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01.06.2009, 21:44

Skurriles und Peinliches

Wenn man so durch die Weltgegenden reist, dann erlebt man manchmal doch Sachen, die einem recht skurril und komisch vorkommen. Andererseits tritt man auch immer wieder in ein Fettnäpfchen oder kommt in recht peinliche Situationen, in denen man sich am liebsten irgendwohin verkriechen möchte.

Da ich doch davon ausgehe, dass jedem Reisenden irgendwann mal auch so etwas passiert ist, wäre es doch nett, wenn diejenigen sich hier auch verewigen würden.

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01.06.2009, 21:47

Skurril 1 - USA

Einstmals war ich mit meiner Frau in den USA und sah irgendwo in einem kleinen Ort in Virginia eine große Metallbox mit der Aufschrift "Flag retirement box". Na, was wird das denn wohl sein?
Unser Vermieter - ein sehr freundlicher Mensch - klärte uns auf: Eine amerikanische Flagge ist fast so heilig wie die heilige Mary - sie darf nie bei Regen draussen am Mast hängen und muß bei Regen abgenommen werden. Anscheinend fürchtet sie sich auch vor der Dunkelheit, denn sie darf auch nicht im Dunkeln am Mast hängen - entweder muß sie angeleuchtet werden oder aber abgenommen und am Morgen wieder aufgehängt werden. Sie darf aber auch nicht einfach auf dem Müll geworfen werden, wenn sie alt und fadenscheinig geworden ist.

Für diesen Fall gibt es die "Flag retirement box". Hier wird die Fahne schön zusammengelegt und gebügelt hineingelegt, damit sie gesittet und anständig ihre letzte Ruhe finden kann. Wenn sich dann so einige Fahnen zusammengefunden haben, werden sie aus den Boxen genommen und mit großem Zeremonell zu Grabe getragen - sprich: verbrannt. Dazu versammeln sich meist einige uniformierte Menschen (z.B. kleine Pfadfinder und große Polizisten, manchmal auch ein vorbei gekommener Soldat), alle drücken die Brust heraus, kneifen die Arschbacken zusammen, schwenken irgendwelche Waffen (denn ohne geht das natürlich nicht), irgendwer spielt den letzten Zapfenstreich auf der Trompete oder einem Kofferradio und dann kommt der große Moment - die Fahnen werden angezündet und gehen ihren letzten Weg.

Meine Frau und ich brachen bei dieser Erzählung natürlich in lautes Lachen aus und verscherzten uns damit aber auch alle Sympathien vor Ort - wir wurden sogar gewarnt, in der Öffentlichkeint irgendetwas Negatives über diese Zeremonie zu sagen, da es im Ort einige Leute gäbe, die da recht schnell handgreiflich werden.

Seltsam: wenn irgendwo in Somalia oder im Iran die Einheimischen dieses Zeremoniell nachmachen und unter großer Begeisterung amerikanische Fahnen verbrennen, sind die Amis meist nicht sehr erfreut. Die soll mal einer verstehen.....

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01.06.2009, 21:49

Skurril 2 - Kambodscha

Skuon ist ein kleines, aber relativ wohlhabendes Dorf in Kambodscha. Den Reichtum hat es durch eine lokale Spezialität erzielt.

Und das kam so: unter dem Regime von Pol Pot, dem Anführer der Roten Khmer. wurden ca. ein Drittel der kambodschanischen Bevölkerung ermordet. Hunderttausende wurden auf die Felder verschleppt, ganz Phnom Phen wurde geräumt, jeder Intellektuelle, sogar jeder der ein Brille trug, wurde ermordet, meist totgeschlagen, um Munition zu sparen. Die Menschen mußten Sklavenarbeit auf den Feldern verrichten und dies bei völlig unzureichenden Essensrationen. Früchte zu pflücken, Hühner zu züchten und zu schlachten, Fische zu fangen oder gar Käfer zu essen war streng verboten und wurde mit dem Tod bestraft. Nun gab es aber gerade in der Gegend von Skuon sehr viele, große Spinnen und in ihrer Not brieten die Leute die und aßen sie.

Heute werden diese Spinnen im Ort als Delikatesse verkauft, wohlhabende Kambodschaner aus dem ganzen Land kommen vorbei und lassen sich die gebratenen Spinnen gut schmecken. Eine Spinne wird für umgerechnet 0,10 EUR verkauft (für Kambodscha recht teuer).

Obwohl ich schon in Thailand gebratene Käfer und Heuschrecken (schmecken ausgezeichnet, fast so wie frittierte Chips) oder gekochte Seidenwürmer probiert hatte, konnte ich mich doch nicht überwinden, so eine schöne gebratene Spinne zu essen.

