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  • »yaWo« ist der Autor dieses Themas

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29.11.2008, 17:31

Reiseparadies Thailand

Thailand ist eines der Ideal-Länder für Touristen: traumhafte Strände, sagenhaftes Essen, goldglänzende Kultur, freundliche Menschen, Luxushotels, schöne Naturschutzgebiete und eine perfekte touristische Struktur. Für uns (selbst für mich, der ich schon mit meiner Frau unzählige Male in Thailand war) kaum vorstellbar, was da momentan im Lande passiert. Für die meisten Europäer ist es recht schwierig, die Tatsachen richtig einzuordnen, zumal die deutschen Medien wenig dazu tun, die Hintergründe klarzustellen. Daher hier ein Versuch: zur Erklärung:

Das Problem begann mit den Wahlen im Jahr 2001, bei denen der Aufsteiger und Milliadär Thaksin Shinawatra die Wahlen gewann und Premierminister wurde. Thaksin kommt aus relativ bescheidenen Verhältnissen und machte sein Vermögen bei der Einführung des Mobilfunks und der Satellitenübertragung in Thailand. Schon 1995 bis 1997 war er stellvertrtender Ministerpräsident.

Nach 20001 gewann er auch 2005 erneut die Wahlen. Hauptpfeiler seiner Politik war die Eindämmung des wirtschaftlichen Einflusses von Ausländern (die dürfen kein Grundeigentum erwerben oder sich an thailändischen Firmen mehrheitlich beteiligen), dieFörderung der ärmeren Bevölkerung Thailands (durch Vergabe von Mini- und Kleinkrediten und durch Einführung eines billigen, allgemeinen Krankenversicherung, die durch eine Grundsteuer von 0.5 bis 3 % finanziert werden sollte - bisher gibt es weder Krankenversicherung noch Grundsteuer in Thailand). Wie jeder andere Ministerpräsident in Thailand nutzte er natürlich - das ist dort allgemein üblich - seine Stellung aus, um seinen Reichtum zu mehren. Wie bei jedem anderem Premierminister oder jeden Militärregeirung gab es unter ihm zahlreiche Menschenrechtsverletzungen (speziell im Bürgerkreig in Südthailand) - Amnesty International listet sie auf, aber unter seiner Regierung war kein signifikanter Anstieg zu verzeichnen. Nach einem Verkauf seines Konzerts Shin Corp. für 2 Mrd. US $ mußte er keine Steuern zahlen, da vorher die Gesetze entsprechend geändert wurden (auch keine Neuerung in Thailand, dessen Politiker seit Einführung der Demokratie durch und durch korrupt waren).
Dabei darf man in Thailand prinzipiell nicht mit europäischen Maßstäben messen: Miltär, Bürokratie, Polizei und Justiz sind in diesem Lande absolut korrupt - so schaffen es Verfassungsrichter immer wieder trotz ihren relativ armseligen Gehältern innerhalb von ein, zwei Jahren mehrfache (Dollar-)Millionäre zu werden.

Nachdem die parlamentarischen Oppositionsparteien ihn daraufhin unter Druck setzten und Neuwahlen verlangen, verkündete Thaksin Neuwahlen für den 2.4.2006. Die Opposition boykottierte die Wahlen und Thaksin gewann wiederum die Wahlen. Da die Wahlen angeblich manipuliert waren, erklärte das als absolut korrupt bekannte Verfassungsgericht sie als verfassungswidrig und neue Wahlen wurden für den 15.10.2006 angesetzt. Da die Opposition nach den neuerlichen Prognosen keinerlei Chancen auf einen Wahlsieg hatten und Thaksin wiederum mit großer Mehrheit gewonnen hätte (der größte Teil Thailands stand und steht auch heute noch hinter Thaksins Partei), putschten am 19.9.2006 die Militärs, lösten das Parlament auf, setzten die Verfassung ausser Kraft, führten das Kriegsrecht ein, hoben Pressefreiheit und Versammlungsrecht auf und führten die Militärgerichtsbarkeit ein. Der König sicherte den Putschisten seine Unterstützung zu. Ende Mai 2007 wurde dann vom Verfassungsgericht dann angeblicher Wahlbetrug Thaksins festgestellt und Thaksins Vermögen beschlagnahmt, seine Partei aufgelöst und allen Parlamentmitgliedern seiner Partei die politische Arbeit verboten (das Militärregime hatte zuvor ein neues Gesetz erlassen, dass eine Partei aufgelöst würde und jeder Parlamentarierer Berufsverbot bekäme, wenn auch nur einem einzigen Parteimitglied nachgewiesen wird, dass er korrupt sei)

Warum? Die alte Elite aus der unantastbaren Monarchie, dem mächtigen Militärs, der Bürokratie, der Justiz und vor allem der fünf reichsten alten Familien Bangkoks verloren immer mehr an Einfluss und steht dem "New Deal" Thaksins feindlcih gegenüber. Die Hauptkritikpunkte sind die geplante Einführung einer sehr milden Grundsteuer und die Einführung der Krankenversicherung (es wurde behauptet, dies sei Korruption, da sie nur zum Stimmenkauf der armen Bevölkerung im Norden und Nordosten Thailands diene).

Das Militärregime versagte in den nächsten Monaten wirtschafltich vollkommen, die Korruption nahm weiter zu, die Wirtschaft brach ein, so dass sie gezwungen war, im Dezember 2007 neue Wahlen anzusetzen, die die Thaksin-treue Partei PPP haushoch gewann. Samak Sundaravej wurde Premierminister. Ab Mai 2008 formierten sich die Gegner der PPP (die PAD) und besetzten die Flughäfen von Phuket, Krabi und Hat Yai. Das Verfassungsgericht erklärte nun den Premierminister Samak Sundaravej wegen Korruption und verbotener Nebentätigkeit für abgesetzt, da er in seiner Freizeit einmal als Fernsehkoch aufgetreten war und 5000 Baht (etwas 110 Euro)
Aufwandentschädigung erhalten hatte (zur gleichen Zeit legte ein Journalist Dokumente vor, die Bestechungsgelder in Millionenhöhe auflisteten, die Verfassungsrichter erhielten - er wurde daraufhin wegen Beleidigung des Königshauses angeklagt und erwartet nun eine mehrjährige Haftstrafe). Somchai Wongsawat wurde der Nachfolger von Samak Sundaravej. Nach der Wahl des Premierministers wurden die Proteste der Opposition fortgeführt, die jetzt bis zur Besetzung des Parlaments und der beiden Flughäfen Bangkoks geführt haben.

