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  • »Joey« ist der Autor dieses Themas

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1

21.12.2009, 17:57

Kenya... eine andere Welt

"Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen." Dieser Satz von Matthias Claudius könnte eigentlich das Motto dieser Community sein. Nun, ich habe manche Reise "getan" und überlege gerade, was könnte ich Euch denn noch erzählen? Da fällt mir EIN Kontinent, EIN Land ein, das mir unauslöschlich in der Erinnerung bleibt: AFRIKA und dort im speziellen: KENYA.

Wenn man viel in der Welt herumgekommen ist, begegnet man immer wieder und überall Neuem, fremden Kulturen, hat faszinierende Eindrücke. Das ist schon in Europa so, vielmehr noch im Nahen und Mittleren Osten, noch mehr im Fernen Osten oder Süd-Ost-Asien. Letztlich findet man aber auch dort immer wieder Bekanntes, Vertrautes, begegnet Menschen, die sich genauso freuen können wie wir, die genauso trauern über einen Verlust oder Schicksalsschlag wie wir. Das ANDERE ist von Ort zu Ort mehr oder weniger ausgeprägt und fesselt den Reisenden mal mehr, mal weniger.

EIN Kontinent und EIN Land jedoch hat mich sprachlos gemacht: AFRIKA und KENYA. Nichts von dem, das ich bis dahin gesehen und erlebt hatte, war vergleichbar. Nichts von dem, was ich bis dahin an Verhaltensregeln gelernt hatte, war anwendbar. Afrika ist anders! In Afrika ist ALLES anders! Nicht nur, daß man an Orte kommt, wo die "gängigen" Sprachen, die man so beherrscht, keine Rolle mehr spielen. Nicht nur, daß man z.B. in Kenya auf relativ kleinem Raum 43 unterschiedliche ethnische Gruppen (Stämme) findet, die ihre eigene Sprache, ihre Religion und ihre eigenen Sitten und Gebräuche haben. In Kenya werden über 30 Sprachen gesprochen! Mit etwas Glück kann man die Stammeszugehörigkeit an verschiedenen körperlichen Merkmalen identifizieren: Die Luo leben rund um den Victoriasee im Süden Kenyas und sind nicht selten über 1,90m groß, während die Giriama an der Ostküste klein und gedrungen wirken. Das, was den Touristen meist als Masai "verkauft" wird, sind in Wirklichkeit Samburus vom Turkana See. Allesamt sind dies kleine Volksgruppen, die Masai machen nur ca. 1,5% der Bevölkerung Kenyas aus. Die Majorität haben die Kikuyus, deren Stammesangehöriger Daniel arap Moi von 1978 bis 2002 zweiter Präsident Kenyas war und (mit käftiger finanzieller Hilfe der westlichen Staaten) seinem Stamm die Taschen gefüllt hat. Selbstverständlich ist sein Nachfolger Mwai Kibaki auch ein Kikuyu. Die Kikuyu gehören zur Hauptgruppe der Bantu, so wie auch die Embu, Meru und Kamba.

Aber DAS ist schon ein Thema für sich. Könnte hierzu noch stundenlang Anekdoten erzählen, z.B. wie ich einmal verhaftet wurde, weil ich meinen Leihwagen auf einem mit weißer Farbe markierten Plätzchen geparkt hatte, auf dem arap Moi einmal gestanden hatte, um eine Rede zu halten. DAS war so `ne Art Gotteslästerung und ich bin nur durch meine guten Beziehungen zu ALLEN Kreisen der Bevölkerung (also auch der "herrschenden Klasse") ohne weitere Beschädigung davongekommen.

Ach so, ich hatte noch nicht erwähnt, daß ich in den Jahren von 1985 bis 2001 jedes Jahr ein paar Wochen in Malindi/Kenya war und mit der Zeit auch die Landessprache (Suaheli) leidlich beherrschte. Das ist manchmal ganz hilfreich, wenn man mitten in der Savanne mit einem verreckten Motor stehen bleibt (alleine) und auf die Hilfe von einheimischen Hirten, die dort zufällig vorbeikommen, angewiesen ist.

Aber damit sind wir endlich beim Thema! Was tut man denn so, wenn man nicht den ganzen Tag faul in der Hotelanlage liegen will, um sich mit Gewalt einen Sonnenbrand zu holen? Nun, meine Meinung zu diesem Thema dürfte klar sein: In der Sonne liegen kann ich hier im Gruga-Bad in Essen auch! Dazu brauche ich nicht um den halben Globus zu fliegen. Also: Meidet die Hotelanlagen! Schnappt Euch einen fahrbaren Untersatz und fahrt durchs Landesinnere! Wem das zu unbequem ist, oder wer keinen Führerschein hat, der kann sich für ein paar Dollar (inoffizielle Landeswährung in 100 Staaten der Welt) einen Pkw nebst Fahrer mieten. Aber Vorsicht! Niemals vorher bezahlen! Wenn der dienstbare Geist einmal das Geld hat, ist er meist auch schon verschwunden.