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01.06.2009, 21:50

Peinlich 1 - China

In Hotels außerhalb der großen Städte und außerhalb der Touristengegenden gibt es meist keine abgetrennten Duschen, sondern große Geminschaftsduschen, an deren Decken Brausen montiert sind. Duschzeiten sind angeschrieben (wenn man chinesisch lesen kann) und dauern meist eine bis zwei Stunden. Außerhalb der Zeit gibt es halt nichts und innerhalb dieser Zeit sind die Duschen meist voll von Chinesen. Meist stehen zwei bis vier Chinesen unter einer Brause, schruppen sich gegenseitig und unterhalten sich. Nun kommt man da nackt, mit Seife und Handtuch in so eine Dusche, mit Körperbehaarung, groß, üppig - sofort ergibt sich eine große Begutachtung und Diskussion über den komischen Kerl mit langen blonden Haaren und dickem blonden Bart. Entsprechend schnell hat man seine Dusche beendet, um dem Angestarrtsein zu entgehen. Da hat man aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht: alle Chinesen rufen und deuten - so nicht, waschen und zwar anständig. Ein Chinese seift sich nicht ein und duscht sich ab, sondern er tut dies mindestens fünf oder sechs Mal. Naja, als Tourist ist man ja freundlich und will niemand vor den Kopf stoßen, kehrt zurück und wäscht sich erneut und erneut und erneut und erneut bis alle Chinesen zufrieden sind - meist sind sie es erst, wenn die Duschzeit zu Ende ist.



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01.06.2009, 21:52

Peinlich 2 - China

Als ich in den 80iger Jahren in China alleine und ohne Touristengruppe unterwegs war, ergab sich vor allem in kleineren Städten und Dörfen ein größeres Problem: die Toilette. Solange man ja im Hotel war, gab es keine Probleme, aber wehe man war unterwegs.

Dazu muß man wissen, dass es in China keine öffentlichen Toiletten wie in Europa gab/gibt. Öffentliche Toiletten sind große betonierte Plätze mit einer ein bis eineinhalb Meter hohen Mauer umgeben und für Männlein und Weiblein getrennt. Auf dieser Betonfläche befindet sich dann alle 60 oder 70 cm ein Loch im Boden - eben die Toilette. Wenn man dann auch noch weiß, dass es in China mehr als 1 Mrd. Menschen gibt, dann ist auch klar, dass man auf diesen Toiletten nie alleine ist. Kommt man da als großer blonder Tourist hinein, dann findet man sicherlich schon mal mindestens zehn Chinesen, die da über ihrem Loch sitzen und sich unterhalten (soll ja bei uns im Mittelalter auch so gewesen sein). Sofort verstummt alles und zwanzig Augen verfolgen jede Bewegung - wenn man die Hose herunterläßt (große Diskussion über die Unterhosen), wenn man sich über das Loch sitzt (große Diskussion über die komische weiße Haut und die vielen Haare) - ein ungeniertes Starren und Klotzen und Gerede. Meist endete so ein Toilettenbesuch erfolglos - zu viele starrende Augen - "Unter diesen Umständen nicht". Irgendwann rafft man dann mit hochrotem Kopf beschämt die Hosen hoch und verläßt unter lautem Gelächter der zurückgebliebenen Chinesen das Etablissement.

Wie ich das gehasst habe.....Aber irgendwann nach Wochen hatte ich dann doch meine Scheu abgelegt.

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01.06.2009, 21:54

Skurril 3 - Indien

Bahnfahren in Indien ist ein Erlebnis. Ticketkauf ist ein noch größeres. Beim Kauf eines indischen Bahntickets fühlt man mehrere Bogen papier aus: Name, Wohnort, Geburtsland, Alter, Geschlecht, Passport-Nummer, Visa-Nummer, Name des Vaters, Name der Mutter, Geburtsname der Mutter (keine Ahnung, was die damit wollen - vermutlich gar nichts, die indische Bürokratie scheint völliger Selbstzweck zu sein).

Einmal stand vor mir ein ceylonesisches Pärchen und wollte auch ein Ticket. Der Schalterbeamte fragte etwas und ich hörte "My wife is dirty und I am dirty too". Na so was, ich schaute die beiden an, sie waren sehr elegant und sauber angezogen. Ich grinste die beiden an und meinte, das glaub ich nicht, ihr seid doch nicht dreckig. Doch, doch, meinte der Mann, "My wife is dirty und I am dirty too". Na, ganz normal sind die Ceylonesen wohl doch nicht....

Am nächsten Tag traf ich sie im Zug wieder. Vor ihren Abteil hing der Computerausdruck und tatsächlich stand dort: Alter 30 und 32. (thirty and Thirty two)

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01.06.2009, 22:00

Peinlich 3 - Bangla Desh

Als ich nach meinem Studium für zwei Jahre eine Asientour machte, kam ich dabei auch nach Bangla Desh. Auf meinen Reisen habe ich Geschmack an indischen Filmen gefunden, nicht an den künstlerisch wertvollen, sondern an den banalen "Massala Movies" aus Mumbai.

