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31.08.2009, 17:44

Riten in Bali

Religiöse Riten begleiten den Balinesen von der Geburt bis zum Tod. Sie sind wichtig für den Zusammenhalt der Familie, der Sippe und des Dorfes. Alles ist von religiösen Regeln geleitet: der Bau eines Dorfes, eines Tempels, eines Hauses, die Aussaat des Reises usw. Auf Schritt und Tritt begegnet man in Bali der Religion - sei es auch nur im täglichen Darbringen der Opfergaben.

Für die Balinesen hat alles in der Natur seinen Sinn und Platz. Das Heilige und Gute ist hoch wie die Berge und sitzt in den Bergen, vor allem am Vulkan Gunung Agung; alles Böse, Gefährliche, Drohende kommt vom der Tiefe, vom Meer. Die Balinesen sind damit einige der wenigen Inselbewohner, bei denen das Meer wenig Bedeutung hat.

In Bali glaubt jeder an Naturgeister, seien sie gut oder böse - und die müssen durch Opfergaben besänftigt werden. Die guten Geister erhalten ihr Opfer in hoch angebrachten Altären (die Opfergaben dürfen nicht einmal auf dem Boden eines Pickup liegen - unten ist ja böse), die bösen Geister erhalten ihre Opfergaben direkt auf dem Boden dargebracht - Hunde, Hühner, Vögel, Mäuse und Ratten freuen sich daran. Und diese Opfergaben werden mehrmals täglich gegeben - so sieht man immer wieder Frauen und Kinder im Gespräch sitzen und Opfergaben herstellen. Unmengen von Läden im Pasar stellen dementsprechend Opfergaben her.

Alles in der Natur besteht für den Balinesen aus der Dualität von Gut und Böse, von Hoch und Tief, von Rein und Unrein, von Tag und Nacht, Ost und West - und diese Dualität muß immer wieder durch Zeremonien, Opfergaben und Tänze in Übereinstimmung gebracht werden. Im bekanntesten balinesischen Tanz des guten Barong und der bösen Hexe Rangda siegt demnach auch nie eine Seite - sie werden immer ins Gleichgewicht gebracht.

Die Balinesen sind sehr gläubig, selbst das kleinste Kind ist im Tempel und bei den Festen anwesend und lernt die Hände zum Gebet hochzuhalten.

Trotz all der Geister und Götter glauben die Balinesen letztendlich nur an einen Gott: an Agama Hindu. Alle anderen göttlichen Wesen sind letztendlich nur Teilaspekte dieses höchsten Gottes, sei es nur Brahma (der Schöpfer), Vishnu (der Bewahrer) oder Shiva (der Zerstörer und Erschaffer).

Opfergaben zum Kauf auf dem Pasar (Markt)




Opfergaben aus Reismehl zum Schutz am Hauseingang


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31.08.2009, 17:52

Riten in Bali

Darbringen der Opfergaben (wird wohl niemand vergessen, der in Bali war)




Alte Opfergaben


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31.08.2009, 18:03

Tempel in Bali

Wohl nirgends in der Welt gibt es so viele Tempel wie in Bali - und all die Tempel werden auch wirklich benutzt.

Große, kleine, reiche, einfache - Tempel gibt es überall. Das beginnt schon beim Haus: jedes balinesische Anwesen muß einen Tempel haben und diese Tempel können bei reichen Familien beträchtliche Ausmaße annehmen. Jedes richtige Dorf muß drei Tempel haben: den Ursprungstempel, den Dorftempel (Pura Desa) und den Totentempel (Pura Dalem, der immer berab liegt und wo die Toten verbrannt werden). Dann gibt es noch die subak-Tempel für die Sippen und die Banjar-Tempel. Jede öffentliche Wasser- oder Badestelle hat ihren Tempel oder ihren Schrein, der den Gottheiten des Wassers oder der Quelle geweiht ist. Jedes Reisfeld hat seinen Schrein, der der Reisgöttin gewidmet ist.

Normalerweise liegen die Tempel verlassen und ungeschmückt dar. Nur an Festtagen, wenn die Götter und Ahnen aus dem Himmel herabsteigen, ist der Tempel überreich geschückt und belebt sich mit festlich gekleideten Menschen. Mehere Tage gibt es Tanz und Musik, bis die Götter wieder in den Himmel zurückkehren. Dann liegt der Tempel wieder leer da.