Was will die Opposition?
Die Opposition hat sich in der PAD zusammengeschlossen. Die PAD ist keine Partei und ist nicht gewählt, hat auch nur einige Tausende Unterstützer, allerdings die reiche Oberschicht Bangkoks. Dies zeigen auch die Demonstrationen der lezten Wochen: zu den Demonstrationen der PAD kamen maximal 20000 Menschen, zu den Solidaritätskundgebungen zugunsten der Regierung bis zu 180000. Die Opposition selbst will KEINE Neuwahlen, da sie keinerlei Chancen hätte, die Wahlen zu gewinnen. Sie will den Sturz der Regierung, gegebenenfalls mit Hilfe der Militärs. Die Opposition will eine "neue" Demokratie mit Verfassungsänderung einführen, in der nur noch 30% der Parlamentarier durch das Volk gewählt, der Rest durch die reichen Eliten, durch das Königshaus, durch die Bürokratie, die Justiz und vor allem durch das Militär besetzt würden. Die wunderbare Begründung: die arme Bevölkerung sei zu ungebildet, sprich: zu dumm, um zu wählen und würden nur ihre Stimmen verkaufen (eigener Kommentar: was bisher allerdings nie gestört hatte, wenn sie "richtig" gewählt hatten). Da sie von der Hochfinanz unterstützt werden, haben die PAD fast unbeschränkte Geldmittel zur Verfügung.

Nachdem die bisherigen Aktionen keinen Erflog gebracht haben, läuft momentan die Politik der Opposition darauf hinaus, einen neuen Miltärputsch zu provozieren. Dies erklärt auch die Zurückhaltung der Regierung - sie hat nur die Polizei als Unterstützung und selbst diese Unterstützung ist sehr wackelig (z.B. wurde am 28.11.2008 der Polizeichef abgesetzt, da er sich weigerte, gegen die Demonstranten vorzugehen). Einzelne Sprecher der Armee hatten die Regierung mehrmals gewarnt, die Besetzungen von Parlament und der zwei großen Bangkoker Flughäfen mit Gewalt zu beenden, da sie dann gegen mit die Regierung vorgehen müßten und drohten einen militärischen Angriff auf die thailändische Polzei an (man muß sich das mal vorstellen, was in Deutschland passieren würde: eine oppositionelle Truppe besetzt den Reichstag, Merkelchen muss sich - wie der thailändische Premierminister - durch einen Sprung aus dem Fenster retten, dann wird der Flughafen von Frankfurt besetzt, mehrere Menschen werden getötet und zusammengeschlagen und die Polizei und die Armee weigert sich, gegen die Demonstranten vorzugehen). Der Armeechef fordert u.a., den Rücktritt der Regierung, da sie bei der Verteidigung des Parlaments gegen die Besetzung zu "hart" vorgegangen sei, sie setzt sogar Militärpolizisten zur Unterstützung der PAD und einen ranghohen Militär als "Sicherheitsberater" bei der PAD-Führung ein.

Die gewalttätigen Übergriffe der PAD sind in zahlreichen Videos und Zeugenaussagen dokumentiert (es wurde bisher ein Mensch getötet, mehrere andere krankenhausreif geprügelt), aber bisher wurde noch keine Anklage erhoben - die Justiz schweigt und weigert sich Verfahren gegen die Besetzer von Parlament und Flughäfen Suvarnabhumi und Don Mueang einzuleiten (zur Erinnerung: der vorhergehende Premierminister mußte wegen einer Kochshow zurücktreten).

Die Monarchie selbst hat zumindest Flagge gezeigt: Königin Sirikit hat sich demonstrativ auf die Seite der PAD gestellt (der momentane Armeechef ist einer ihrer politischen Schützlinge), eine Prinzessin hat die Aktionen der Demonstranten gerügt. Der König schweigt - er ist schon 81 und vielleicht auch gar nicht mehr fähig zu einer Entscheidung.

Trotz aller Gewaltaktionen der PAD weigert sich das Militär noch zu putschen - es gibt noch immer größere Teile in der Armee, die einen Putsch ablehnen. Im Augenblick geht die Taktik in zwei Richtungen: die Opposition versucht die Regierung immer mehr mit Gewalt und Gesetzesübertretungen zu provozieren, die Regierung versucht zu taktieren und auszuweichen und den wahren Charakter der Oppositionsbewegung klar zu machen, andererseits hat das Militär bereits Verfahren eingeleitet, um Offiziere aus dem Verkehr zu ziehen, die vor einem Militärputsch gewarnt haben und Widerstand androhten. In der PAD wurden die "seriöse" Demonstranten gegen gekaufte Schläger und Mitglieder aus der Bangkoker kriminellen Szene ausgetauscht.

Heute wurde ein Polizist beim Suvarnabhumi-Flughafen von der PAD gekidnapt und als Geisel genommen. Die von der Armee finanzierte Zeitung "Nation" nennt diese Geiselnahme eine "Verhaftung". Die Bangkokpost berichtet, dass die Armee mehrere LKWs mit schweren Waffen zum Flughafen Suvarnabhumi gebracht hat. Schon vor Wochen hatten Geheimdienstleute gewarnt, dass die PAD planen würde, den Flughafen Suvarnabhumi und das Parlament zu sprengen und niederzubrennen, um einen Militärputsch mit allen Mitteln zu provozieren. Ein Großeinsatz der Polizei ist einerseits wegen des Drucks durch die Armee und der unzureichende Ausrüstung der Polizisten nicht sehr wahrscheinlich (das Monopol für die innere Sicherheit haben sich die Militärs schon seit Einführung der Demokratie gesichert). Aus dieser Situation heraus erklärt sich die Unfähigkeit der Regierung und der Polizei mit den Demonstranten fertig zu werden.

Aufgrund der inneren Widersprüche in der Armee bestehen nun Anstrengungen der Armee, die Justiz zu veranlassen, am 2. oder 3. Dezember (also vor dem Geburtstag des Königs am 5. Dezember) den Premierminister und die Regierung abzusetzen und ihnen die politische Betätigung zu verbieten. Dazu wurden sämtliche Verfahrensregeln ausser Kraft gesetzt, zum Beispiel gibt es keine Beweisaufnahme und keine Zeugenbefragung.

Immerhin ist die Reaktion der Welt relativ eindeutig: die Opposition wird als terroristische Bewegung bezeichnet, die meisten Staaten und Menschenrechtsorganisisation missbilligen das Vorgehen von PAD, Armee und Justiz und fordern die Rückkehr zu rechsstaatlichen demokratischen Verhältnissen (man muss nur einmal die Protestnoten der USA und der EU lesen, die es in solcher Deutlichkeit selten gibt)

Die Frage ist: was passiert, wenn das Militär putscht. Hochrangige Professoren der Thammast Universität in Bangkok sehen die Gefahr, dass sich die ärmere Bevölkerung wehren wird und warnt vor dem Ausbruch eines Bürgerkriegs. Für die Armee wird dieser Putsch nicht so einfach wie der von 2006: damals konnte man den Soldaten noch erzählen, es ginge um die Beseitigung einer korrupten Regeirung. Diesmal ist es anders: den Thailändern ist es klar geworden, dass es hier um einen brutalen Verteilungskampf der Mächtigen Thailands auf ihre Kosten geht. Selbst wenn der bisher sakrosankte König zum Frieden aufrufen würde, ist es fraglich, ob er gehört werden würde: durch sein Schweigen in den letzten Wochen hat er bei vielen Thais die Wertschätzung verloren, die er sich in Jahrzehnten erworben hat (übrigens auch bei mir auch) - ein entscheidender Wendepunkt für viele waren die Fernsehbilder die zeigten, wie ein PAD-Terrorist unter dem Bild des Königs auf unbewaffnete Gegendemonstranten schoss.