Meinen ersten Hindi-Movie hatte ich interessanter Weise in Thailand auf Ko Samui gesehen. Am Chaweng Beach, da wo heute ein Luxushotel neben dem anderen steht, wo eine laute Strasse mit Shops, Diskos und Transvestitenbars vorbei führt, gab es drei Bungalow-Anlagen (dei Bambushütte zu 25 Baht), zwei Restaurants und - ein Kino (das zwar nur einmal in der Woche Vorstellung hatte). Das Kino bestand aus einem Fernseher, einem Videorekorder, alles unter einem Baum und umgeben von einer geflochtenen Wand aus Palmblättern, einer Thai-Mami, die kassierte, einem Thai-Papi, der die Kassetten einlegte und die kleinen Kinder vertrieb, die unter den Palmwänden hindurch kriechen wollten. Es war herzzerreisend kitschig.

Damals waren diese Filme noch erbärmlich schlecht und billig hergestellt, gaben aber wie die namensgebende Gewürzmischung alles her: liebevolle Mütter, böse und hartherzige Väter, schöne (damals noch meist recht üppige) Frauen mit speckigen Bäuchen unter ihren Saris, darunter die gute und liebe Heldin, eine böse Frau gab es natürlich auch immer, einen (auch meist üppigen) guten Held, einen furchtbar bösen Held (meist unrasiert und mit Bart), gute und korrupte Polizisten und Politiker, einige Spaßvögel und natürlich viel Musik und Tanz (was ist schon ein Hindi-Movie ohne Tanz und Musik). Häufig war die Inszenierung erbärmlich schlecht und die Realisierung sehr "kostensparend" - bei einem Historienfilm sah man im Hintergrund immer die gleiche Statisterie, anscheinend bekleidete Puppen (dabei sind Statisten in Indien bestimmt recht billig). Ich lege ja immer viel Wert auf Logik und freue mich bereits, wenn Julia Roberts mit schwarzen Pumps die Treppe heruntersteigt, durch die Türe geht und das wartende Auto mit - roten Pumps besteigt. Das sind die Freuden eines Kino-Enthusiasten. Inder sehen das nicht so. In einem Film zu Akbars Zeiten (der lebte im 16. Jht) stieß ich begeistert meinen indischen Begleiter, einen Studenten, an und rief "Look, that soldiers has a watch and sneakers". Mein Student klopfte mir beruhigend auf die Schulter und meinte völlig verständnislos: "Na und, ich habe doch auch eine Armbanduhr und Turnschuhe" und hob dann seine Beine hoch, damit ich die Turnschuhe auch bewundern konnte.

Als ich dann in Bangla Desh war, war es kurz vor dem Monsun und unerträglich heiß und vom Herumlaufen in Dacca war ich schon ganz gerädert und genervt. Jetzt in ein Kino - Aircon, ne, das gab es in Dacca damals natürlich nicht - aber doch eins mit Ventilator.

Gedacht, getan. Vor dem nächsten Kino hielt ich an, sah die Hindi Plakate und kaufte mir eine Karte. Seltsam war nur, dass auf der einen Seite die Männer standen und auf der anderen Seite einige Frauen. Noch seltsamer, dass eine Frau mit mir ins Kino ging. Noch seltsamer dann, als das Licht ausging und der Film anfing - von wegen Hindifilm. Es kam ein amerikanischer Soft-Sexfilm - und das in einem stockmoslemischen Land wie Bangla Desh! Ich war doch sehr erstaunt, umso mehr, als die Dame neben mir plötzlich anfing an mir und meinen tieferen Teilen herumzufummeln. Jetzt kapierte ich endlich - das war offensichtlich kein seriöses Kino.

Peinlich berührt verwahrte ich mich zuerst höflich, dann laut gegen diese Attacken. Das war wohl das Falsche: die "Dame" neben mit fing laut an mit mir zu diskutieren - naja, ich verstand zwar nichts, konnte mir aber denken, um was es ging. Schade - ich hätte mir jetzt doch eher eine brave muslemische Dame gewünscht, die den Mund hält und drei Meter hinter einen geht. Das war aber nicht so - in kürzester Zeit hatte sich die Umgebung eingemischt, dann das ganze Kino. Ein Teil schimpfte auf die Frau ein, der andere unterstützte sie. Einige meinten, sie habe ihr Geld zu bekommen, weil ich sie ins Kino genommen hatte (hatte ich das??), andere meinten, wenn sie nichts gelesitet hätte, hätte ich auch nichts zu bezahlen. Schließlich ging auch noch das Licht an und der Filmvorführer mischte sich ein. Irgendwann war ich so genervt und gab ich ihr die geforderten 100 Takka (so um die 2 US $) und verließ mit hochroten Kopf und ganz klein das Kino.

Seither passe ich doch sehr genau auf, in welches Kino ich da gehe.

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02.06.2009, 01:48

Das ist... SPITZE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Das sind ja wohl die besten Storys, die ich seit langer Zeit gehört/gelesen habe! A)d Dafür MUSS man einen




vergeben! Bitte weiter so! Wäre doch auch sicher ein schöner Dauerthread, an dem sich auch andere Mitglieder "vergreifen" dürfen, odrrrrr??? :applaus:
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03.06.2009, 18:25

Peinlich 4 - Indien

Nach langen Jahren war ich mal wieder einmal in Indien gelandet, genauer in Südindien. Es hatte sich einiges geändert: es gab Computerausdrucke asl Tickets für Fernstreckenbusse - ich war baff über diesen Fortschritt. Ich kannte noch die handgeschriebenen Zettel, auf denen Name, Geburtsland, Name des Vaters und der Mutter und was weiß ich alles notiert und bestempelt wurde.