Meistens gibt es bei den Tempeln keine geschlossenen Häuser und -räume, sondern viele Höfe, in denen offene Hallen und Stelen stehen. Am Eingang steht ein monumentales Tor, das oben offen ist. Überall gibt es Dämonengesichter, oft von Moos und Gras überwuchert. Durch ein zweites Tor kommt man in den inneren Hof und das eigene Tempelgelände. Hier reihen sich - den Bergen zugewandt - die Schreine in Reih und Glied. Die Zahl der mehrstöckigen Dächer ist immer ungerade (ein Schrein mit 11 Dächern ist den höchsten Göttern gewidmet). In einem Schrein des inneren Hofes werden die Tempelreliquien verwahrt, antike Steinstatuen, prähistorische Steine, alte Manuskripte und vor allem die Kostüme des Barong und der Rangda.

Und dann gibt es natürlich noch den höchsten und wichtigsten aller Tempel: den Besakih am Vulkan Gunung Agung.



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31.08.2009, 18:10

Tempel in Bali

Reisfeld und Tempel für die Reisgöttin


Haustempel


Tempel an einer Quelle

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31.08.2009, 18:19

Einer der größten Dorftempel Balis in Kintamani


Totentempel



Besakih, der höchste und heiligste Tempel am Vulkan Gunung Agung

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31.08.2009, 18:33

Frauen und Männer

Jeder Balinese, ob Mann oder Frau, wird mit der Heirat gleichsam "erwachsen" und wird in die Banjars aufgenommen (Banjars sind kleine Einheiten eines Ortes). Jeder Erwachsene gehört seinem Ort und seinem Banjar an, dem er verpflichtet ist. Früher mußte ein Balinese formell um Entlassung aus dem Banjar bitten, wenn er wegzog - Haus und Hof verblieben in der Dorfgemeinschaft, sein Anteil wurde im ausbezahlt oder in Naturalien ersetzt.

Jeder Banjar hat sein Gamelanorchester, seine Tanzgruppe, seine Requisiten und die Küche für die Feste und eine offene Versammlungshalle. Die Aufgaben sind streng verteilt: den Männern obliegt v.a. die Wartung der Reisfelder und der Bewässerungsanlagen (eine Arbeit, die kein Balinese alleine durchführen könnte) und die gerechte Verteilung des Wassers zu Bewässerung der Reisfelder, ferner das Gamelanorchester und der Aufbau der Hütten und Dächer für die Tempelfeste. Die Frauen sind zuständig für die sozialen und kulturellen und religiösen Belange: sie üben die Tänze ein, stellen die Opfergaben her und schmücken die Tempel. Daneben sorgen sie für die Dorfarmen und deren Kinder. Männer sind zuständig für das Reisplanzen und das Warten der reissetzlinge. Frauen haben die Oberhoheit über den Hof, Kinder holen Wasser vom Fluß, die Frauen kochen und kümmern sich vor allem um die wichtigen Opfergaben. In der Regel haben sie auch das gesamte Marktgschäft unter sich aufgeteilt - nur der Tierhandel (Hühner, Hähne, Rinder und Pferde) liegt in der Hand der Männer.

In der Regel hat man in Bali nicht den Eindruck, dass Frauen gegenüber den Männern sonderlich unterdrückt sind - mir scheinen sie relativ gleichberechtigt. Häufig verwalten sie die Haushaltskasse (was oft auch dringend nötig ist, denn ich habe schon mehrfach erlebt, wie ein Balinese (Mann) seinen gesamten Wochenverdienst beim Hahnenkampf verwettet hat.

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31.08.2009, 18:56

Hahnenkampf

Der Hahnenkampf in Bali ist gesetzlich verboten und findet doch regelmäßig statt - zum Teil unter den Augen der Polizei (zumindest weiß sicherlich jeder Polizist, wann und wo ein Hahnenkampf stattfindet, zumal er wahrscheinlich in seiner Freizeit dort hingeht). Ausnahmsweise ist ein Hahnenkampf im eingeschränkten Maße bei einem Tempelfest erlaubt: die Balinesen glauben, es müsse Blut fließen, um die bösen Götter zu besänftigen und wenn kein Hühnerblut fließt, dann würde Menschenblut fließen.

Zu einem Hahnenkampf zu kommen, ist selbst für Touristen kein Problem - nur jeden Tag irgendeinen Mann fragen, wo und wann es denn einen Hahnenkampf gibt. Gegebenenfalls wird man direkt hingeführt. In der Regel kann man aber annehmen, dass der Hahnenkampf ein illegaler ist (ich habe nur einmal einen im Rahmen eines Tempelfestes gesehen, dafür aber sieben oder acht ohne Tempelfest).