Was haben die Aktionen der PAD bisher bewirkt?
Die thailändische Industrie schätzt den Schaden durch die Krise auf etwa 57 bis 85 Mio. $ am Tag. Die Tourismusindustrie warnt vor einem Rückgang der Gästezahlen im kommenden Jahr um 40 Prozent, bisher kamen (je nach Quelle) 17% bis 30% weniger Touristen. Thailands Zentralbank sagte, dass die Tourismusindustrie, ein Schlüsselfaktor der thailändischen Wirtschaft, 4,28 Milliarden US-Dollar oder 1,5% des Bruttoinlandsproduktes verlieren werde. Die Bangkokpost meldete, dass durch die Besetzung des Flughafen Suvarnabhumi alleine eine Million Thailänder arbeitslos geworden seien (Suvarnabhumi ist das Dreh- und Handelszentrum Südostasiens - 80 % aller Waren für Burma kommt am Suvarnabhumi an, fast ganz Laos und Kambodscha wird von Suvarnabhumi aus versorgt). Allein die Versorgung der festgehaltenen Touristen kostet die Thailänder ca. 1 Milliarde Baht. Für das nächste Jahr erwartet die Bangkokpost, dass alleine 1 Million Beschäftigte im Tourismussektor entlassen wird.

Urlaub in Thailand?
Mein Tipp: momentan nicht. Thailand schafft es auf die Liste der 20 gefährlichsten Orte in der Welt, wie sie von dem englischen "Telegraph" veröffentlicht wird. Nach Irak, Afghanistan, Süd-Afrika, Jamaica, dem Sudan, folgt Thailand.

Hinweis:
Diese kurze Beschreibung soll nicht die ehemalige Thaksin- oder die jetztige Regierung in den Himmel heben. Zweifelsohne sind beide (wie alle bisherigen Regierungen in Thailand) korrupt und an Menschenrechtverletzungen schuldig, aber die thailändische Bevölkerung hat diese Regierungen gewählt, obwohl sie korrupt ist und sie aus bestimmten Gründen den anderen korrupten Parteien vorgezogen.

YaWo


Nachtrag: Ich liebe Thailand, es ist eines meiner liebsten Reiseländer, trotzdem sollte man nicht die Augen vor den Realitäten verschließen - meine Zuneigung zu dem Land hat aber auch nichts, gar nichts mit den politischen Verhältnissen dort zu tun.



werner510

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29.11.2008, 18:21

Reiseparadies Thailand

Hallo Dieter,

Danke für diesen sehr aufschlussreichen und überzeugenden Bericht.

Ich bin ja schon lange zu der Überzeugung gekommen, dass die Regierungen der Welt und die sog. Eliten alle korrupt sind.
Auch in der Finanzkrise wird doch ein großes Rad gedreht!

Das Volk (Stimmvieh) lässt viel mit sich machen, aber wenn es überhaupt keine Aussichten auf ein gutes Leben hat,
kommt es zu solchen Exzessen, wie jetzt in Bangkok.

Es tut mir für Thailand und die thailändische Bevölkerung leid, was jetzt passiert.

Ich habe das Land und die Menschen auch kennen und lieben lernen dürfen.
Ich bin jetzt froh, dieses wunderbare Land auch einige Male besucht zu haben.
LG.

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30.11.2008, 21:10

Sawadee Dieter,

herzlichen Dank für diesen aufklärenden Bericht. Auch wir haben dieses herrliche Land mit den wunderbaren Menschen schon fünfmal besucht und waren immer wieder begeistert von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Thais. Ich hoffe, dass sich die Verhältnisse bald wieder stabilisieren und es eine friedliche Lösung für alle Beteiligten gibt.

Günther

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01.12.2008, 20:45

Reiseparadies Thailand

Hallo Dieter !
Echt Klasse Bericht !
A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d
Gruss Feinschmecker
»feinschmecker« hat folgende Bilder angehängt:
  • Bangkok 2006 April 063.jpg
  • Bangkok 2006 April 123.jpg
Probiere jeden Tag etwas Neues aus ! Schließlich wurde uns das Leben gegeben um es zu entdecken , und ewig dauerts nun mal nicht .
Ruth Gordon

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01.12.2008, 21:22

Reiseparadies Thailand

Zum eigentlichen Stimmungsbild in Thailand:

In einer von der Bangkoker Chulalongkorn-Universität vor drei Monaten durchgeführten repräsentativen Umfrage (also vor den gewaltätigen Bestzungen der PAD) lehnten sieben von 10 Befragten die Sommerblockaden ab und nur fünf Prozent befürworteten einen Militärcoup zur Absetzung
Samak Sundaravej (die Chulalongkorn-Universität ist die älteste und einflußtreichste Universtität Thailands).
Nach letzten Berichten sollen bei kleineren Umfragen (nicht
repräsentativen) Umfragen der Universität zwischen 90 und 95% der Befragten erklärt haben, die Aktionen der PAD ablehnen. Selbst in Bangkok, wo bisher viele Menschen die PAD unterstützten schwindet nach Aussagen der Politologen die Zustimmung für die Demonstranten/Terroristen. Einer der wichtigsten Erkennntis dieser Umfagen ist aber, dass das Vertrauen in das Königshaus rapide sinkt - so wie niemand es erwartet hätte - und das Königshaus war bisher eigentlich immer der einzige stabile Pfeiler in Thailand.
Selbst die konservativen Zeitungen "Bangkokpost" und "Nation", die den "alten" Clans Bangkoks gehören und die bisher eigentlich immer pro PAD waren, schreiben inzwischen teilweise ausgesprochen kritisch über die PAD.

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02.12.2008, 16:07

Reiseparadies Thailand

Hallo YaWo,

danke, dass Du uns an Deinem Hintergrundwissen teilhaben läßt. Der Bericht ist

sehr aufschlußreich und informativ. Hoffentlich wird dieser Konflikt schnell und ohne

weitere große Unruhen beendet.

LG Monika 00000011
Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet.