Na gut: ich machte mich also 2 Tage später wohlgemut mit meiner Reisetasche zum Busbahnhof auf, bekam auch den richtigen Bus, noch mal alles gecheckt - Nummer des Busses stimmte, Ziel stimmte, Abfahrstzeit stimmte und mein reservierter Platz war auch noch frei - hatte mal wieder alles wunderbar geklappt. Ich deponierte meine Reisetasche im Bus, lief noch etwas herum, trank gewohnheitsmäßig noch 2 wunderbare Chay (indischer Tee, höllisch stark mit Büffelmilch, viel Zucker und viel Gewürzen) und setzte mich dann erwartungsvoll auf meinen Platz. Dann sollte es los gehen - aber da erschien ein diensteifriger indischer Geist und begann auf mich einzureden "Wait, wait, wait". Wieso sollte ich warten? Ich machte ihm mit meinem besten English klar, dass ich überhaupt nicht bereit wäre, zu warten und ich im Besitz eines gültiges Fahrscheins wäre, der genau auf diesen Bus, diese Reisezeit und diesen Sitz lautete und ich von diesem nicht und in keinem Fall aufstehen würde. Aber das war dem egal - ständig redete er gestikulierend auf mich ein "wait, wait, wait" und irgendwann stimmten alle Businsassen in diesen blöde Ansinnen ein. Irgendwann begann ich wirklich an dem Geisteszustand der Inder zu zweifeln, erklärte zum letzten Mal, dass ich hier sitzen bleiben und mit diesem Bus fahren werde, hielt ihm mein Ticket unter die Nase, klopfte mit dem Finger demonstrativ auf Busnummer, Zielort und Abfahrtszeit, erwähnte auch noch die Sitznummer und hielt sie ihm nahe unter die Nase und drehte mich demonstrativ zum Fenster.

Schließlich begann der Kerl doch tatsächlich meine Tasche herunter- und aus dem Bus zu zehren und machte mich damit doch recht ärgerlich. Drohend baute ich mich vor ihm auf (schön, ich war mehr als eineinhalb Kopf größer - immer gut) und schließlich verschwand er verzweifelt. Der Bus fuhr aber trotzdem nicht - alle Inder schrieen jetzt auf mich ein "Wait, wait, wait". Meine einstmals gute Meinung über den Geisteszustand er Inder sank immer tiefer - inzwischen hielt ich alle für plemplem.

Schließlich nach mehreren Minuten kam heftig schnaufend und schwitzend ein sehr distinguierter indischer Herr mit Anzug, weißem Hemd und Krawatte (!!!!), bestieg den Bus, baute sich vor mir auf und erklärte mir im allerbesten Oxford-Englisch (besser als mein Englisch), dass meine Reisetasche etwas zu groß sei und ich mein Gepäck daher wiegen müsse - "please weight your luggage" - , da ich für das Gepäck eine Gebühr zahlen müßte - mein Gott: konnten die dämlichen Inder "weight" und "wait" nicht besser ausssprechen und hatte ich dämlicher Tourist so wenig Fantasie, um zu kapieren, was die wollten - zutiefst zerknirscht stimmte ich zu, ein Dienstmann griff meine Tasche und lief davon, kam nach kürzester Zeit laufend zurück, hiefte die Tasche in den Bus, hielt mir einen Zettel hin, dem ich entnahm, dass mein Reisegepäck 12 kg schwer war (Respekt - ich war schon mal mit mehr Gepäck gereist) und ich 9 Rupien (damals ca. 0,60 DM) zu zahlen hätte. Ich gab ihm doch recht verlegen das Geld (vergaß sogar das Bakshisch), alle Inder im Bus grinsten befriedigt, der Fahrer nahm endlich Platz und mit mehr als 40min Verspätung ging es dann los.

Übel nahm es mir übrigens keiner, der Fahrer wollte bei den Pausen mit mir sogar seine Zigaretten teilen - aber ich rauche ja nicht. Und die restlichen Inder hatten was zu erzählen - ich konnte mir gut vorstellen, wie sie sich über den dummen Ausländer lustig machten.



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03.06.2009, 19:36

Skurill 5 - Sri Lanka

Bei einem Spaziergang am Strand in Sri Lanka traf ich einstmals einen Strandverkäufer (die trifft man als Tourist natürlich immer und überall, aber dieser war ein ganz Spezieller).

Er verkaufte Holz-Elefanten. Da ich aber keine Holz-Elefanten brauchte, da ich 1. schon aus Indien wunderschöne Elefanten mit Intarsienearbeit daheim hatte und 2. die Elefanten, die er verkaufen wollte, einfach scheußlich und 3. schlechte Schnitzarbeit und 4. mit schwarzer Schuhpaste angeschmiert und darum eben kein "Orginal-Ebenholz" waren. Dies versuchte ich ihm höflich und deutlich klar zu machen, aber so leicht war er nicht abzuschütteln. Er hatte noch Kistchen, Holzstäbchen, Holzgeckos und diverses andere, das ich aber auch nicht wollte.

