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  • »Joey« ist der Autor dieses Themas

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13.10.2009, 16:35

Auf der Wiesn 2009

Wenn man körperlich und geistig unbegrenzt belastbar ist, die Lebensweise und vor allem die Trinkgewohnheiten ferner Kulturen toleriert, kurz: Tod und Teufel nicht scheut, DANN fährt man einmal im Jahr zum Oktoberfest nach München.

Die Einheimischen sagen: „zur Wiesn“. Eine hübsche Reminiszenz an die Zeit, als die „Theresienwiese“ noch eine Wiese war. Aber wie kam es überhaupt dazu, dass sich 6 Millionen Menschen aus aller Welt Ende September/Anfang Oktober in einer Stadt am Rande der Nordalpen treffen, um sich 16 Tage kollektiv zu besaufen?

Anlässlich ihrer Hochzeit am 12. Oktober 1810 veranstalteten Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese auf einer Wiese vor den Stadtmauern Münchens ein großes Pferderennen. Seitdem heißt das Gelände Theresienwiese, woher die mundartliche Bezeichnung Wiesn für das Oktoberfest stammt.

Da sich Kronprinz Ludwig sehr für das antike Griechenland interessierte, schlug einer seiner Untertanen vor, das Fest im Stil der antiken Olympischen Spiele auszutragen. Der Vorschlag wurde begeistert aufgenommen und so hatte das Oktoberfest in den Anfangsjahren einen vorwiegend sportlichen Charakter. Es gilt heute als das Vorbild für die Olympien. Der bayerische Königshof beschloss zur Freude der Stadtbevölkerung, das Pferderennen im kommenden Jahr zur gleichen Zeit zu wiederholen. Damit begann die Tradition des Oktoberfests.

Heute besuchen jährlich durchschnittlich 6 Millionen Menschen das Oktoberfest. Für 100.000 Personen stehen Sitzplätze zur Verfügung. Jährlich arbeiten etwa 12.000 Personen auf der Wiesn, davon sind 1600 Kellnerinnen und Kellner. Durchschnittlich werden jedes Jahr rund 60.000 Hektoliter Bier und knapp 500.000 Brathendl verkauft. Der Gesamtumsatz beträgt etwa 450 Mio €.

Ja, ich weiß, man muß schon a bisserl verrückt sein, um Jahr für Jahr dorthin zu fahren. Aber für den Photofreund bietet die Wiesn eine unerschöpfliche Quelle an Motiven. Ich halte es meistens so:


Am ersten Tag mache ich einen „bewaffneten Spaziergang“ über die Wiesn. Will heißen, ich schleppe fast meine gesamte Photoausrüstung (Kameras, Objektive, Stativ, und, und, und…) mit mir herum. Da ist keine Zeit für´s Feiern oder Mass-Trinken. Da bin ich nur auf der Pirsch.

Am zweiten Tag nehme ich nur -für alle Fälle- eine kleine Digicam mit. Könnte ja mal sein, dass sich nach 200 Jahren intensivster Beobachtung eine Gruppe Ausserirdischer zur „Feldforschung“ unter die Festgäste mischt. Stellt Euch nur vor, da landet ein Raumschiff und Du hast keinen Photoapparat dabei!!!??? Grundsätzlich ist der zweite Tag jedoch zum Feiern gedacht. Man trifft sich mit Freunden und ist redlich bemüht, den durchschnittlichen Bierumsatz von 60.000 Hektoliter Bier zu überbieten. Natürlich dürfen die traditionellen Speisen nicht vergessen werden: Wiesn-Hendl (in diesem Jahr beim Ammer: 13,80 €), eine Portion Ochsen aus dem Ochsenzelt, Steckerlfisch und, und, und…

Der dritte Tag dient der Rekonvaleszenz. Nun ja, man ist ja schließlich keine 60 mehr… 00000016

Nun aber zu meinen (photographischen) Impressionen von der Wiesn. Habe hier ein paar Beispiele beigefügt, die ich auch der Wiesn-Festverwaltung zur kommerziellen Nutzung angeboten habe. Hat sich aber keiner von denen gemeldet. Hmm, komisch… :;)



Natürlich gibt es auch noch ein paar andere Eindrücke von der Wiesn. Das abendliche Lichtermeer fasziniert mich immer wieder.







Zum Schluß noch einen Tipp: Man erlebt es ja immer wieder, man steht vor einem tollen Motiv und ein nicht enden wollender Strom von Besuchern quetscht sich zwischen Kamera und Motiv hindurch. Habe jetzt die Erfahrung gemacht, dass man DEM mit einem einfachen Trick begegnen kann: Ein Stativ!!! Stellt einfach ein Stativ vor Euch auf! Die Masse der Besucher kommt ins Stocken, halb bewundernde, halb ängstliche Blicke treffen auf den Photographen. Was macht DER denn da? Einige wenige (angetrunkene) Gäste nähern sich zögernd. „Wat´n dat???“ oder „Bisse vonne Presse???“ (Hier handelt es sich offensichtlich um Gäste aus dem Ruhrgebiet.) Im nächsten Augenblick springen mehrere der Neugierigen zurück in die Menge und stemmen sich mit weit ausgebreiteten Armen der Flut der Besucher entgegen. „Haaalt!!! Moment mal!!! Hier wird geknipst!!! Pressäääh“ Und schon bildet sich eine kleine Furt im endlosen Strom der Wiesngäste, breit genug und lange genug um ein, zwei Bildchen zu knipsen.
Ich hab´s ein paar mal probiert. Klappt hervorragend. Mein Dank an all´ jene, die mir dabei geholfen haben!