J.W.Goethe

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02.12.2008, 18:22

Reiseparadies Thailand

In Thailand geht die Farce weiter: Das korrupte Verfassungsgericht hat unter Schutz von schweren Waffen der Armee die Peoples Power Party, des Wahlbetruges, für schuldig befunden und aufgelöst (obwohl alle internationalen Wahlbeobachter gerade diese Wahlen als die saubersten der letzten 40 Jahre bezeichnet hatten). Deren Führungsmitglieder werden mit einem Berufsverbot von 5 Jahren belegt. Das gilt auch für den amtierenden Premierminister Somchai Wongsawat. Nach dem Urteil wird das Parlament aufgelöst werden müssen und der Premierminister zurücktreten.

Um die PPP verbieten zu können, hatte das Verfassungsgericht alle Verfahrensregeln geändert und eine Beweisaufnahme und Zeugenaussagen NICHT zugelassen. In einem anderen Verfahren ebenfalls wegen Wahlbetrug gegen die Democrat Party, einem Mitglied der PAD (deren Ziel es ja war, die Regierung zu stürzen), werden hingegen die Verfahrensregeln eingehalten - ein Urteilsspruch ist für Ende 2009 angekündigt.


Wie wird es weitergehen?
Einer der bekanntesten Politologen Thailands, Thitinan Pongsudhirak (Direktor des Institute of Security and International Studies, Faculty of Political Science, Chulalongkorn University Bangkok), schreibt in einem Kommentar: "Dies (das Urteil, YaWo) wird das Ergebnis haben, dass die PAD isoliert werden wird, während es den Ruf und den hohen moralischen Anspruch der UDD (United Front for Democracy Against Dictatorship, die Unterstützungorganisiation der jetzt verbotenen Peoples Power party, YaWo) unterstreicht. Es wird eine furchtbare Ironie für die scheinbar unantasbaren PAD-Führer und ihre Unterstützer sein, wenn sie kurzsichtige Gefechte gewinnen, aber den langfristigen Krieg verlieren werden. Sie arbeiten dem abgesetzten und verurteilten Premierminister Thaksin Shinawatra ungewollt in die Hände, und erhöhen seine Chance für ein Comeback. Die UDD weiß genau was sie tut, und was der Untergang der PAD sein wird. Die UDD-Anführer haben ihre Lektion vor zwei Jahren gelernt. Als sie zurück gedrängt wurden, und sich zurückzogen, da erlebten sie den Coup vom September 2006, gefolgt von der Zerstörung der Thai Rak Thai (der Partei Thaksins, YaWo), und die von den Putschisten organisierten neuen Verfassung, die die Verfassungsregeln gegen sie beinhaltet. Trotzdem gewann die UDD durch die People Power Party doch wieder die Wahlen vom Dezember 2007 mit Leichtigkeit. " Er führt weiter aus, dass die PAD in der Übergangszeit eine außerparlamentarische Regierung zusammen mit Armee und Justiz bilden wird und die Gesetze und Verfassung in ihrem Sinne ändern wird. Allerdings erwähnt er, dass dies - im Gegensatz zum letzten Putsch - nicht ohne Gegenwehr der bisherigen Regierungspartei und deren Wähler möglich sein wird und sagt in diesem Falle größere Unruhen voraus, die bis zum Bürgerkrieg eskalieren könnten.

Letztendlich wurde der Konflikt nicht gelöst: alle thailändischen (und europäischen) Politologen und Zeitungen sind sich einig, dass bei "ordentlichen" Neuwahlen hat die PAD keinerlei Chance und eine Nachfolgepartei der heute verbotenen Regierungspartei noch wesentlich mehr Stimmen erhalten würde als bei den letzten Wahlen. Obwohl die PAD beginnt aus dem besetzten Parlament abzuziehen, gibt es keine Entwarnung - die Situation kann immer noch eskalieren. Rückflüge von Touristen von Bangkok aus sind frühestens am 15. Dez. geplant (natürlich nur, solange die lage einigermassen stabil bleibt) - die PAD "erlaubt" (so schreibt die Zeitung "Bangkokpost") vorerst nur Landungen und Starts von Frachtmaschinen.

siehe auch
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,593869,00.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,593919,00.html


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03.12.2008, 11:19

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Die Farce nimmt kein Ende:

Mit der Absetzung der bisherigen gewählten Regierung durch ein dubioses Gerichtsurteil, wurden -
nachdem bereits 2007 schon 111 Politiker ohne der Prüfung einer persönlichen Schuld mit Berufsverbot belegt worden waren, nun weitere 109 Politiker mit Berufsverbot belegt. Trotzdem haben die Regierungsparteien noch immer die Mehrheit im Parlament und wollen einen neuen Premierminister aus ihren Reihen wählen. Daraufhin hat Sondhi, der wichtigste Führer der PAD (People's Alliance for Democracy) hat angekündigt, dass die PAD weiter mit ihren gewalttätigen Aktionen fortfahren wird, wenn die Parlementsmehrheit einen Premierminister aus ihren Reihen wählen wird. Die PAD würde nur auf weitere gewalttätige Aktionen verzichten, wenn eine Regierung aus den Reihen der PAD gewählt würde.

Von Freiheit, Demokratie und Frieden ist Thailand weiter den je entfernt. 50% der Wintertouristen - der Winter ist die Hauptsaison in Thailand - haben angeblich ihre Buchungen bereits storniert. Wahrscheinlich das Beste, das man momentan machen kann.

Apropos: Thai Airways will die PAD auf Schadenersatz in Hohe von 20 Mrd. Baht verklagen, durch die Besetzung des Flughafens hat sie einen Finanzierungsbedarf von 50 Mrd. Baht und ist in ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten. Mehrere Thailänder, darunter Mitglieder der Regierungspartei haben Anzeige gegen die 12 PAD-Führer wegen terroristischer Umtriebe gestellt. Auch wenn es zu keiner Verfolgung und Verurteilung dieser Straftagen kommen wird, zeigt es den Thailändern zumindest deutlich die Parteilichkeit und Korruption innerhalb der Justiz.

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03.12.2008, 11:55

Zitat yawo: Für die meisten Europäer ist es recht schwierig, die Tatsachen richtig einzuordnen, zumal die deutschen Medien wenig dazu tun,
die Hintergründe klarzustellen.

Hallo yawo,
diesen Satz dort oben kann ich nur 10x unterstreichen! Du hast mir wirklich ein völlig neues Bild der Lage in Thailand vermittelt.
Für diesen Spitzenbericht meinen herzlichsten Dank.

Tolles Forum hier, wo man neben schönen Bildern aus aller Welt und Tipps zu Meer-Palmen-Strand auch mal politische Hintergrundinformationen erhält.

Ciao

Joey A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d 10 Punkte!
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03.12.2008, 17:54

Hallo Dieter.