Aber Touristen sind ja in erster Linie zum Kaufen da und nach einigem Überlegen fiel ihm ein, dass ich ja doch irgendwelche Sarongs oder Stoffe brauchen könnte - brauchte ich aber auch nicht. Wieder Überlegen, dann wollte er mir eine sightseeing tour andrehen - ich war aber schon 4 Monate in Sri Lanka und hatte absolut, aber auch absolut ALLES gesehen (sagte ich ihm, auch wenn ich beileibe nicht alles gesehen hatte). "You want cigarettes?". Nein wollte ich nicht (das ich nicht rauche, glaubte er mir offensichtlich nicht).

Er kapierte jetzt anscheinend, dass ich ein ganz hartherziger, boshafter und hartnäckiger Kunde war, der nicht wollte, wie er sollte. "You want arrac?" Bloß nicht - das Zeug hatte ich einmal probiert, einmal und nie wieder. "You want Ganja?". Natürlich wollte ich auch kein Ganja (Haschisch). Pause. "You want Cocaine?". Hartherzig wie ich nun mal bin, wollte ich auch kein Kokain. Pause. "You want H?". Gott bewahre, ich wollte einfach auch kein H (Heroin). Wieder Pause. Was könnte dieser Tourist wollen? "You want boy?". Den wollte ich schon gar nicht....

Dann lange Pause - mindestens 5 Minuten schlich er neben mir her, schweigend. Anscheinend überlegte er, was es noch Ausgefalleners geben konnte, was der Touristenkerl da wollte - dann fiel ihm anscheinend das Allerverworfenste ein. "You want girl?". Für ihn - leider - wollte ich auch nicht.

Schließlich gab er es auf, aber nicht ohne ein "Give me money". Auf meine Frage, warum denn, meinte er nur, er habe mich doch unterhalten......

Aber ich bin halt doch recht hartherzig und behielt mein Money.

Aber seitdem kenne ich die Stufenleiter der menschlichen Laster - anscheinend ist die Frau das schlimmste aller Laster 012010

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04.06.2009, 14:39

Das schlimmste aller Laster...

Zitat: Aber seitdem kenne ich die Stufenleiter der menschlichen Laster - anscheinend ist die Frau das schlimmste aller Laster 012010

Ohweia!!! Sooo denkt man also in Sri Lanka über `die Frauen´ als solche. Ich bin einigermaßen entsetzt. Lieber yaWo, sicher wirst Du Verständnis dafür haben, daß man diese Aussage so nicht unkommentiert stehen lassen kann!? _(.) Da kann ich nicht umhin, einige ergänzende/erklärende Sätze aus berufenem Munde anzufügen.

Der britische Medizinprofessor Ian Roberts verurteilte unlängst alle übergewichtige Frauen, das Weltklima deutlich mehr zu belasten als der normalgewichtige Teil der Bevölkerung. Das Umweltmagazin GLASAUGE hat diesen Gedanken aufgegriffen und deutet mit erhobenem Zeigefinger auf die bisher unentdeckten Klimakiller mitten unter uns:

Klimakiller: Weiber

Dass die Weiber von Natur aus alles falsch machen, versteht sich von selbst. Da bildet das Thema Klima keine Ausnahme: Sackblöd kriechen sie mit 140 über die Autobahn und blockieren mit ihrer defensiven Fahrweise alle Spuren, nicht wissend, dass die Männer in ihren hochgezüchteten PS-Boliden danach wieder versuchen müssen, die verlorene Zeit bei Tempo 280 aufzuholen.

Geradezu furchtbar: Ganze Regenwälder müssen monatlich abgeholzt werden, nur damit die Weiber in ihren Hochglanzzeitschriften lesen können, wie sie abnehmen können / wie es dem englischen Königshaus geht / wie sie sich in diesem Winter anziehen sollen / wie die Sterne für sie stehen.

Das Bundes-Umweltministerium will daher speziell für alle an diesen Themen interessierten Bürgerinnen einen Recycling-Zettel herausgeben, auf dem steht: Friss nicht so viel. / Gut (da reich). / So, dass es Sie nicht friert. / Alles dufte [Zitat Ende*]
* aus Welt-online, von Thomas Winkler _(.)

Wie gesagt, ich bin entsetzt...

Joey
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04.06.2009, 18:43

Das schlimmste aller Laster...

Da kann ich nur drauf sagen: 012010 012010 012010 012010 012010 012010 012010 012010

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04.06.2009, 19:05

Sensibilität

Anfang der 90iger Jahre war meine Frau für 3 Monate alleine in Ägypten unterwegs (ohne Gruppe, sondern als Individualtourist).

