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22.05.2010, 16:27

Thanjavur (Tanjore)


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22.05.2010, 16:30

Die Anbetung

Was mir im Brihadiswhara Tempel in Thanjavur wieder auffiel ist die Vielfalt der verschiedenen Anbetungsformen. Hier blicke ich so gar nicht durch und auch noch kein Inder konnte mir genau erklären, welche verschiedenen Riten bei der Anbetung der Hindugötter notwendig sind. Wenn ich so einige Stunden in einem Tempel herumlaufe und –sitze, fällt mir immer wieder auf, dass eigentlich jeder irgendetwas anderes macht. In katholischen Kirchen macht man sein Kreuzzeichen, hockt oder kniet sich irgendwo hin, steht auf, macht wieder ein Kreuzzeichen, besprenkelt sich mit Weihwasser und geht (falls man überhaupt in die Kirche geht).

Bei den Hindus macht jeder etwas anders. Der Eine kommt und wirft sich – wie die Tibeter – der Länge nach auf den Boden und faltet die Hände über den Kopf. Die nächste Frau macht es wie die Thailänder, kniet sich hin und berührt drei Mal mit dem Kopf den Boden. Der nächste geht dreimal um das Götterbild herum und berührt es. Ein anderer verbeugt sich und berührt mehrmals sein Kinn, als ob er seinen (nicht vorhandenen) Bart kraulen würde. Die nächste Frau hält mit der linken Hand das rechte Ohr und mit der rechten Hand das linke Ohr fest und macht einige Kniebeugen, wechselt dann Hände und Ohren und wiederholt die Kniebeugen. Andere stellen sich mit nach oben geöffneten Händen vor ihren Gott, andere schlagen sich leicht mit den geballten Fäusten gegen den Kopf. Andere packen ihre Plastiktüten aus und bemalen das Götterbild mit Öl oder Ghee (Butterfett) und streuen vielleicht noch schönes rotes oder gelbes wohl riechenden Pulver darüber. Viele bringen Blumen oder Blumenketten mit (vorwiegend gelbe Tagetes) und schmücken die Götterstatuen. Andere zünden ein Öllämpchen an und wieder eine andere Dame holt aus ihrer Plastiktüte ein Bündel Gras, schmeißt es auf den Gott und schüttet weißes Pulver darüber und reibt ihn ein. Wieder andere stellen sich nur auf und heben die Hände gefaltet über den Kopf, andere stellen sich parallel zum Götterbild und halten die gefalteten Hände vor die Brust (vielleicht, damit der Gott die gefalteten Hände besser sieht, sicherlich aber auch, damit der Freund ein besonders eindrucksvolles Foto machen kann).

Inder sind fotoverrückt – mit ihren Handys machen sie die unmöglichsten Fotos: bei tiefster Dunkelheit um 20:00 fotografieren sie einen Tempel, vor denen in 40 m Entfernung ihre Kumpels stehen. So auch vor den Götterbildern, ein schnelles Namaste (der Gruß mit gefalteten Händen), eventuell mit Kopfsenken, dann allgemeines Aufstellen und ein, nein, immer gleich mehrere Fotos. Das scheint mir heute die allgemeinste Art der Anbetung zu sein.

Ach ja, bevor ich es vergesse: natürlich macht man sich von dem farbigen Pulver, das vor der Götterstatue liegt oder mit dem sie eingeschmiert ist, ein drittes Auge auf die Stirn, genau zwischen die beiden richtigen Augen, in der Regel ein roter Punkt, oft mit einem kleineren gelben Punkt in der Mitte. Oder man schmiert sich mit der Asche der Räucherstäbchen die Stirn weiß oder grau ein. Und der Tourist, der in der Nähe steht, kriegt natürlich auch seinen Teil Farbe ab.


Auf jeden Fall ist die Sache wesentlich unterhaltsamer als im christlichen Glauben, denn die Hindus nehmen die Glaubensdinge zwar ernst, aber nicht bierernst, es wird viel gelacht, gesprochen und gesungen….