Welche Touren kann ich Euch empfehlen? Da wären zunächst einmal die Nationalparks: Tsavo Ost, Tsavo West, Amboseli und Masai Mara. Es gibt natürlich noch mehr, aber die beiden letztgenannten sind nach meinem Dafürhalten einfach traumhaft schön! Seht aber zu, daß Ihr kurz nach einer kurzen Regenperiode dorthin fahrt. In wenigen Tagen ist die ausgedörrte Savanne plötzlich eine Augenweide in allen Farben des Regenbogens geworden. Wer etwas mehr Komfort möchte, dem empfehle ich einen kurzen Flug von Malindi in die Nationalparks (schnell, bequem) und dort eine Jeep-Safari "vor Ort". Mit etwas Glück trefft Ihr in Malindi auf einen "einheimischen" Deutschen oder Engländer, der dort schon seit vielen Jahren lebt und die Parks in-und-auswendig kennt. So jemand fährt dann nicht auf den vielbefahrenen Pisten im Konvoi mit 30 anderen Touristenbussen, sondern zeigt Euch die "Geheimtipps", kleine versteckte Wasserlöcher, an denen die Wildtiere zusammenkommen, egal welcher Couleur: Antilopen, Gazellen, Elefanten, Büffel, Löwen usw. Alle in "Griffnähe". Zum Photographieren empfehle ich ein 200mm Tele. Größere Brennweiten sind schlecht ruhig zu halten und wenn man die Belichtungszeit gnadenlos kürzt, muß man die Blende weit öffnen und bekommt Probleme mit der Schärfentiefe! Habe hier ein paar Photos beigefügt, für deren Qualität ich mich schon wieder entschuldigen muß. Dies sind selbstgefummelte Digitalisierungen von Dias. Ein Profilabor macht das sicher besser, aber das dauert dann wieder so lange.



Als zweiten Tipp empfehle ich einen Trip zur Insel Lamu, ganz oben im Norden Kenyas, an der Grenze zu Somalia. Bin hingeflogen, von Malindi mit einer kleinen 2-motorigen Maschine, deren rechter Motor etwas bockig war. Wir sind dann auf einer Sandpiste direkt an der Küste vor Lamu gelandet und haben den Schei...motor laufen lassen. Ohne externe Starthilfe war der nicht zu starten. Dann rüber mit einer Dhau nach Lamu und Eintauchen in eine versunkene Welt. Diese Insel ist seit Hunderten von Jahren von Arabern besiedelt. Das "Stadt"bild wird von Moscheen geprägt und den berühmten handgeschnitzten hölzernen Eingangstüren der Wohnhäuser. Dort hat man einen unschätzbaren Vorteil, wenn man Arabisch spricht. Naja, mit Händen und Füßen geht´s auch...



Abends sind wir dann zurückgesegelt zu unserem "Leukoplastbomber". Der rechte Motor lief immer noch. Eine mittelgroße Gruppe von Eingeborenen hatte sich mittlerweile dort eingefunden und bestaunte die verlassene Maschine, deren Propeller einen so angenehmen Luftzug verbreitete. Zum Glück hatte keiner den Kopf in den Propellerkreis gehalten.



Nun, ich kann natürlich keinen Bericht über Afrika-Kenya-Malindi schreiben, ohne ein paar Worte über meine Passion, das Hochseefischen zu verlieren. Hochseefischen ist der deutsche Begriff dafür, wobei man dies´ hierzulande meist mit dem Makrelenangeln in der Nord- oder Ostsee verbindet. Fische dieser Größenordnung fängt man dort zwar auch, sie dienen jedoch nur als KÖDERFISCHE für die RICHTIGEN Fische. Den Fang von RICHTIGEN Fischen nennt man "Big Game Fishing". "Großfischfang" ist wohl die richtige Übersetzung.

Was sind denn nun die RICHTIGEN Fische? Malindi ist weltbekannt für seinen Angelplatz auf Sailfish. Der Sailfish ist eine Schwertfisch-, besser Billfish-Art. Hierzu gehören noch der Schwarze Marlin, der Blaue Marlin, der Gestreifte Marlin, der Swordfish, der Broadbill Swordfish, der Longbill Spearfish, der Shortbill Spearfish. Manche zählen den Weissen Marlin noch dazu, andere sagen, das sei der gleiche Fisch wie der Gestreifte Marlin. Und dann gibt es diese Arten nach älterer Taxonomie jeweils noch als Atlantischer .... und als Pazifischer .... . Nach neuesten Forschungsergebnissen soll es sich dabei jedoch um ein und dieselbe Art handeln, sodaß diese Unterteilung neuerdings entfällt.