Eines Tages wanderte sie vom Tal der Könige über die Berge hinüber zum Deir el-Bahri (Hatschepsut-Tempel) - das war noch vor dem grossen Massaker und der Berge waren noch möglich, heute ist alles gesperrt, da patrollieren unzählige Polizisten und Militärs auf Kamelen und lassen keinen Touristen mehr in die Berge). Irgendwann kurz vor Deir el-Bahri sah sie einen Ägypter in Galabija den Berg heraufhetzen - schon wieder einer, der was verkaufen will. Aber das war nicht der Fall - durch eindeutige Gesten an seinen Geschlechtsteilen machte er klar, dass er eher ein intimes Stündchen in einer der Grabhöhlen vor hatte. Da kam er aber recht schlecht an: meine Frau begann ihn so lautstark zu beschimpfen, dass schließlich ein berittener Polizist daher galoppierte und der liebesfreudige Ägypter Reißaus nahm.

Meine Frau hatte einige Tage vorher eine deutsche Lehrerin kennengelernt, die schon seit vielen Jahren in sämtlichen islamischen Ländern von Marokko bis Pakistan, von Ägypten bis Somalia und Mali herumreiste und fließend arabisch und ägyptisch sprach - außerdem war sie eine sehr wortgewaltige Dame (hat sie als Lehrerin wahrscheinlich in der Schule gelernt). Mit der wanderte sie dann am nächsten Tag in den Bergen rund um Deir el-Bahriherum (von oben hat man einen absolut wunderbaren Blick auf den Tempel).

Irgendwann machten sie Pause unter einem Felsvorsprung, als ein Ägypter mit Galabija den Berg herauf hetzte (Galabija sind ja nicht selten, jeder zweite Ägypter trägt eine). Meine Frau meinte, "Schau, ich glaub, das ist der Kerl von gestern". Kaum war der "Kerl" da, begann die Freundin ihn auf arabisch wüstest zu beschimpfen - der Kerl stand da, mit offenen Mund, er kam gar nicht zu Wort, drehte sich dann um und lief in langen Sprüngen wieder ins Tal (dazu muß man sagen, dass arabische oder ägyptische Beschimpfungen recht rüde, obsön und ordinär sind - "der Sohn einer läufigen Hündin" ist eine der freundlichsten Beschimpfungen). Während die Freundin den Ägypter verbal niedermachte, war meine Frau immer kleiner geworden und als er dann blitzschnell davonlief, meinte sie: "Duuuuu, das war ein ganz anderer, das war gar nicht der von gestern".

Sie bekam als Antwort: "Ach was, das hat der verdient, das schadet dem nicht, die sind doch eh alle gleich".

Man sieht: Frauen sind doch die sensibleren Wesen....

(Mit Erlaubnis meiner Frau und deren Freundin)

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04.06.2009, 19:20

Wieder daheim

Nach drei Monaten in Burma und Thailand kam ich wieder am Flughafen München an. Ich hatte die Freundlichkeit, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft im Urlaub unwahrscheinlich genossen und verließ noch völlig unangepasst das Terminal und ging auf einen Bus der öffentlichen Verkehrsbetriebe zu, dessen Leuchtschrift mit der Zielangabe ausgeschaltet war, steckte meinen Kopf zu Tür hinein, grüßte und fragte, ob der Bus da und dort hin führe.

Die grantige und unfreundliche Antwort: "O mei, frogt der bled - da stehts doch" und deutete auf ein Blatt, das am nächsten Pfosten hing.

Da wußte ich: endlich wieder daheim......

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04.06.2009, 19:59

Geografie

Vor langer, langer Zeit war ich wieder einmal in Indien. Das war noch vor dem Anschluß der DDR an die BRD und bevor dort die "blühenden Landschaften" (von denen Birme Kohl so gerne sprach) mit (wie man heute weiß) 20, 30, 40 % Arbeitslosigkeit geschaffen wurden, sprich: vor der Wiedervereinigung.

Es war entweder 1986 oder 1987, als ich einen US-Amerikaner traf irgendwo in Nordindiene. Es gab natürlich die obligatorischen Fragen: wie heißt Du, woher kommst Du, wohin reist Du und wo lebst Du. Und letzteres fragte er mich denn auch: wo lebst Du denn. Ich antwortete ihm wahrheitsgemäß "In Germany". Seine Replik: "Which Germany? Ours or the Russians?" (Welches Deutschland? Unseres oder das von den Russen?).

Die Ehrlichkeit und Direktheit der Amis fasziniert mich manchmal doch sehr.

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05.06.2009, 12:55

Schei... Geographie!!!

Nun will ich´s auch mal versuchen. Diese Reihe gefällt mir einfach zu gut, um nicht eine kleine Schmunzelstory beizutragen.

In den 80er/90er Jahren bin ich Jahr für Jahr in Kenya zum Big Game Fishing gewesen (wer weiß, was das ist und ein paar Tipps oder einen Erfahrungsaustausch sucht, schreibt mir einfach `ne PN). Bei solchen Ausflügen an "den Rand der Zivilisation" lernt man naturgemäß eine Menge seltsamer Leute kennen: Aussteiger, Abenteurer, Einwanderer, Entwicklungshelfer, Wirtschafts- und Unterhaltszahlungsflüchtlinge, gesuchte Straftäter... nur, "normale" Menschen habe ich da eigentlich nie getroffen. Naja, lag ja vielleicht auch ein bißchen an mir, hatte mit den Pauschal-Touris eigentlich nie etwas zu tun und pflegte vornehmlich meine Kontakte zur englischen "Hochseefischer-Gilde".