Jeder Hahnenkampf beginnt damit, dass die Männer die Hähne auswählen, die kämpfen sollen - zumindest sollen sie zumindest annähert gleich stark sein. Dazu werden ausführlich die Muskeln und Sehnen abgetastet, dann der Hahn an den nächsten Mann weitergereicht. Irgendwann haben sich dann zwei Besitzer geeinigt, dass ihre Hähne gegeneinander kämpfen sollen. Zwei Unparteiische befestigen an einem Fuß jeden Hahns ein rasiermesserscharfes Messerchen mit Bindfaden. Dann setzen sich die Besitzer gegenüber und heizen ihre Hähne auf. Irgendwann werden die ersten Wetten angeboten und dann kommt Leben in die Zuschauer: unter wilden und lauten Gechrei werden die Wetten abgeschlossen (mich hat immer gewundert, wie die Leute dann noch wissen, wer mit wem und um wieviel gewettet hat - aber anscheinend funktioniert es).

Wenn alle Wetten abgschlossen sind - das kann schon 5 bis 10 Minuten dauern - beginnt der Kampf. Der ist erstaunerlicher Weise meist sehr schnell zu Ende und endet mit einem schnellen Tod des Gegners (wenn ich daran denke, wie in meiner Kindheit den Hühnern der Kopf abgeschlagen wurde und die armen Hühner noch minutenlange kopflos herumliefen und herumzappelten, kommt mir der Hahnenkampf gar nicht soo brutal vor). Anschließend werden die Verluste eingesammelt und die Gewinne ausbezahlt. Der tote Hahn ergibt dann eine - von den Balinesen sehr geliebte, weil angeblich sehr kraftvolle - Hühnersuppe.

Bei den Hahnenkämpfen wird erstaunlich viel Geld umgesetzt. Wir hatten uns zu viert einmal ein Auto (mit Fahrer) gemietet und uns einige Tage durch Bali kutschieren lassen. Am letzten Tag kamen wir zu einem Hahnenkampf und als wir uns dann wieder beim Auto trafen, machte der Fahrer ein sehr sehr langes Gesicht: er hatte verloren. Auf meine Frage, wieviel, meinte er: Alles.

Rund um einen Hahnenkampf gibt es meist ein Jahrmarktähnliches Fest mit vielen Ständen - zumindest, wenn es ein erlaubter Hahnenkampf bei einem Tempelfest ist. In der Regel gibt es da neben Essens- und Getränkestände immer auch Stände, an denen gezockt wird (Kartenspiele, Roulette).

Die Hähne werden ausgesucht


Die Messer werden umgebunden


Die Wetten werden angenommen


Die Hähne werden "heiß" gemacht


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31.08.2009, 19:05

Hahnenkampf

Der Kampf beginnt


Der Jahrmarkt rund um den Hahnenkampf - an diesem Stand bekam ich den besten Kaffee von ganz Bali


Der Jahrmarkt rund um den Hahnenkampf - Suckling Pig


Der Jahrmarkt rund um den Hahnenkampf - Hier wird gezockt


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06.09.2009, 17:40

Gunung Kawi

Nach einer kurzen Fahrt von Ubud aus, kommen wir nach Gunung Kawi in der Nähe von Tampaksiring. Über eine steile Treppe hinab geht es an malerischen Reisfeldern in eine Schlucht des Flusses Pakrisan hinab. Natürlich gibt es vor dem Abstieg eine Unmenge von kleinen Shops für Souvenir - das Geschäft scheint nicht so gut zu gehen, die Preise sind sehr niedrig, gut für einige Schnäpchen. Einige Frauen waschen ihre Wäsche im Fluß, einige Bauern zupfen Unkraut aus den Reisfeldern, Kinder spielen in den Tempeln. Am Ufer des Flusses liegen die Königsgräber von Gunung Kawi. Sie sollen die Ruhestätte des Königs Anak Wungsu, (1049 bius 1077) seiner beiden Frauen und Söhne sowie seiner Konkubinen sein. Die Gräber liegen hinter neun in den Felsen gemeißelten Candis (Tempeln). Diese soll einer Legende nach der Riese Kebo Iwo mit seinen Fingernägeln in die Felsen gekratzt haben. Auch eine Mönchsklause aus dem 9. Jh. ist hier erhalten.

Wie bei jedem Tempel benötigt man zum Zutritt einen Sarong und einen Schal um den Bauch - wer keine hat, kann aber beide mieten. Auf der einen Seite des Flusses befinden sich vier Gräber für die Söhne, auf der anderen Seite fünf Gräber für den König selber, seine Frauen und Konkubinen. Archäologen haben bisher noch keine Hinweise gefunden, dass tatsächlich jemand in Gunung Kawi begraben wurde - die Candis haben alle falsche Türen, hinter denen sich fester Stein befindet (wahrscheinlich wurden die Toten - wie für die Balinesen üblich - verbrannt. Nichtsdestotrotz ist Gunung Kawi einer der interessantesten Plätze in Bali und zudem angeblich das älteste Monument auf der Insel.