Soviel für heute,

Servus an alle, die´s bis hierhin geschafft haben, A)d

Joey


Epilog:
Sollte sich jemand von Euch ernsthaft mit Langzeitbelichtungen nachts auf der Wiesn oder irgendwo in irgendeiner anderen Stadt beschäftigen, dann ist ein Stativ ein Muss!


Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein

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13.10.2009, 19:24

Wiesn

Schöner Wiesn-Bericht und schöne Fotos

als echter Münchner, der ca. 55 Jahre in München gelebt hat, geht man NATÜRLICH nicht auf die Wiesn (mit einigen Ausnahmen, wo viele Münchener aber zweifelen, ob dieser Mensch tatsächlich ein echter Münchner ist). Ich kenne ja mindestens 50 Münchner, die seit 30 Jahren nicht mehr auf der Wiesn waren. Die Wiesn ist etwas für Ausländer und Nordlichter und v.a. für Italiener (die sind ja immer in Massen da und belegen mit ihren Wohnwagen alle Campingplätze rund um München).

Meinen lustigsten Wiesn-Besucher habe ich vor ca. 15 Jahren in Bali kennen gelernt. Meine Frau und ich kamen mit dem öffentlichen Bemo und hatten einen kleinen Bungalow bezogen, als am nächsten Tag ein dicker Australier mit Freundin im gemieteten Jeep ankam und für denselben Bungalow genau 30 % mehr bezahlen mußte (wobei uns diese soziale Komponente natürlich sehr begeisterte). Wie gesagt, er war dick, hatte einen immensen kugelrunden Bauch und trug ein viel zu enges T-Shirt mit der deutschen Aufschrift "Nur Bier formte diesen wunderschönen Körper". Als er erfuhr, dass wir Deutsche sind, mußten wir ihm den Spruch übersetzen. Meine Frau war furchtbar verlegen, aber ich übersetzte ihm den Spruch natürlich wortwörtlich - eigentlich dachten wir, er wäre nicht so erfreut. Falsch gedacht: er war begeistert und schlug sich vor Freude auf die Schenkel. Danach erzählte er, dass er vor vier Jahren zum ersten Mal auf dem Oktoberfest gewesen war und wie gut es ihm gefallen hatte. Er war 7 Tage in München gewesen, jeden Tag sturz besoffen, zweimal hatte er sein Hotel nicht gefunden - aber: es war sein aller-aller-schönster Urlaub, den er je erlebt hatte. Von München hatte er außer der Wiesn nichts geseehen, wie er stolz berichtete. Seitdem flog er jedes Jahr für eine Woche von Australien nach München zur Wiesn, war jeden Tag völlig besoffen und war begeistert, weil die nächsten Oktoberfeste natürlich auch die aller-aller-schönsten Urlaube waren, die er je erlebt hatte.

Trotzdem war er ein recht netter Kerl und wir hatten noch eine Menge Spaß mit ihm und seiner Freundin.

Apropos: Es soll tatsächlich noch ab und zu einen Wiesenbesucher geben, der die Wiesn einigermaßen nicht-besoffen verläßt :-))

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3

13.10.2009, 20:12

Hallo Joey

Ein guter Bericht über die Wiesn und mit tollen Bildern untermalt. A)d

Ich war da noch nie und ich glaube da werd ich auch nie hinkommen :;)
wenn ich die Schnappsleichen so sehe.

Liebe Grüße
Siggi
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Aus Tansania

4

14.10.2009, 09:20

Tja Joey ...

am ersten Tag nix saufen, und am dritten Tag schon Erholungspause --- das mögen die Wiesn-Betreiber sicher nicht so gerne.
Deshalb haben sie auch Deine - natürlich gestellten *g* - Bierleichenfotos nicht gekauft. Die paar Maß, die Du getrunken hast,
solltest Du wenigstens selbst bezahlen. Ach ja, Dein Bierleichenmodell hat einen guten und passenden Kleiderfundus *lol*

Was ich von Deinen LZB-Fotos halte, habe ich Dir ja schon in einer Einzelbewertung geschrieben. Bleibt nur,
mich für diesen gelungenen Start der Besuchsserie zu danken und auf mehr zu hoffen. Und - danke für den Trick mit der
Presse - ich arbeite schon daran, mir einen Ausweis zu basteln, weil die mich, wenn ich mit meinem fast zwanzig Zentimeter hohen Gorilla-Pod und meinem kompakten Leichtgewicht - ich meine die Cam *g* - sonst vielleicht nicht ernst nehmen könnten.

Aufi, weiter, wir wollen mehr Wiesn-Fotos und -Berichte!
Kuddel

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14.10.2009, 12:46

Wiesn-Tipps

Lieber Kuddel,
ein 20cm Gorilla-Pod und `ne Pocketkamera reichen natürlich nicht, um Eindruck zu schinden. :;)

Hier mal ein Bildchen von meiner "MächtigEindruckschindeKamerafürWiesneinsätze". Sowas muß es schon sein! Darunter teilt sich der nichtendenwollende Strom der Menschen nicht! :-))



Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein

6

14.10.2009, 14:39

Na gut

NA GUT - WERDE ES ERST EINMAL AUF DEM AURICHER WEIHNACHTSMARKT VERSUCHEN! _(.)
NOTFALLS HABEN WIR DA EINE "ETAGERE" - ODER ICH BITTE DEN KONTAKTPOlizeibeamten UM HILFE :-))

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7

14.10.2009, 18:21

Auf der Wiesn

Hallo Joey,



Dein interessanter Bericht über die Wiesn hat mir sehr gefallen.

Die Aufnahmen runden diesen hervorragend ab. A)d



Liebe Grüße Monika 00000011
Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet.

J.W.Goethe