So traf ich im Jahre 1987 auf Peter V. (Nachname geändert), ein Alleinreisender aus Berlin. der sich in unsere Unterkunft "verirrt" hatte und nun relativ alleine (da Nicht-Angler), ohne Kontakte zu Einheimischen, ohne Kontakte zu deutschen/englischen Einwanderern, ohne englische Sprachkenntnisse (geschweige Suaheli) in unserer Unterkunft saß und sich zu Tode langweilte. Nun, der arme Kerl tat mir leid und so habe ich mich -so es denn mein Zeitplan zuließ- ein wenig mit ihm beschäftigt, was er mir sogleich dankte, indem er mich spontan in sein Herz schloß und mir dieses dann auch öffnete. So erfuhr ich, daß Peter im Hauptberuf der "Leutnant" von Otto Schwanz war, dem damaligen im August 2003 verstorbenen "Rotlichtkönig" von Berlin. (Wer nicht weiß, was ein "Leutnant" ist: Das ist der Anführer der Schlägertruppe, die dem "König" den nötigen Respekt in der Szene verschafft.)

Otto Schwanz war damals in den Antes-Skandal verwickelt, benannt nach dem früheren Baustadtrat von Charlottenburg, Wolfgang Antes. Dieser Skandal erschütterte Mitte der 80er-Jahre West-Berlin und brachte einige Stadträte ins Gefängnis. Otto Schwanz wurde 1987 zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Wort vom "Berliner Sumpf" wurde geprägt und stand für eine kriminelle Verquickung zwischen Politik, (Bau)-Wirtschaft und Unterwelt. Die Hamburger Wochenzeitung Zeit schrieb damals über die "erstaunlichen Verbindungen zwischen der CDU und der Unterwelt". Eine der Schlüsselfiguren dieses Sumpfes: Otto Schwanz, Beruf: Bordellbetreiber und Ganove. (Quelle: Berliner Zeitung, 23. August 2003)

Eines schönes Tages, beim Frühstück, wandte sich Peter an mich und beschwerte sich darüber, daß er hier "in dem Kaff" keinen "Sonnenunterjang" sehen könne. Im ersten Augenblick war ich etwas baff; sollte man doch wissen, daß Kenya in OSTafrika liegt und man über dem Indischen Ozean die Sonne nur AUFgehen sehen kann. Und so versuchte ich Peter vorsichtig die geographische Lage seines gewählten Reiselandes zu erläutern. Das schien jedoch auf ihn keinen Eindruck zu machen; "Ick will´n Sonnenunterjang sehn!!!" schrie er in sichtlich genervtem Ton. Den zweiten Versuch, ihm die Lage des Kontinents zu erklären, brach ich an der Stelle ab, als er mich plötzlich mit einem Blick streifte, der bei einer Hyäne zum sofortigen Herzstillstand geführt hätte. Wir schwiegen uns ein paar Minuten an, dann brach er das Schweigen und fragte: "WO kann ick denn´n Sonnenunterjang sehen?" Hm, dachte ich, sag ihm doch einfach die Wahrheit und erläuterte ihm daraufhin vorsichtig, daß die Sonne überall auf der Welt im Westen untergeht und er so das gewünschte Ereignis nur an der Westküste Afrikas bewundern könne. "Wie heißt dat da?" Fieberhaft überlegte ich, welcher Ort in Westafrika wohl an der Küste liegen könnte. "DAKAR" rief ich aus, "Dakar ist die westlichste Stadt Afrikas. Da sieht man JEDEN Abend einen Sonnenuntergang!"

Ich hatte das Gespräch nach wenigen Tagen bereits vergessen, da fragte mich ein Angestellter unserer Anlage, wo denn der Gast Peter V. sei. Hm, dachte ich, hab´ihn auch schon länger nicht gesehen. Es gab eine Umfrage unter allen Gästen, die jedoch auch nichts Brauchbares zutage förderte. Wir begannen uns düstere Gedanken zu machen. Mich hatte man als Peters "Freund" identifiziert und so oblag es mir die Polizei, die Deutsche Botschaft oder das Technische Hilfswerk anzurufen und um Hilfe zu bitten. Ich war kurz davor...

DAAAA öffnete sich plötzlich das Tor zu unserer Unterkunft und ein erkennbar bestgelaunter Peter spazierte herein. "MANN, wo warst Du?" riefen alle im Chor. "Wir hatten schon die schlimmsten Befürchtungen!" Peter genoß es sichtlich im Mittelpunkt zu stehen. Er wartete, bis sich die Unruhe gelegt hatte, holte tief Luft, was die Spannung zum Siedepunkt brachte und stieß hervor: "ICK HAB´N SONNENUNTERJANG JESEHN!!!!"