Neben den Gräbern des Königs und seiner Frauen befindet sich ein größerer Tempfelkomplex.

Abstieg zu Gunung Kawi



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06.09.2009, 17:45

Gunung Kawi

Die Gräber


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06.09.2009, 17:50

Gunung Kawi

Gungung Kawi Tempel



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06.09.2009, 18:07

Pura Tirta Empul

Pura Tirta Empul ist 15 km nordwestlich von Ubud entfernt und unweit der "Königsgräber" von Tampaksiring. Als wir dort ankommen, beginnt es zu regnen, schade.
Pura Tirta EmpulTempel ist eines der meist besuchten Wallfahrtsziele der Balinesen. Das hier sprudelnde Quellwasser gilt als heilig und man kommt hier für rituelle Waschungen und für rituelle Opfergaben. Oberhalb der Tempelanlage liegt die momumentale und monströse Villa des ehemaligen Präsidenten von Indonesien Sukarno. Durch die Lage der Villa, da man von oben die gesamte Tempelanlage überblicken kann, wird gemunkelt, daß Sukarno dieses Anwesen als Kuckloch auf die balinesischen Schönheiten beim Baden genutzt hat.
Am Eingang befindet sich der Badepool. Aus zwölf Röhren sprudelt das heilige Wasser ins Becken. Einige Balinesen (und auch zwei junge Traveller) opferten Blumen, Reis und Räucherstäbchen, hüpften dann ins Wasser und führten ihre heiligen Zeremonien unter jedem Wasserspeier durch. Dann füllten sie heiliges Wasser in ihre mitgebrachten Plastikflaschen. Im Pool schwammen heilige Koi-Fische. Angeblich kommen die Balinesen schon seit dem Jahr 926 um hier im heiligen Wasser zu baden.
Am Eingang befindet sich wie bei den meisten balinesischen Tempel ein nach oben offenes Tor, dann geht es an einem uralten Banyanbaum mit einem riesigen Wurzelstock zu den Tempeln von Shiva, Vishnu, Braham, Mt. Batur, and Indra. Die Hauptattraktion ist jedoch ein großer mit Mauern umgebener Pool, in dem heilige Koi-Fische herumschwimmen. Im niedrigen Wasser kann man gut die zwölf heiligen Quellen erkennen, die aus dem Sandboden sprudeln.
Pura Tirta Empul ist auch ein Touristenmagnet. Der Zugang zur Tempelanlage ist zwar frei von Verkaufsständen aber wenn man die Anlage ordnungsgemäßt durch den Ausgang verlässt, wird man in einer großen Kurve durch unzählige Verkaufsstände geführt . Wir waren relativ früh am Morgen und noch dazu bei Regen da, also waren kaum andere Touristen und auch wenig Balinesen das und so bekamen wir die gesamte Aufmerksamkeit aller (freundlichen und höflichen) Verkäufer. Das Geschäft ging anscheinend auch hier nicht gut, denn die Preise waren alle auf niedrigsten Niveau - aber wir hatten ja eh schon alles und wollten nicht noch mehr herumschleppen, zudem gab es fast nur Kitsch.

Beten und Opfern im heiligen Pool



Gläubige

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06.09.2009, 18:11

Pura Tirta Empul

Der Tempel




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06.09.2009, 18:13

Pura Tirta Empul

Tempeltor, im Hintergrund auf dem Hügel der Palast Sukarnos

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06.09.2009, 18:30

Zeremonien gehen vor: der große Stau

Zeremonien sind in Bali sehr wichtig und werden von allen rspektiert. Sogar im Strassenverkehr: kaum treffen die Menschen zu einer Verbrennung, zu einer Tempeleinweihung zusammen, schon wird die Strasse gesperrt und von den Gläubigen mit ihren Opfergaben und -türmen belegt. Kein Auto, kein Moped hupt oder drängelt sich vor. Man wartet, denn man weiß, etwas Wichtiges ist im Gange und man will vor allem, keine bösen Geister provozieren (Balinesen sind ausgeprochen abergläubisch und fast jeder hat schon böse Geister gesehen oder kennt einen, der einen kennt, der schon unangenehme Erlebnisse mit bösen Geistern hatte).

Meist finden sich auch noch einige Polizisten, die den gesamten Verkehr auch von den Nebenstrassen abriegeln, auch wenn der Festzug noch 100 m entefernt ist.