Da ich auch immer gerne nach Thailand fliege und bald wieder da bin, habe ich Deinen Bericht aufmerksam gelesen.

Bei uns hat von den Thailandtouristen noch keiner storniert. Es ist immer schwierig in solche Länder zu Reisen das gilt aber

fast für ganz Asien. Werde sehen wie die Entwickelung weitergeht, ich hoffe sie stabilisiert sich wieder.

In diesem Sinne
Liebe Grüße
Siggi
In der Fremde erfährt man mehr als zu Hause.
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21.04.2009, 15:54

Hallo

die Situation in Thailand exkaliert in der Zwischenzeit immer mehr. Nach tagelangen Demonstrationen der Red Shirt (die Unterstützung der demokratisch gewählten Regierung - nicht die jetzt regierende, die ist durch einige dubiose Urteile der Justiz, durch Unterstützung des Militärs und der Yellow Shirts - die tagelang den internationalen Flughafen von Bangkok besetzt und mehrere Menschen ermordert hatten) hat sich in Thailand eine neue Gruppierung gebildet, die Blue Shirts (Markenzeichen ein blaues T-Shirts). Diese Gruppierung tritt ausschließlich vermummt auf und setzt sich aus ehemaligen Militärs, Polizisten und Leuten aus dem kriminiellen Umfeld zusammen und leistet die Drecksarbeit für die jetzige Regierung und die Militärs - sie übernimmt ähnlich wie die Todeskommandos in Kolumbien die Aufgabe, politische Gegner zu verprügeln, zu foltern und zu ermorden und arbeitet nach Augenzeugenberichten eng mit dem Militär zusammen.

Die Sprengung der Asean-Konfernz in Pattaya durch die Red Shirts eskalierte angeblich nach einen Angriff durch schwerbewaffnete Blue Shirts, die begannen die Red Shirts - die eine Petition übergeben wollten - niederzuknüppeln - 10 Demonstranten wurden lebensgefährlich verletzt, 1 Demonstrant von den Blue Shirts erschossen. Diese flüchteten dann in das Tagungshotel (zusammen mit Polizisten), die Politiker nahmen mit Hubschraubern Reißaus (Verletzte gab es keine) und die Red Shirts vertilgten zusammen mit den Polizisten das Büffet (Aussage eines Polizisten: war eh schon bezahlt).
Zum Pattaya-Ereignis:
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/reg…and/demos2.html

Die tagelangen Demonstrationen in Bangkok verliefen friedlich. Als sich am 13. 04. 2009 eine Demonstration der Red Shirts auflösen wollte, wurde diese nach offiziellen Ende von einer Gruppe Blue Shirts und Militär - ds mit Panzern auffuhr - angegriffen - nach offiziellen Angaben wurde 1 Red Shirt getötet. Ein thailändischer Mönch berichtet aber, dass das Militär NICHT wie angegeben in die Luft, sondern gezielt auf Menschen geschossen haben, auch auf Unbeteiligte. Einer seiner Klosterbrüder sei dabei erschossen worden. Er selbst habe mehr als 10 Leichen gesehen. Alleine 2 Red Shirts wurden tot treibend auf dem Menam Chao Praya entdeckt. Unterstützt wird diese Aussage durch den deutschen Fotojournalist Nick Nostiz, der ausführlich beschrieben und fotografiert hat, wie Blue Shirts und Militär auf Demonstranten schießen und Militär und Polizei sich weigert gegen gewalttätige Blue Shirts vorzugehen. Internationale Organisationen gehen davon aus, dass nach überprüfbaren Informationen inzwischen ca. 300 Menschen getötet oder verschleppt wurden (darunter alleine 30 aus der Gegend von Chiang Mai - Bericht von "The Australian").

Das Attentat auf den PAD-Führer Sondhi Limthongkul (also ein Yellow-Shirt, der Verantwortliche für die Besetzung des internationalen Flughafen Bangkoks, der auch zum Sturz der gewählten Regierung führte) - das angeblich von Red Shirts durchgeführt worden sei, wie Regierung und Miltiär behaupteten - entpuppte sich in der Zwischenzeit als selbst verursachter Verkehrsunfall.

Regierung und Bangkok Post kommentieren diese ganze Geschehnisse damit, dass mehrere Leute Thailand verlassen hätten und beginnen würden, Thailand, den König und das thailändische Volk zu verunglimpfen (auch eine Art auf Vorwürfe zu reagieren). Zahlreiche Länder wie z.B. Australien und Kanada sprachen eine Reisewarnung für Thailand aus, die Bundesrepublik eine für Bangkok (auf den Touristeninseln sei es noch ruhig). Die thailändische Regierung selbst ruft immer wieder den Notstand für einige Teile Thailands aus, so z.B. in Bangkok oder den Provinzen Nonthaburi, Nakhon Thani, Pathum Thani, Ayutthaya und Samut Prakan, Pattaya, Chonburi, Chiang Mai und Chiang Rai. Teilweise wurde der Zug- und Busverkehr nach Bangkok eingestellt und blockiert, Personenwagen durften nur nach stenger Kontrolle in die Hauptstadt. Von Reisen über Land nach Kambodscha wird von den meisten europäischen Staaten strikt abgeraten, da dort gerade die thailändische Armee wegen des kambodschanischen Tempels Preah Vihear immer wieder Grenzkriege anzettelt und auf kambodschanisches Gebiet vordringt (die Begründung liefert der aktuelle Ministerpräsident, der den kambodschanischen Premierminister nur als den "Gangster" bezeichnet - der konterte allerdings gekonnt: er sei gewählt und habe sich nicht - wie sein thailändischer - Gegenspieler, an die Macht geputscht).