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22.05.2010, 16:33

Kumbakonam

Heute früh sind wir mit dem Bus (12,50 Rupies) von Thanjavur nach Kumbakonam gefahren. Die Fahrt dauerte eineinhalb Stunden – wir saßen direkt hinter dem Fahrer und hatten einen wunderschönen Blick auf den Straßenverkehr – es war wieder grausam, wenn man das Chaos sah. Auf der Fahrt nach Kumbakonam sahen wir erstaunlich viele ausgesprochen große Moscheen (neben beträchtlich kleineren Hindu-Tempeln) und unzählige schwarze Frauen im Tschador, so dass wir fast annahmen durch islamisches Gebiet zu fahren, dabei sind nur 12 % der Inder Muslime (in Tamil Nadu sind es allerdings noch weniger) – hier hätte man meinen können, sie wären in der Mehrheit. Ein mitfahrender Inder erzählte, die Moscheen würden durch die Saudis finanziert – keine Ahnung, ob das stimmt.

Kumbakonam liegt im Cauvery-Delta, inmitten unzähliger kleiner und größerer Flüsse und Kanäle. Das Gebiet ist eines der reichsten Reisanbaugebiete Indiens. Dementsprechend schön war die Landschaft, durch die wir fuhren. Früher war Kumbakonam das Zentrum eines reichen Königreichs, heute ist es eine kleine, aber schöne Provinzstadt – westliche Touristen sind selten, was schade ist, da es im Ort unzählige Tempel gibt, darunter achtzehn sehr große. Die Tempel sind von 6:00 bis 12:00 und von 16:00 bis 22:00 geöffnet, der Eintritt ist frei, fotografieren und filmen ist im Tempelinneren verboten (die Verbote sollte man auch einhalten).

Die interessantesten Tempel sind der Sarangapani, der Kumbeshwara und der Nageshwara Tempel. Alle Tempel liegen relativ nahe beieinander und rund um den Mahamakham Tank im Stadtzentrum.

Der Sarangapani Tempel hat über dem Osteingang einen 50 m hohen Gopuram und ist Vishnu gewidmet. Am Gopuram gibt es einige erotische Szenen. Das innerste Tempelheiligtum ist einem Tempelwagen nachgebildet: er scheint auf vier Räder zu stehen und von zwei Elefanten gezogen zu werden. Er stammt aus dem 12. Jht. und wurde von den Cholas geschaffen. Vor dem Tempel stehen vier Tempelwagen aus Holz, die für die großen Tempelumzüge benötigt werden. Die Schnitzereien sind bemerkenswert.

Der Kumbeshwara ist der größte Shiva-Tempel der Stadt und kann unter einen neunstöckigen Gopuram betreten werden. Innen gibt es den obligatorischen Tempel-Elefanten, der gegen Rupies seinen Segen verteilt. Im innersten Heiligtum (nur für Hindus betretbar) enthält er einen Shiva-Lingam, den angeblich Shiva selbst erschaffen hat. Vor dem Tempel stehen zwei große hölzerne Tempelwagen mit wunderbaren Holzschnitzereien.

Der Nageshwara-Tempel ist Shiva in seiner Erscheinungsform als Nataraj gewidmet. Auch hier ist das innerste Heiligtum als Tempelwagen realisiert. Im Vorhof sind vier riesige, etwas kitschig bemalte Elefanten mit ihren Reitern darauf, beeindruckend durch ihre Größe. Innen, rund um das Heiligtum, fanden wir einige der schönsten Figuren, die wir in Südindien gesehen hatten, darunter eine wunderschöne nackte Frau , einen dreiköpfigen Shiva und einen Wächter mit Schnurbart, der aus Spanien stammen könnte.

Der Mahamakham Tank ist das größte Heiligtum des Ortes. Alle zwölf Jahre sollen die Wasser des heiligen Ganges in den Tank fließen. Zu diesem Zeitpunkt gibt es immer ein riesiges Fest. Wer beides sehen will: 2016 ist es wieder so weit.

Kumbakonam hat schöne Basare – typische Souvenirs für West-Touristen gibt es allerdings nicht.

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22.05.2010, 16:35

Kumbakonam


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22.05.2010, 16:40

Dharasuram

Heute, 8.1.2010, fuhren wir mit der Motorrikscha in ein nachliegendes Dorf, nach Dharasuram. Dort gibt es einen Tempel im Chola-Stil aus dem 12. Jht. Der wurde von Rajaraja II. erbaut. In der Vorhalle gibt es zahlreiche Säulen, die jede mit unterschiedlichen Miniatur-Figuren verziert sind. Das Heiligtum ist als Tempelwagen gestaltet mit Rädern und wird von Pferden gezogen. Einige schöne Figuren befinden sich unterhalb des zentralen Gopurams – man sieht dort auch noch schöne Reste der ehemaligen Malereien aus Naturfarben. Die schönsten Figuren sind Shiva in seiner Inkarnation als Kankalamurti (Bettelmönch) oder in einer dreiköpfigen Inkarnation.

