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  • »günterfr« ist der Autor dieses Themas

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03.12.2008, 21:11

Kenia - Massai Mara - Höhepunkte einer Kenia Safari

Im 6. Teil unserer Kenia Reise fahren wir in die Massai Mara, den berühmtesten Nationalpark Kenias. Eigentlich ist er wie das Samburu Gebiet kein Nationalpark, sondern ein Reservat, wo Eingriffe durch den Menschen bis zun einem gewissen Maß möglich sind.

Die Massai Mara ist die nördliche Fortsetzung der ausgedehnten Serengeti Ebenen Tansanias. Hier wächst nur kurzes Gras, oft weht eine frische Brise über die Ebenen in ca. 2.000 m Höhe und nach ausgedehnter Trockenzeit findet man
verdorrte Erde und staubige Pisten
.

Die Bekanntheit der Massai Mara hat drei Gründe:

- Es ist das schönste Tierreservat Kenias, mit einer außergewöhnlich hohen Tierkonzentration. Hier kann man mindestens ein dutzend Tiere gleichzeitig sehen, die scheinbar nicht zusammenpassen ( Gnus, Zebras, Gazellen, Antilopen und mitten drin Löwen auf der Pirsch )
- Zweitens findet in der Massai Mara jährlich eine der letzten großen Tierwanderungen der Erde statt, wenn riesige Herden ( ca. 1,5 Millionen Tiere ) von Weißbartgnus und Steppenzebras aus der Serengeti in die Mara und zurück ziehen, immer dem frischen Gras folgend. Dabei müssen sie jährlich zweimal einen der größten Flüsse Kenias, den Mara River queren, ein beeindruckendes Schauspiel.
- Drittens ist es der " Kult ", der besonders in Europa mit den Massais betrieben wird. ( Dazu hatte ich schon im Samburu Bericht etwas gesagt und möchte hier nicht weiter darauf eingehen )


Unsere Fahrt vom Lake Nakuru in die Massai Mara dauerte 6 Stunden.

Nach unserer Ankunft am Gate erwartet uns erstmal ein einstündiger Platzregen. Ohne Allrad und Differential wären wir stecken geblieben.
Wir machen eine zweistündige Pause in der Mara Simba Lodge und fahren dann weiter in das Zentrum der Mara zu unserer Unterkunft, der Mara Serena Lodge ( siehe Hotelbewertung )

Völlig überraschend sahen wir nach ca. 10 Minuten Fahrt das erste Löwenrudel. Die Beobachtung von Löwen ist in der Mara garantiert, sie folgen den Gnu- und Zebra Herden. Löwen sind normalerweise " tagesfaul ", aber nach dem Regen hatte es sich abgekühlt. Das Rudel, insegsamt acht weibliche Tiere, pirschte sich an eine Herde Steppenrebras heran.
Natürlich mussten wir halten, um dieses Schauspiel zu beobachten. Die Aufstellung des Rudels erfolgte im Dreieck.
Vorn lag eine " Kundschafter " Löwin im hohen Gras, dahinter schlichen sich die anderen
Löwinnen in einer Linie heran. Von uns ließen sie sich nicht stören. Wir merkten nach einigen Minuten aber auch den Nachteil der Mara. Sofort waren
andere Fahrzeuge vor Ort, und da man in der Mara auch die Piste verlassen kann, fuhren diese " Querfeldein ". Am Ende waren es 15 Fahrzeuge und die Löwinnen stellten alle Aktivitäten ein.

Wir mussten uns dann beeilen, denn das Gate am Mara River muss man bis 17.30 passiert haben, Nachtfahrten sind in der Mara streng verboten ( Wilderei ).

Unmittelbar vor der Serena Lodge hatten wir unser nächstes Highlight. Es war schon Dunkel, wir sahen in der Steppe, ca. 200 m vom Weg entfernt zwei Safarifahrzeuge stehen. Natürlich mussten wir auch hinfahren und sahen erneut ein Löwenrudel, aber diesmal mit einem großen männlichen Tier, einem Pascha. Dieses Rudel gruppierte sich auch zur Jagd, da sich in unmittelbarer Nähe eine Gnu Herde befand.