Mittlerweile schreitet auch die Zensur in Thailand fort: alle kritischen Fernseh- und Radiostationen wurden von Anti-Terror-Einheiten besetzt und aufgelöst, die Mitarbeiter verhaftet und die Ausrüstung beschlagnahmt, mehrere Tausend Internetseiten wurden gesperrt (alleine am 20.04.2009 wieder 67 Stück), alle kritischen Blogs und Webseiten wurden eingestellt, Hunderte von Redakteure und Betreiber wurden verhaftet und wegen Majestätsbeleidigung angeklagt (Höchststrafe: 20 Jahre). Alle noch existierenden Zeitungen drucken direkt Meldungen der Regierung und der Militärs und dürfen keine weiteren Recherche-Arbeiten und Kommentierungen leisten. Immer mehr Fernseh- und Kinofilme werden verboten (gerade heute wieder einer). Das Gesetz zur Majestätsbeleidigung (Lesé Majestät) wurde immer wieder verschärft und ist heute das umfangreichste auf der Welt - praktisch jede Kritik an Staat, Regierung und Militär fällt nun darunter. Auch Ausländer werden dabei nicht verschont
  • zu erinnern ist an die Verurteilung des Australiers Harry Nicolaides, der ein Buch über das thailändische Königshaus geschrieben hatte und eine Auflage von 50 Stück erreichte, von denen an 7 Stück verkauft wurden - er bekam dafür 6 Jahre Gefängnis, die nach einem erzwungenen "Geständnis" auf 3 Jahre reduziert wurden
  • beim Einchecken des Engländers Simon Burrows glaubte der Beamte, der Pass wäre gefälscht und hielt den Passagier auf, so dass er sein Flugzeug verpaßte. Als dieser sich beschwerte, wurde er verhaftet - der Prozeß beginnt demnächst, im drohen bis zu 2 Jahren Haft
  • die Regierung schürt immer häufiger Ausländerhass, z.B. behauptet sie in der Bangkok Post vom 21.03.2009 global, dass Ausländer aus 50 Ländern das arme thailändische Volk ausbeuten (Deutschland ist bisher noch nicht auf dieser Liste). Bezeichnender Weise sind dabei gerade die Länder aufgeführt, die recht kritisch über die Entwicklung in Thailand berichten (z.B. Großbritannien, während diese Thema in good old Germany nicht oder sehr einseitig im Sinne der thailändischen Regierung/Militärs behandelt wird)
  • Deutlich wird die veränderte Politik gegenüber Ausländern auch dadurch, dass die Einreisebedingungen immer mehr verschärft und die Aufenthaltsdauer immer weiter gesenkt werden, die Sicherheitsbeträge - die man bei längerem Aufenthalt hinterlegen muß - werden immer wieder erhöht, zum Teil sogar verdoppelt. Will man keine ausländischen Zeugen? Das hat ja die burmesische Militärdiktatur perfekt vorgemacht, die über Jahrzehnte das Land vor Touristen fast völlig abgeschottet hat.

Gleichzeitig kommen die aktuelle Regierung und die Militärs immer mehr in die Schlagzeilen:
  • Mehrere Tausend muslemsiche Rohingya waren vor der Ausrottung durch das burmesische Militär aus Burma geflohen und wurden an Thailands Küsten (zum Teil vor den Augen von zahlreichen entsetzten europäischen Touristen) von Militärs wieder in die Boote geprügelt, auf das Meer geschleppt und dort ohne Wasser und Proviant ausgesetzt worden - nur die Hälfte kam in Indonesien oder Indien an, der Rest starb. An anderen Stellen wurden zahlreiche Flüchtlinge von Militärs erschossen oder im Meer ertränkt (Bericht von Touristen und Amnesty International).
  • In Bangkok sollte der Markt im Slum Klong Toey geschlossen und bebaut werden - als sich die Bewohner in Sitzdemonstrationen wehrten, wurden mehrere von ihnen von bezahlten Schlägertruppen ermordet. Die Bewohner zogen mit den Leichen der Ermordeten vor das Parlament und hielten dort tagelang aus, da man die Regierung dafür verantwortlich machte.

Gleichzeitig bricht die Wirtschaft zusammen. Angeblich gab es in den ersten Monat 2009 einen Rückgang von fast 20% bei den Touristen.
Die thailändische Handelskammer schätzt den Verlust für die Tourismusbranche durch die »jüngsten Ereignisse« auf umgerechnet mehr als zwei Milliarden Euro. Die Autoproduktion brach um 41,75% ein, die gesamte thailändische Wirtschaftproduktion angeblich um 50% (nach der thailändischen Zeitung "The Nation"). Die Exporte brachen alleine im Februar um 40% gegenüber dem Vorjahresmonat ein. Einnahmen aus Exporte und Tourismus machen aber alleine 70% von Thailands Bruttoinlandsprodukt aus.
Makulatur ist auch die Prognose des Finanzministeriums, das Wirtschaftswachstum werde zum ersten Mal seit der asiatischen Finanzkrise um zwei bis drei Prozent schrumpfen. Durch den rapiden Vertrauensverlust unter Touristen und Investoren könne Thailands Wirtschaft um bis zu zehn Prozent schrumpfen, warnen Experten. Trotzdem wurde der Rüstungsetat in den letzten 4 Monaten um mehr als 100 % aufgestockt (kein Schreibfehler - der Rüstungsetat wurde tatsächlich mehr als verdoppelt) - anscheinend weiß die Regierung, was sie den Miltiärs schuldig ist.


Im Großen und Ganzen liefert die Entwicklung der letzten Monate in Thailand ein absolut trostloses Bild. Man sollte sich keinerlei Illusionen hingeben: dieses wunderschöne Land ist auf den Weg zu einer ähnlich menschenverachtenden und mörderischen Militärdiktatur, wie sie schon seit Jahrzehnten in Burma herrscht (nicht umsonst sind die Beziehungen zwischen thailändischen und burmesischen Militärs herzlichst und sehr eng). Wie "human" das thailändische Militär vorgeht, hat sich ja schon in den letzten 10 Jahren bereits im Bürgerkrieg gezeigt, der sich im Süden des Landes abspielt. Traurig für dieses Urlaubsparadies und für die eigentlich sehr liebenswerten Menschen.

Ob man noch dorthin reisen soll, muß jeder selber entscheiden.


Nachtrag:
Derweil fielen die Exporte im März wieder und zwar um 23%, verglichen mit dem Monat des Vorjahres.


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22.04.2009, 13:19

Thailand

Heute hat die thailändische Regierung einen Krisenstab gebildet, um im Ausland Public Relation zu betreiben und um bei ausländischen Medien eine regierungskonforme Berichterstattung durchzusetzen. Über 1 Million CDs sollen produziert werden, die die vergangenen Ereignisse aus Sicht der Regierung schildern. Zeitungen, die nicht nach diesen Vorgaben berichten, sollen im Land verboten werden, deren und Reporter keine Einreiseerlaubnis erhalten und wegen Majestätsbeleidigung (Höchststrafe: 20 Jahre) vor Gericht gestellt werden.

Begründet wird dies damit, dass der ehemalige (gewählte) Premierminister Thaksin (der 2006 vom Königshaus und dem Militär aus dem Amt geputscht wurde) die ausländischen Medien "benutze" und "manipuliere" und mit ihnen damit das Land und die jetzige Regierung verunglimpfe. Solche Medien und Reporter müßten "identifiziert" und "verfolgt" werden, sagte Sathit Wongnongtoey - Sprecher des Premierministers Abhisit - heute.

Einen Tag vorher hatte der jetzige Premierminister Abhisit noch zynisch erklärt, dass es in Thailand nun mehr Freiheit, mehr Transparenz und mehr Demokratie gäbe, mehr als jemals zuvor.