Im kleinen Museum im Tempeleck sind noch einige der leuchtenden Malereien zu sehen – vor allem die Deckenmalereien sind ausgezeichnet. Daneben gibt es einige Statuen, die aus dem Tempel stammen, unter anderem einen Ganesha (den elefantenköpfigen Sohn Shivas), auf dessen linken Schenkel eine Dame sitzt, bei der Ganesha eifrig mit seinem Rüssel äußerst intim zwischen deren Beinen zu Gange ist, während sie versteckt mit ihrer rechten Hand an seinen intimen Teil am Arbeiten ist. Tja, und das im Tempel – wird sicherlich vielen Europäern seltsam vorkommen, aber nicht den Indern. Ach ja, dem Grinsen nach scheint es sowohl Ganesha als auch seiner Gespielin zu gefallen, was sie da so machen.

Während der Besichtigung fing es an in Strömen zu regnen – wir machten es uns im Tempel gemütlich. Der wurde leider um 12:00 geschlossen und wir wurden klatschnass trotz Auto-Rikscha, die uns ins Hotel brachte (unser Hotel hieß Queen Palace, das war aber auch das einzig Gute am Hotel. Der Name war erstklassig, das Hotel eher dritt- bis viertklassig, aber Namen sind eben alles in Indien – wir sahen Restaurants mit zwei schiefen, schmutzigen Holztischen und darüber Schilder wie „Hilton Hotel“, „Grand Hotel“ oder „Oberoi Hotel“, die noch schlechtere Absteige neben unserem Hotel hieß „Regency Inn“).

Das Wetter selbst läuft etwas Amok: Regen im Januar sollte eigentlich überhaupt nicht vorkommen, aber die Zeitungen berichten momentan ständig über das ungewöhnliche Wetter – während der Monsun zu wenig Regen brachte, regnet es jetzt zu Zeiten, an denen es seit hundert Jahren nicht mehr geregnet hat. In Nordindien, um Dehli, in Rajasthan oder im Punjab, gibt es zur Zeit eine Kältewelle, tagtäglich sterben Leute an Unterkühlung (nachts ohne Heizung und meist bei halboffenen Wohnungen – Fensterscheiben und Öfen gibt es selten – sind fünf bis null 5 Grad Celsius sehr sehr kalt).


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22.05.2010, 16:43

Chidambaram

Es regnet in Strömen. Die Inder sind etwas verwirrt – es sollte nicht regnen und sie befürchtet, dass die aktuell anstehende Reisernte zerstört wird. Um diese Zeit regnet es normaler Weise nie. Wir sind auch nicht begeistert, denn wir wollten nach Gangakondacholapuram (ein wahrer Zungenbrecher, speziell wenn man am Busbahnhof nach dem richtigen Bus fragen muss), etwa 40 km außerhalb Kumbakonams fahren. Dort gibt es einen Shiva-Tempel, ähnlich dem großen Brihadiswhara Tempel von Thanjavur. Viele meinen, die Steinmetzarbeiten dort seien besser als die in Thanjavur.

Als es um 10:00 immer noch regnet, beschließen wir aufzubrechen und weiter nach Chidambaram zu fahren. Meine Frau hat genug von unserem viertklassigen Hotel. Schweren Herzens verzichten wir auf den Tempel in Gangakondacholapuram. Also in den nächsten Bus nach Chidambaram – während der zweieinhalbstündigen Fahrt regnet es ununterbrochen, aber als wir in Chidambaram ankommen, hört der Regen für eine halbe Stunde auf, genug um ins nächste annehmbare Hotel zu kommen.

Nach dem Mittagessen um 15:00 geht es dann in den großen Nataraj-Tempel. Wir sind natürlich zu früh, schauen uns aber auf der gegenüberliegenden Straßenseite die fünf unterschiedlich großen Tempelwagen aus Holz an – schöne Schnitzereien, gut erhalten, riesige, zum Teil doppelmannshohe Räder. Ein Elefant mit Mahout kommt vorbei und biegt in den Tempel ein. Rund um den Tempel unzählige schwarz und rot gekleidete Pilger. Hinter das Geheimnis der Kleidungsfarben bei den Pilgern bin ich auch nie gekommen, jede Gruppe kommt in einer einheitlichen Farbe: die Männer tragen meist schwarz, seltener rot oder orange und recht selten blau oder grün, die Frauen tragen meist rot, oft rot mit gelben Bordüren, seltener schwarz. Das konnten mir wegen fehlender Sprachkenntnis weder die Pilger noch die Brahmanen erklären. Na, vielleicht hat es auch gar keine Bewandtnis damit.