Nach ca. 10 Minuten Beobachtung, u.a. auch mit dem starken Handscheinwerfer des Landrovers, brachen alle die Beobachtung ab. Ich war glücklich über auswertbarem Filmmaterial.

Die nächsten zwei Tage in der Massai Mara waren mit unvergesslichen Tierbeobachtungen verbunden ( siehe Fotos Kenia Album ). Im folgenden einige kurze Episoden. :

- an nächsten Morgen 06.00 aufstehen, Morgenpirsch mit Sonnenaufgang über der Mara ( siehe Foto Kenia Album ), Gnu- und
Zebra Herden ziehen mit dem Sonnenaufgang zum Mara River, wir suchen das Löwenrudel, das am Abend sich vor der Gnu
Herde gruppiierte, wir finden es und sehen Löwinnen bei den Resten ihres Kills, einem Gnu ( siehe Foto Kenia Album ),
wir können uns bis auf 10 m nähern, der Pascha zieht sich in die Büsche zurück;

Wir fahren weiter in die Ebenen und sehen an einem Bachbett zwei Löwinnen, wir sind allein, unmittelbar vor uns springt eine
Löwin auf einen Termitenhügel und beobachtet ( siehe Foto Kenia Album ), dieses Schauspiel dauert ca. 15 Minuten, danach
legen sich beide Löwinnen in das hohe Gras in der Nähe einer Gnu Herde.




- Nächste Pirschfahrt zum Mara River, eine Herde von ca. 5.000 Gnus und Steppenzebras steht am Ufer des Flusses,
bereit zur Querung, an der Furt liegen aber zwei riesige Krokodile, so dass die Herde die steile und steinige
Böschung nehmen muss ( siehe Foto )
- Wir verfolgen das einmalige Schauspiel der Flussquerung, durch die starke Strömung werden besonders junge Tiere
abgetrieben, wobei die Schreie und Rufe der Zebras " bis in das Mark erschüttern ", nach ca. 10 Minuten bricht die
Herde die Querung ab, es sind inzwischen fast 20 Safarifahrzeuge an den Ufern und diese stören einfach
- Wir fahren weiter, beobachten Hippos am Fluss und sehen plötzlich am anderen Ufer ein riesiges Krokodil, dass
eine Antilope im " Ganzen " im Maul hat. ( siehe Foto, Kenia Album )

Das Krokodil verschlingt die Antilope in einem Stück, wobei dieser Vorgang ca. 15 Minuten dauert. Dabei muss dieses Krokodil, nach unserem Guide Gimo ein Männchen, mit einem kleineren Krokodil um die Beute kämpfen. Eigentlich ein bedauerlicher Vorgang, den wir vom anderen Ufer mit dem Knacken der Knochen verfolgen können. Aber der Mara River ist eine Art natürliche Auslese und durch die Ranger wird nicht eingegriffen, wie überhaupt bei allen verletzten Tieren in der Mara, es sei denn, der Mensch ist die Ursache für die Verletzugen.
So ist der Mara River für die Tierpopulation von immenser Bedeutung.



Auf weiteren Pirschfahrten sehen wir weitere Löwen mit Jungtieren, fressend bei ihrem Kill, Elefanten, eindrucksvolle Wasserböcke in der Sumpflandschaft des Mara Rivers und die für die Mara typischen Topi Antilopen, als Wächter auf Termitenhügeln. Die Topi Antilope ist das " Wahrzeichen " der Massais.

Uns gelingen eindrucksvolle Fotos und mehrere Stunden Filmmaterial ( siehe DVD ). Da wir trotz intensiver Suche noch keine Geparde entdeckt haben, bietet uns Gimo am letzten Tag eine zusätzliche Pirschfahrt an. ( vielleicht auch angeregt von unserem Trinkgeld und den Fotos, die wir ihn geschenkt haben, in der Mara Serena Lodge gab es tatsächlich einen Kodak Fotoautomaten, zwar in schlechter Qualität aber für Gimo der Jackpot - Fotos hatte er noch nie erhalten )

Und tatsächlich entdecken wir nach intensivem Funkverkehr von Gimo vier stattliche Geparden, die im Halbkreis in einer Hochebene vor eine Gnu Herde sitzen. An den hängenden Bäuchen erkennen wir deutlich, dass sie zufrieden und satt sind.
Wir können bis auf 10 m heranfahren, es ist ein beeindruckendes Bild, diese schöne Tiere zum Abschluss ( siehe Foto und Album Kenia ).
Gimo funkt sofort ein deutsches Filmteam an, dass seit mehreren Tagen in der Mara verzweifelt auf der Suche nach Geparden ist.