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22.04.2009, 14:19

Hallo Yawo,

hört sich ja furchtbar an, was Du da berichtest. Was mich noch mehr stört/verwirrt, ist die Tatsache, daß man solche facts weder im Radio/Fernsehen, noch in der einschlägigen Presse zu sehen/lesen bekommt!?
Oder habe ich da ein selbstverschuldetes Informationsdefizit?


Ich schlage vor, daß Du Deinen Bericht mal einer überregionalen Zeitung anbietest. Eine Reise nach Thailand kannst Du Dir wahrscheinlich jetzt eh abschminken...

Für Deine informative Zeilen sende ich Dir einen Public Award.




Beste Grüße

Joey
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22.04.2009, 14:54

Leider ist es tatsächlich so, dass in deutschen Medien zu diesem Thema nicht bzw. nur sehr unvollständig bzw. nur aus Sicht der jetzigen illegalen thailändischen Regierung berichtet wird. Warum das so ist, weiß ich nicht (wobei die unkritische Berichterstattung in den deutschen Medien sich nicht nur auf Thailand beschränkt - es ist manchmal Haare sträubend, was hier im Lande manchmal an Unsinn verbreitet wird. Es scheint sich hier meines Erachtens also um ein prinzipielles Problem zu handeln).

Um sich mit den thailändischen Verhältnissen zu befassen, bleibt nur die Möglichkeit englisch- oder französischsprachige Medien zu lesen, da dort noch relativ objektiv und kritisch berichtet wird. Englischsprachige Medien aus Thailand sind mit Vorsicht zu genießen, da sie unter starker Kontrolle und Zensur stehen - Thai kann ich nicht, aber ich denke bei den thaisprachigen Medien wird es nicht viel anders sein).


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22.04.2009, 19:54

The Reds' fight for Real Democracy

Auszug aus einem Artikel im britischen "Guardian"
The Reds' fight for Real Democracy
[Excerpts]

by Giles Ji Ungpakorn **

(...) What we have been seeing in Thailand since late 2005 is a growing class war between the poor and the old elites. It is, of course, not a pure class war. Due to a vacuum on the left in the past, millionaire and populist politicians like Thaksin Shinawatra have managed to provide leadership to the poor.

The urban and rural poor, who form the majority of the electorate, are the Red Shirts. They want the right to choose a democratically elected government. They started out as passive supporters of Thaksin's Thai Rak Thai government, but have since formed a new citizens' movement they call Real Democracy.

For them, Real Democracy means an end to the long-accepted quiet dictatorship of the army generals and the palace. This situation allowed the generals, the king's advisors in the privy council and the conservative elites to behave as though they were above the constitution. Since 2006, these elites have blatantly acted against election results by staging a military coup, using the courts to twice dissolve Thaksin's party and by backing Yellow Shirt royalist mob violence on the streets.

The present Democrat party government was manoeuvred into place by the army. Most of those in the Red Shirt movement support Thaksin, and with good reason. His government put in place many modern pro-poor policies, including Thailand's first universal healthcare system.

Yet the Red Shirts are not merely Thaksin puppets. They are self-organised in community groups, and some are showing frustration with Thaksin's lack of progressive leadership, especially over his insistence that they be "loyal" to the crown.

A republican movement is growing. Many left-leaning Thais, like myself, are not Thaksin supporters. We opposed his human rights abuses. But we are with the citizens' movement for Real Democracy. (...)

A sense of history helps to explain why Red Shirt citizens are now exploding in anger. They have had to endure the military jackboot, repeated theft of their democratic rights, continued acts of violence against them and general abuse from the mainstream media and academia.

The stakes are very high. Any compromise has the risk of instability. The old elites might want to do a deal with Thaksin to stop the Red Shirts from becoming totally republican. But whatever happens, Thai society cannot go back to the old days. The Red Shirts represent millions of Thais who are sick and tired of military and palace intervention in politics. At the very least they will want a non-political constitutional monarchy.

Giles Ji Ungpakorn is a Thai academic and author who in February fled to the UK after being charged under lese-majesty laws, which forbid criticism of the king http://wdpress.blog.co.uk

guardian.co.uk, Monday 13 April 2009

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23.04.2009, 15:21

Hallo,

auch ich verfolge ( rein beruflich ) die Situation in Thailand und finde es katastrophal was da gemacht wird.

Aber deshalb braucht man sich eine Reise nach Thailand nicht unbedingt abschminken.

Thailand ist nicht gleich Thailand.

Es besteht keine offizielle Reisewarnung. Und es gibt wunderschöne Teile von Thailand die davon nicht ( noch nicht ) betroffen sind.



Neuester Bericht des auswärtigen Amtes



Stand 23.04.2009
(Unverändert gültig seit: 17.04.2009)


Aktuelle Hinweise

  • Die gewalttätigen Demonstrationen von Thaksin-Anhängern („Rothemden“) in Bangkok wurden am 14. April 2009 durch Sicherheitskräfte beendet. Der Notstand („state of emergency“), den die thailändische Regierung am 12. April für Bangkok und Teile einiger Nachbarprovinzen (Nonthaburi, Nakhon Thani, Pathum Thani, Ayutthaya und Samut Prakan) ausgerufen hatte, ist bisher noch nicht wieder aufgehoben worden. Folge: Versammlungsverbot für Gruppen von mehr als 5 Personen, Festnahmen/Inhaftierungen von bis zu 30 Tagen ohne Anklage, erweiterte Befugnisse der Sicherheitskräfte bei Personen- und Fahrzeugkontrollen.

    Es wird weiter dringend dazu geraten, Menschenansammlungen und ggf. noch auftretende Demonstrationen in Bangkok zu meiden.

    Die Schwerpunktgebiete des Tourismus im Süden (u.a. Phuket) blieben bisher unbeeinträchtigt von Zwischenfällen. Im Norden (u.a. Chiang Mai, Chiang Rai) führten Demonstrationen am 13. April zur Behinderung des Straßenverkehrs. Derzeit liegen keine Informationen über weitere Demonstrationen vor.

    Der Flugverkehr in Thailand, insbesondere auch über den außerhalb der Stadt gelegenen internationalen Bangkoker Flughafen Suvarnabhumi, verläuft weiterhin störungsfrei.

    Der Zugverkehr nach Bangkok wurde am 14. April wieder aufgenommen.

  • Von Reisen in die Grenzregion zu Kambodscha, insbesondere nach Preah Vihear und Umgebung und zu den anderen in diesem Bereich befindlichen Tempelanlagen, wird abgeraten. Der gesamte Bereich bleibt bis auf Weiteres militärisches Sperrgebiet.





Dies nur als kurze Info von mir.





LG Heike
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23.04.2009, 15:53

Tja, die Frage ist wohl, ob das so bleibt. Sieht jedenfalls nicht danach aus.