Als der anschließende Trubel sich gelegt hatte, konnte ich Peter beiseite ziehen und erfuhr daraufhin, daß er sich nach unserem Gespräch mit dem Taxi zum Flughafen Malindi hatte fahren lassen, dort (OHNE Englischkenntnisse!!!) eine Maschine nach Nairobi gechartert hatte, von dort nach Dakar geflogen war und endlich, am westlichsten Punkt Afrikas, seinen ersehnten Sonnenuntergang genossen hatte.

Epilog

Bin mit Peter zufällig in der gleichen Maschine nach Hause geflogen. Natürlich saßen wir nebeneinander. Und so ergab es sich, daß mich Peter, als ich die Maschine an meinem Zielort verließ, aufs Innigste umarmte, küsste und mir mit leiser Stimme, aber unmißverständlichem Unterton ins Ohr flüsterte: "Du bis´n Kumpel! Ick hab Dir jern! Wenn Du mal´n Problem has´, ruf mir an! Ick bin sofort da. Und dann jibt´s kein Problem mehr!" und drückte mir so´ne Art Visitenkarte in die Hand, die ich bis heute als "so´ne Art Lebensversicherung" mit mir herumtrage.... :neo:
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17

05.06.2009, 14:30

WOW.......dieses Thema fin ich einfach super Klasse.......

es macht mir richtigen Spaß das zu lesen.......was es nicht so alles zu erleben gibt auf unserer schönen Welt......

Vielleicht fällt auch mir bei Gelegenheit noch etwas passendes dazu ein....habe ja auch schon so einiges erlebt..

DANKE yaWo für die Einstellung dieses tollen Thema`s...... A)d .......weiter so......



und auch Danke an dich Joey für deine Beiträge.......einfach super toll geschrieben.....zum Schmunzeln.... :-))



Liebe Grüße Heike
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18

08.06.2009, 17:59

Der König ist tot - lang lebe der König - oder: die dummen Touristen

Vorwort: Thailänder haben wie viele Asiaten das Problem, dass sie bestimmte Buchstaben nicht aussprechen können, z. B. das R. Das thailändische Wort für Tourist "farang" klingt dann wie "falang" oder "faang".

Vor einigen Jahren kamen wir mit dem Flugzeug aus Burma zurück nach Bangkok. Ich hatte ein Pärchen angequatscht, damit wir uns ein Taxi in die Stadt teilten (Hinweis: ich bin aber KEIN Schwabe). Meine Frau, das Pärchen und ich also in ein Taxi und das Taxi mit thailändischer (Höchst)Geschwindigkeit dann Richtung Stadt. Aber nicht weit, denn plötzlich gab es den typischen Bangkoker Stau - alles stand, nur die Gegenseite war völlig frei. Unser Driver konnte fast kein Englisch, er döste vor sich hin, schoß aber plötzlich begeistert hoch, wedelte mit seinen Händen und rief mehrmals "king die, king die".

Wir waren entsetzt - der König tot und der Kerl freut sich und das wo doch alle Thailänder den König so lieben und verehren. Sofort ging eine wilde Diskussion zwischen meiner Frau, dem Pärchen und mir los über die Zukunft Thailands - kommt nun der korrupte und kriminelle Sohn an die Macht, bringt er seine Schwester um wie vorausgesagt, gibt es Bürgerkrieg oder einen Putsch. Allgemeine Meinung: armes Thailand. Der Fahrer immer wieder begeistert "king die, king die". Mehrmals Rückfragen "king dead"? "Yes, king die".

Irgendwas kam uns doch recht spanisch vor (und das in Thailand) - der Kerl war doch zu euphorisch. Plötzlich kam auf der gegenüberliegenden Fahrbahn eine Gruppe von Polizisten auf Motorrädern. Der Taxifahrer sprang vor Begeisterung fast aus dem Wagen, "king die, king die" und da kam auch schon ein dicker großer Wagen (irgendein Mercedes) auf der gegenüberliegenden Fahrbahn - der Fahrer machte begeistert irgendwelche Lenkbewegungen, deutete auf das Fahrzeug und rief immer wieder "king die".

Endlich kapierten die blöden farangs: "king drive" - der König fuhr mit seinem Wagen vorbei.

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19

16.06.2009, 10:46

Weiter so!!!!!!!!!!!!!

Wollte nur mal schnell das Thema wieder hochholen. Wäre doch zuuuu schade, wenn es in der Versenkung verschwände.

Also, hängt Euch mal hier rein!!!!!!!!!!! 00000013

Joey
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20

16.06.2009, 16:36

Skurriles und Peinliches

A)d Ein dickes Lob für diese spannende Rubrik... A)d

Geschichten, die das Leben schrieb... interessant mit Schmunzeleffekt erzählt...

KLASSE!!!!

Ja, wen hat es nicht schon einmal ins Fettnäpfchen hinein gezogen??

Da gibt es bestimmt noch viel gute Geschichten zu erzählen und ich bin der gleichen Meinung wie Joye:
das Thema muss 'ganz oben' bleiben!!

LG Sonnenstunden
00000011
Die großen Ereignisse, das sind nicht immer unsere lautesten, sondern unsere stillen Stunden :love:
(Friedrich Nietzsche)