So, jetzt will ich noch ein paar Bildchen einstellen. Ob´s klappt? Mit meinem Text hab ich schon Probleme (zuviel kB kreiert... ). Wenn alles gut geht: Fortsetzung folgt!

Kwaheri ya kuonana

Joey
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein

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21.12.2009, 18:48

Kenya

Hallo Joey,

da hoffe ich aber, das die Fortsetzung klappt. :D
Habe Deinen Bericht wieder mit Begeisterung gelesen. :thumbsup: :thumbsup:
Danke für Deine Arbeit und weiter so :thankyou: :thankyou:

Liebe Grüße Monika
Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet.

J.W.Goethe

3

21.12.2009, 19:33

:thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup: ein sehr schöner und informativer Bericht. :thumbup: :thumbup: :thumbup:
Inge

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4

21.12.2009, 19:35

Kenya

Hallo Joey ,
Toller Bericht & super tolle Bilder, einfach Perfekt !
:thumbup: :thumbup: :thumbup:
Viele Grüße Mike
Herzlichen Glückwunsch! Das Foto wurde ausgezeichnet.
Probiere jeden Tag etwas Neues aus ! Schließlich wurde uns das Leben gegeben um es zu entdecken , und ewig dauerts nun mal nicht .
Ruth Gordon

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22.12.2009, 12:42

Hallo Joey

Toller informativer Bericht mit schönen Bildern :thumbsup:

Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung :--)


Liebe Grüße

Speedy

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22.12.2009, 15:26

kenya

hallo joey,

mensch, da hast du dir aber wieder arbeit gemacht!! toller bericht und tolle bilder! :thumbsup:

aber ich glaube, wenn man mit begeisterung dabei ist und solch eine reise erlebt hat, dann flutscht es bestimmt auch mit der "berichterstattung"! ;)

auf jeden fall - weiter so!

viele liebe grüßle, chispa
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!

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23.12.2009, 06:18

Herzlichen Glückwunsch! Das Foto wurde ausgezeichnet.


Ein sehr informativer Bericht mit schönen Bildern.
Da macht es Spaß auf die Fortsetzung zu warten.
Außerdem ist es auch eine Überlegung wert,dieses Land selbst einmal zu bereisen,wenn man so etwas liest.
Einfach Spitze.


LG Andrea für Borussenpower

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8

23.12.2009, 07:10


Hallo Joey,



umfangreich gestaltet und mit vielen Insidertipps versehen, entführst Du den Leser des Reiseberichtes in ein Land, welches durch seine touristische Infrastruktur seit geraumer Zeit zu den beliebtesten Reisezielen Afrikas zählt.

Du kennst das Land durch die vielen Aufenthalte wie „Deine Westentasche“. Genau diesen Eindruck vermittelst Du auf beste Weise dem Leser des Beitrages. Man erhält einen umfangreichen Einblick über Land und Leute sowie die vielfältigen Möglichkeiten, die vor Ort zur Verfügung stehen, es auf eigene Faust zu erkunden und kennenzulernen :thumbup: :thumbup: :thumbup:

Herzlichen Glückwunsch! Das Foto von Joey wurde ausgezeichnet.



Kenya stand vor nicht allzu langer Zeit durch die Unruhen im ganzen Land im Fokus und Blickpunkt der Weltöffentlichkeit, was die innere Sicherheit betrifft. Hat dem Land nicht gerade gut getan, wurde die wichtigste Einnahmequelle, der Tourismus aus diesem Grund für einige Zeit arg in Mitleidenschaft gezogen.


Positiv zu erwähnen, die vielen Mahnungen welche engagierte Politiker und Klimaforscher des Landes während der Weltklimakonferenzen vor drei Jahren in Nairobi und der erst vor kurzem zu Ende gegangenen in Kopenhagen von sich gaben, endlich der fortschreitenden und besorgniserregenden Entwicklung auf dem Gebiet der globalen Erderwärmung durch gezielte Maßnahmen Einhalt zu gebieten. Länder wie Kenia, aber auch alle anderen am Rand der Armut befindlichen Regionen Afrikas und Asiens, leiden massiv unter den Auswirkungen des Klimawandels. Die Gletscher des heiligen Berges des Landes, dem „Mount Kenya“ sind in wenigen Jahren zur Gänze abgeschmolzen, was katastrophale Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht der gesamten Region zur Folge haben wird.


Lieben Gruß
Gottfried

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »hoelli« (23.12.2009, 07:22)


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9

23.12.2009, 19:12

Hallo Joey

Ein klasse Bericht über Kenya, habe den Bericht mit Freude gelesen und habe mich auf den 2. Teil gefreut.

Lieben Gruß
Siggi
In der Fremde erfährt man mehr als zu Hause.
Aus Tansania