Nachdem hundertausende von Demonstranten mehrere Tage lang friedlich für die Wiedereinführung einer demokratischen Verfassung und für Neuwahlen demonstriert und anschließend durch die marodierenden Blue Shirts und Soldaten angegriffen und mehrere getötet wurden (verläßliche Zahlen gibt es nicht - sicher ist nur, die von der Regierung genannte Zahl von 2 Toten ist völlig falsch), hat Jakrapob Penkair, einer der Anführer der Vereinigten Front für Demokratie und gegen Diktatur in Thailand (also der jetzigen Opposition) in einem Telefonat mit der BBC erklärt, dass nun auch bewaffnete Aktionen gegen die Regierung nicht ausgeschlossen werden können.

Nachdem der Bürgerkrieg mit den Muslimen immer mehr eskaliert, befürchten britische Regierungskreise - laut BBC - in nächster Zukunft evt. (Selbstmord-)Anschläge von Muslimen auch gegen Touristenzentren stattfinden werden, um den thailändischen Staat zu destabilisieren.

Dass in Deutschland KEINE generelle Reisewarnung ausgegeben wurde, sagt nichts, da für "befreundete" Staaten bisher NIE eine Reisewarnung ausgegeben wurde, egal wie chaotisch es da zugeht (es ist erstaunlich, wenn man die Länder sieht, für die Reisewarnungen erklärt wurden - es ist kein Staat dabei zu dem die Bundesrepublik gute Beziehungen hat). Andere Länder haben SEHR WOHL Reisewarnungen ausgegeben

Also ganz so einfach ist die Sache nicht - wobei ich Dir recht gebe, dass Thailand wunderschön ist und es noch einige friedliche Ecken gibt (hoffen wir, es bleibt auch so).


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24.04.2009, 11:10

Die thailändische Regierung hob heute den Ausnahmezustand auf. Er hatte 14 Tage gedauert. Nach Aussage des Regierungssprechers Panitan Wattanayagor werden die Soldaten jedoch NICHT von den öffentlichen Plätzen in Bangkok, Chiang Mai und anderen Orten abgezogen.

Gleichzeitig scheint sich im Parlament eine Diskussion über die Gewalttaten der Armee anzubahnen. Der Puea Thai Abgeordnete Ua-apinyakul zeigte Videos, die Soldaten beim Prügeln, Foltern und Töten und mehr als 10 getötete Demonstranten. Die Beschuldigungen wurden vom stellv. Premierminister Suthep Thaugsuban kategorisch zurück gewiesen und das Video als gefälscht erklärt. Mitglieder der Regierungspartei lobten demonstrativ das Militär und unterstrichen, dass es das erste Mal gewesen wäre, dass Militär gegen einen Aufstand eingesetzt worden wäre, ohne dass es Todesopfer zu beklagen geben würde (obwohl die Regierung sogar selber 1 Toten zugibt).

Das scheint ja eine schöne Farce zu sein, die sich da abspielt.

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29.04.2009, 17:28

Heute warnte Premierminister Abhisit Vejjajiva vor dem Gespenst des Kommunismus, das sich wieder in Thailand breit mache und betont, dass eine starke Armee nötig sei, um diese Bestrebungen zu besiegen (die neue Regierung hatte den Verteidigungsetat - trotz Wirtschaftskrise - um über 100% gesteigert). Schon in den 70iger Jahren wurden im angeblichen Kampf gegen den Kommunismus Hunderte von politischen Gegnern gefangen gesetzt, gefoltert und ermordet.

Ausserdem werden in Thailand immer mehr Stimmen laut, die fordern, den ehemaligen ordnungsgemäß gewälten und dann weggeputschten Premierminister Thaksin (er lebt momentan vermutlich in Großbritannien) zu töten. Aus der Zeitung "The Nation" (einer der großen Zeitungen Thailands): Thaksin zu töten sei nicht schlimm, weil derjenige, der "auch immer die Nation, Religion, oder Monarchie zerstören will", eine "Bestie und kein wirklicher Mensch" sei. "Deshalb müssen wir versuchen keine Menschen zu töten, aber den Teufel zu töten, das ist die Pflicht aller Thai." Töten würde Tugenden zerstören, diese Zerstörung der Tugenden wäre aber so gering, und die Leistung, die damit verbunden wäre, so viel größer, da es die Nation, Religion und die Monarchie beschützen würde. "Es ist gerade so wie wenn man einen Fisch tötet und ihn in die Almosenschale eines Mönches spendet, und dadurch mehr Tugenden erzeugt, als durch die Tötung des Fisches an Untugenden begangen wurden."

Auch auf youtube finden sich mehrere Mordaufrufe der PAD (mal nach "kill thaksin" suchen).

Schönes Urlaubsparadies Thailand............

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20

15.05.2009, 18:43

Die Situation in Thailand wird immer schlimmer und skurriler.

Nachdem jetzt 9 Container mit menschlichen Leichen im Meer bei Pattaya entdeckt wurden, bei denen es sich wahrscheinlich um Menschen handelt, die 1992 vom Militär verschleppt und ermordet wurden, wird jetzt ein neues Verfahren gegen den gewählten und vom Militär weggeputschten Premierminister Thaksin eröffnet. Ihm wurden ja beim Putsch Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Nach 3 Jahren ist keiner der Prozesse eröffnet bzw. abgeschlossen, da es offensichtlich nicht genügend Beweise gegen ihn gibt - geschweige denn ist er verurteilt worden.

Die Bangkok Post berichtet nun, dass gegen Thaksin ein Verfahren wegen Majestätsbeleidigung des Königs eröffnet worden sei - der Anklagepunkt: er habe den König in einem Interview vor ausländischen Reportern am 12. und 13. April aufgefordert, zu einem Ende der Gewalt aufzurufen und für Frieden zu sorgen. Ihm droht nun in einem Lèse-Majèste-Prozess eine Höchststrafe von 20 Jahren Gefängnis. Wie ein Sprecher der aktuellen Regierung sagte, erwarte man nun mit vollem Ernst, dass Thaksin aufgrund dieser Anklage an Thailand ausgeliefert wird.

Gehts noch lächerlicher????

Gestern kam es zu einer Schlägerei im Parlament, weil ein Abgeordneter der Opposition bei einer Abstimmung den Verdacht geäußert hatte, die Regierungsparteien würden mit ID-Karten nicht anwesender Abgeordneter abstimmen. Der Abgeordnete wurde angegriffen und geschlagen. Anschließend stellte sich heraus, dass 307 Abgeordnete bei der Sitzung anwesend waren, aber 317 abgestimmt hatten. Die Abstimmung wurde trotzdem als korrekt erklärt...... das ist thailändische Demokratie.

Schade um mein Lieblings-Reiseland - es wird systematisch von dieser korrupten Clique um Bangkoker Geldadel, Königshaus und Militär kaputt regiert.