Wir hatten ein Auto mit Fahrer gemietet, der uns von Padang Bai (im Südosten Balis) nach Amed (im Osten) bringen sollte: die Fahrt sollte für die paar Kilometer auch nur eineinhalb Stunden dauern. Schön war es, heiß war es, ein strahlendblauer Himmel - es war eine wunderschöne Fahrt bis kurz nach den Reisterrassen von Tirtaganga. Da hatten wir dann den Stau: zuerst dachten wir an eine Baustelle, dann an einen Umfall. Unser Fahrer konnte fst kein Wort English, mein Indonesisch war auch nicht grandios. Es ging in die Berge hinauf, dann hinab und schließlich sahen wir den Verursacher: ganz unten am Passende bewegte sich eine große Prozession. Naja, wird wohl bis zum nächsten Dorf gehen, irgendeine Beerdigung. Mich wunderte nur, dass unser Fahrer immer wieder abgrundtief seufzte.

Natürlich war es keine Beerdigung: der Zug bewegte sich unendlich langsam, schließlich waren alle zu Fuß, die Strasse entlang und die endlose Kolonne von Autos, Mopeds und Lastwagen folgte im Schritttempo. Nach ca. 15 bis 20 km kam die Prozession endlich in Amed am Meer an und verließ die Strasse und verlegte sich auf das Ufer.

Unsere Fahrt hatte statt eineinhalb Stunden fast fünf Stunden gedauert - keiner der Autofahrer hatte gehupt oder wütend überholt. Aber was solls: die Gegend war schön, wir konnten alles genau besichtigten, ich stieg sogar aus und eilte (bei der Hitze....) einige Kilometer nach vorne, um die Prozession zu sehen (bei einem guten Balikaffee wartete ich dann auf unser Auto) - und ausserdem hatten wir ja eh keinen Termin: schön wars.

Der Stau bildet sich


Die Bevölkerung fand das alles ganz lustig und interessant (soo viele Touristen)

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06.09.2009, 18:32

Zeremonien gehen vor

Die Verursacher

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06.09.2009, 19:45

Danke

Hallo Dieter,


mein ganz großes Kompliment zu Deinen wundervollen und ausführlichen Berichten über Land und Leute auf dieser wunderschönen Insel. Auf zwei Besuchen haben auch wir Bali (ein bißchen) kennen und (ganz viel) lieben gelernt. Mit Deinen Schilderungen kamen wieder viele Erinnerungen an unsere Zeit dort hervor.


Herzlichen Dank sagt Dir 00000015
Günther

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58

07.09.2009, 15:10

Bericht des Jahres!!!!!!!!!!!!!

Hallo Dieter,

habe bewußt bis heute gezögert, etwas zu Deinem Bali-Bericht zu schreiben. Hatte immer die stille Hoffnung, es geht noch weiter. Nun muß ich aber (ohne die vorerwähnte Hoffnung aufzugeben) etwas dazu sagen: Dieser Bericht ist der beste Reisebericht, den ich seit langer Zeit gelesen habe. A)d A)d A)d A)d A)d A)d A)d


Eindringlich und einfühlsam geschildert, man liest Deine Nähe zu den Balinesen zwischen den Zeilen. Endlich einmal WIRKLICHE Insider-Tipps und wunderschöne Illustrationen dazu. Gäbe es statt der möglichen 5 Sterne deren 6, gäbe ich Dir 7 dafür!!!

Aber ich will nicht länger stören... mach weiter!!!!
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein

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07.09.2009, 16:28

Der letzte Tag in Bali

Schließlich war der letzte Tag in Bali angebrochen. Wir waren in Legian in einem kleinen Guesthouse untergekommen und hatten uns mit dem Haustier schon sehr gut angefreundet.

Unser Haustier und ich (zum Größenvergleich: meine Füsse Grösse 46)


Wir machten uns recht früh auf die Socken und wanderten den Strand entlang nach Süden und genossen noch einmal das Strandleben.


Weit im Süden hatte man eine große Halle aus Bambus gedeckt mit Palmwedeln aufgebaut. Wir hatten sie nie beachtet, gingen jetzt aber doch hin und gerieten in eine Massenverbrennung. Totenverbrennungen in Bali sind für einzelne Familien sehr teuer und so werden alle Jahre für weniger begüterte Familien Massenverbrennungen abgehalten.

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07.09.2009, 16:35

Der letzte Tag in Bali

In der großen Bambus-/Palmwedelhalle hatten sich Hundert von Menschen zusammengefunden, unzählige weitere drängen sich davor. Abwechselnd spielten zwei Gamelanorchester, überall sassen Priester in Weiß und nahmen Opfergaben in Empfang und beteten.