Wir können den Besuch der Massai Mara während einer Kenia Safari nur empfehlen, am besten während der großen
Tierwanderung. Bitte auch immer daran denken, dass sich die Ebenen bis auf 2.000 m Höhe befinden, es besonders in der Frühpirsch mit Sonneuafgang empfindlich kühl sein kann.
Die Anfahrt über äußerst schlechte Straßen ist sehr beschwerlich, bei finanzieller Möglichkeit ist ein Kleinflugzeug die bessere Lösung. Wir benutzten zum Rückflug zur Küste, zum indischen Ozean, ein Flugzeug, aber dazu im Teil 7.

Wie alle Besucher der Massai Mara hoffen wir, dass das ökologische Gleichgewicht auch in den nächsten Jahren erhalten bleibt. Diese Landschaft mit den eindrucksvollen Tierbeobachtungen soll trotz der vielen Besucher erhalten und beherrschbar bleiben. Bitte keinen Massentourismus um jeden Preis.

( Mungu hakuumba mtu mbaya - Gott schuf keinen schlechten Menschen )


Günter

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04.12.2008, 08:32

Kenia-Massai Mara

Hallo Günter,

wieder sehr beeindruckend hast Du von Deinen Erlebnissen berichtet. Ja....wollen wir

hoffen, dass der Massentourismus dort nicht ausgebaut wird, denn wie Du beschrieben

hast, ist dort doch schon eine Menge los, was die Tiere ja doch stark beeinträchtigt.

LG Monika 00000011
Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet.

J.W.Goethe

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11.12.2008, 20:41

Safari

Hallo Günter.

Bin immer wieder begeistert wie ausführlich Du Deine Safari beschrieben hast.

Da bekommt man Lust es auch mal auszuprobieren.

In Tsavo Ost und West war ich vor ca. 20 Jahren und ich glaube es wird Zeit mal wieder nach Kenia zu fahren.

Liebe Grüße
Siggi
In der Fremde erfährt man mehr als zu Hause.
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12.12.2008, 17:20

Kenia

Hallo Günter


wie immer eine ausgezeichnete Kenia-Beschreibung von Dir.

Schöne Grüsse

YaWo

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07.01.2009, 14:52

00000011 00000011 00000011 00000011 00000011


Hallo Günter,

auch dieser Teil Deiner Kenia-Berichte ist wieder ausführlich und lebendig geschrieben....
...und bekommt von mir ***** (leider stehen mir nicht mehr Sternchen zur Verfügung!!)

Ich habe wieder sehr viele Informationen bekommen und viel Neues dazugelernt.

Teilweise machen mir Deine Schilderungen in diesem Teil eine Gänsehaut...

00000011 Ich danke Dir für diese fantastisch geschriebenen Reiseerlebnisse
und für die wunderschönen Fotos... 00000011

Spitzenklasse!!!!!

Liebe Grüße
Sonnenstunden
00000011
Die großen Ereignisse, das sind nicht immer unsere lautesten, sondern unsere stillen Stunden :love:
(Friedrich Nietzsche)

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6

08.01.2009, 10:36

Kenia

Auch diesen Teil habe ich quasi verschlungen... das ganze hat mich stark an
Dokumentation vor ein paar Tagen im Fernsehen erinnert.
Die Aufnahmen sind immer total beeindruckend -
wenn man aber hautnah dabei ist -
das muss ein unvergessliches Gefühl sein.
A)d Auch die Bilder sind wie immer 1. Sahne!!! A)d

LG 97erspeedy