezeichneter und ausführlicher Kenia-Bericht. Hat mir sehr gefallen. Gratuliere: ist mitunter das Beste, was es hier im Forum gibt.

Darum (wie immer für Dich)
A)d A)d A)d
(von 3 möglichen)


YaWo

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04.12.2008, 22:26

Kenia Teil 5 - Lake Baringo, Lake Bogoria und Lake Nakuru

Hallo Günter

Super wieviel arbeit Du Dir gemacht hast, da es in Kenya auch Geysire gibt, ist neu für mich.

A)d A)d A)d

Liebe Grüße
Siggi
In der Fremde erfährt man mehr als zu Hause.
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04.01.2009, 12:47

Kenia Teil 5

A)d A)d A)d A)d A)d 00000012 A)d A)d A)d A)d A)d

Hallo Günter,

sagenhaft, wie Du es schaffst, mich mit Deinen Reiseerlebnissen zu fesseln!!

A)d A)d A)d A)d A)d A)d

Auch Teil 5 ist wieder so voller abenteuerlicher Erlebnisse und Spannung,
dass ich sogar mein Essen fast auf dem Herd vergessen hätte...

:-(

Eindrucksvoll und lebendig ist Dein Schreibstil...
Ich erlebe das Abenteuer Kenia, als sei ich dabei gewesen...

:--) :--) :--) :--) :--) :--) :--)

Großes Kompliment und ***** von mir auch für diesen Bericht!
Die Fotos dazu sind lebendig und ausdrucksvoll! Einfach Spitze!!

00000011 DANKE! 00000011


Liebe Grüße
Sonnenstunden
00000011
Die großen Ereignisse, das sind nicht immer unsere lautesten, sondern unsere stillen Stunden :love:
(Friedrich Nietzsche)

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08.01.2009, 11:00

Kenia Teil 5

Es ist wirklich toll, dass du uns auf diese Art und Weise an euren Reiseerlebnissen
teil haben lässt. Auch Teil 5 deiner Erzählung ist wieder sehr interessant verfasst -
klingt wirklich abendteuerlich die Überfahrt zu dem Camp mitten im See.
Ihr scheint einen tollen Guide gehabt zu haben -
wenn er so tolle Plätze ausfindig macht und euch zur richtigen Zeit hinbringt.


Gruß 97erspeedy

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6

09.01.2009, 14:55

Kenia Teil 5

....da ist doch tatsächlich ein Teil an mir vorbei gegangen.....

Auch Teil 5 habe ich wieder verschlungen. Du hast eine tolle Schreibweise, mit der

Du uns an Deinen Abenteuern teilhaben läßt.

Ganz große Klasse A)d A)d A)d

LG Monika 00000011
Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet.

J.W.Goethe