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  • »Joey« ist der Autor dieses Themas

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1

09.07.2009, 01:01

Aus aktuellem Anlaß_III

Ja dann will ich mal weitererzählen, wie das weiland war, als wir auf die Idee kamen, von Ostwestfalen in Richtung Persischer Golf zu fahren.

Nach unserem stop-over in Teheran war unser nächstes Ziel Isfahan, die unvergleichlich schöne Stadt aus 1000 und einer Nacht, mit den traumhaft schönen Moscheen, den großzügigen Plätzen, dem weltberühmten Basar.

Die Stadt liegt im Zentraliran, rund 400 Kilometer südlich von Teheran auf einer Seehöhe von 1500 Metern in einer Flussoase im fruchtbaren Tal des Flusses Zayandeh Rud am Rande des Zagrosgebirges.

Im Süden und Westen der Stadt erheben sich die Bakhtiyari-Berge, und im Norden und Osten erstreckt sich die iranische Hochebene, die in die großen Wüsten übergeht.

Da gab es zunächst nur das unbedeutende Problem der Streckenführung. Wir hatten uns zuhause eine Vielzahl von Straßenkarten angesehen und waren zuletzt bei Karten von Bartholomew gelandet. Ich bin heute noch der festen Überzeugung, daß diese Karten das Beste sind, was man an "Straßenkarten" für Kontinental-Trips bekommen kann. In unseren Karten war jede Oase, jedes Wadi (die aber auch mal gerne ihren Verlauf ändern, je nach Jahreszeit) und jede Karawanserei eingezeichnet. Auch die Entfernungs- und Höhenangaben waren vertrauenswürdig. Das war manchmal lebenswichtig. So kamen wir überein, eine der größten Salzwüsten der Erde, die Salzwüste Dasht-e Kavir zu durchqueren. Das waren schlappe 400 km durch eine Landschaft, die diesen Namen nicht verdient. Wir haben sie "Gegend" genannt. Links und rechts der Straße nichts als "Gegend". Das Salz glitzerte am Boden bis zum Horizont... es mutete an wie frisch gefallener Schnee. Die Augen schmerzten trotz Sonnenbrille. Dazu die höchsten Temperaturen, die ich je im Leben erlebt habe. Ohne Übertreibung: 70 Grad Celsius im Auto. Trotz geöffneter Fenster. Um den Motor zusätzlich zu kühlen mussten wir mit voller Heizung im Auto fahren. Das entzieht dem Motor zusätzlich Wärme. Trotzdem hatte ich 130 Grad Öltemperatur. Um den Kopf hatte man ein nasses Handtuch gewickelt, das der Beifahrer ständig feucht halten mußte. Ansonsten war der Hitzschlag vorprogrammiert. Wie schon einmal erwähnt, war man ständig im Zwiespalt: Wer bekommt das Wasser? Der Fahrer oder das Auto??? Mein armes Autochen...


So sah´s aus, bevor wir in die Salzwüste einfuhren. Erkennt jemand die präzise "Straßenführung"!?







Aber es war ein unvergleichlicher Triumph, als wir nach nur 1 (in Worten: einem) Tag in Isfahan eintrafen. O.K., die Iraner hatten glücklicherweise ein etwas distanziertes Verhältnis zu ihrer Obrigkeit, zu Gesetz und Ordnung, vor allem zu ihren Verkehrsregeln. Will heißen, man fährt am besten so schnell wie´s das "Geläuf" zuläßt, bzw. was der fahrbare Untersatz hergibt. Natürlich kann man auch mal Pech haben. So ging´s mir, als sich mir plötzlich -wie aus dem Nichts- mehrere schwer bewaffnete Armeefahrzeuge in den Weg stellten und ich meine private "Rallye Paris - Dakar" unterbrechen mußte. Aber was dann geschah, ist schon wieder eine story für sich. Nur soviel: Nach einer hochnotpeinlichen Durchsuchung des Autos (man suchte Photomaterial; in der Nähe muß wohl eine geheime amerikanische Radar- und/oder Raketenstellung gewesen sein) und einer 1 stündigen Belehrung in politischer Wissenschaft durch den diensthabenden Offizier, durfte ich mein komplettes Gepäck wieder einladen und weiterfahren. Schließlich waren wir ja Verbündete, odrrrrr???? 0000008


Dann sahen wir endlich Isfahan. EIN TRAUM!!! (Ich entschuldige mich schon wieder für die Schei..qualität der Bilder; soll besser werden...) Das Herz der Stadt ist der Meidan-e Emam (Imam-Platz, früher Königsplatz). Er wurde von Schah Abbas I. Ende des 16. Jahrhunderts angelegt, ist über 500 Meter lang und wird von doppelstöckigen Arkaden eingefasst. An jeder Ecke ist er mit einem Gebäude geschmückt: Mit den Prachtmoscheen Masdsched-e Emam (Schah-Moschee) und der Lotfollah Moschee sowie dem Palast Ali Qapu (Hohe Pforte) und dem am nördlichen Ende sich anschließenden Basar gehört er zu den größten Sehenswürdigkeiten des Vorderen Orients. Er ist weltweit der größte Platz seiner Art und zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO.


Zunächst ein Bild der Scheich Lotfollah Moschee an der Ostseite des Platzes. Eine der wenigen Moscheen (wenn nicht die einzige der Welt) mit einer cremefarbenen Kuppel... wie ich mir habe sagen lassen _(.) .






Und noch 2 Bildchen von der Schah-Moschee. Wie oben schon erwähnt, ließ Schah Abbas I. den Meidan-Platz zwischen 1590 und 1595 anlegen. Er wird von der gewaltigen Schahmoschee (erbaut 1612-1637) dominiert. Mit ihrem riesigen Stalaktitengewölbe* und der mit Kacheln in Gelb- und Blautönen aufwendig verzierten Spitzkuppel zählt sie zu den Höhepunkten der Safawidenarchitektur.

* Die Photos zu dem vorgenannten Gewölbe und dem Inneren der Moschee reiche ich bei Interesse noch nach.








So, das soll mal wieder für heute reichen. Wenn´s Euch gefällt, schreibt´s mir. Dann kann ich noch ein paar Eindrücke von unserer "Kaffeefahrt" nachreichen.

Bis dahin, beste Grüße und Salam aleikum,

Joey
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2

09.07.2009, 11:16

:--) freu :--) freu :--) freu :--)



Klasse Joey........... A)d



wieder sooooo lebendig erzählt......... und die Foto`s sind doch OK.......

ich seh nuuuuur Sand öä. ...nix Straßenführung... :;)



BITTE BITTE WEITER ERZÄHLEN :01_)





Liebe Grüße Heike :-))
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00000011

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3

09.07.2009, 18:20

Klasse

Hallo Joey

Die Strasse habe ich nicht gesehen _(.)

Der Bericht ist mal wieder Klasse, ich hoffe das man bald ohne Problem wieder dahin fahren kann.

Es hört sich so Interessant an, da bekommt man Lust sofort dahin zu fahren.

Liebe Grüße

Siggi

PS: Die Bilder sind doch Gut

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4

09.07.2009, 18:30

Aus aktuellem Anlaß III

Hi Joey,



Berichte aus Deiner Feder sind wirklich Spitze und immer wieder lesenswert A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d



Diese Fahrt war aber wohl Abenteuer pur, oder irre ich mich da ???



Liebe Grüße Monika 00000011
Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet.

J.W.Goethe