Schließlich ist es vier Uhr. Wir gehen in den Tempel, natürlich wie immer barfuss. Es geht durch Regenpfützen und Matsch – ist zuerst sehr gewöhnungsbedürftig, dann geht es. Der große Nataraja-Tempel von Chidambaram ist 22 Hektar groß und er soll an der Stelle stehen, an der Shiva gegen die Göttin Kali einen Tanz-Wettkampf gewonnen hatte, indem er seine Beine hoch über den Kopf streckte. Die anwesenden Götter sprachen ihm den Sieg zu – heute steht dort die Tanzhalle mit 56 schön verzierten Pfeilern. Der Tempel wurde wahrscheinlich von den Cholas im 13. oder 14. Jht. erbaut, obwohl die einheimischen Führer behaupten, er stamme von den Pallavas aus dem 6. Jht.

Im Tempel ist das Fotografieren und Filmen verboten – wer trotzdem tut, dem werden Kamera und Film beschlagnahmt, behaupten zumindest die Verbotsschilder (als wir ins Innerste des Tempels kamen, sahen wir als erstes zwei Gruppen von Indern, die eifrig fotografierten). Wir sprachen mit einem Brahmanen – die Schilder sind etwas irreführend, im Tempelvorhof darf fotografiert werden, jedoch nicht in den Tempelgebäude.

Der Tempel kann durch vier Gopurams betreten werden. Auf den Gopurams gibt es Unmengen von bunt bemalten Figuren, die Figuren direkt neben dem Eingang sind unbemalt und von ausgezeichneter Qualität. Am Ost-Eingang finden sich Statuen mit den 108 Posen des klassischen indischen Tanzes, wie er in den Veden beschrieben ist. Daneben findet sich eine 1000-Pfeiler-Halle, die nur zu Festen geöffnet ist; man kann sie aber von außen besichtigen, leider ist sie völlig verdreckt. Daneben ist der Shivaganga, der Tempelteich mit Unmengen von Fischen.

Im Inneren des Tempels führen vier lange unterirdische, dunkle Gänge mit unzähligen Pfeilern im Rechteck um das Allerheiligste und führen zum Allerheiligsten, das auch Nicht-Hindus umrunden und die zwei goldenen und ein silbernes dach bewundern können. Jedes Dach hat 21600 Goldplatten, je eines für jeden Atemzug, den ein Mensch pro Tag tut.

Die Menschen hier in Chidambaram außergewöhnlich freundlich, westliche Touristen scheinen sie nicht gewohnt zu sein (wir sahen nur ein anderes Pärchen und eine Italienerin). Wir wurden mindestens fünf- oder sechsmal mit „Welcome“ im Tempel begrüßt und die Tempelbrahmanen luden uns mehrmals zu einer Feuerzeremonie um 18:00 ein (einer sogar in perfektem Deutsch und erstaunlicher Weise ohne ein Bakschisch dafür zu wollen). Wir waren natürlich dabei und suchten uns einen guten Platz zu sichern, was gar nicht so leicht war, denn die indischen Frauen drängten wir hysterisch umher. Das Interessanteste an der ganzen Zeremonie war sicherlich der Krach, der gemacht wurde, vorne quäkte ein Klarinettist, zwei Trommler trommelten verzweifelt und hinten zogen zwei Männer an den Glockenseilen, um die großen Tempelglocken zu schwingen – es war ein Höllenlärm. Der oberste Tempelpriester schwenkte insgesamt zwölf verschiedene Feuer vor der Shiva-Statue, kramte einige Zeit hinter der Statue herum, kam zurück und schwenkte wieder ein großes Feuer auf einem Tablett und das war es…Kannten wir schon in weniger umfangreicher Form aus anderen Tempeln. Schön war es trotzdem.

Abends klart es etwas auf, es regnet nicht mehr und an einigen Stellen zeigt sich der blaue Himmel, wir hoffen auf Besserung.


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22.05.2010, 16:46

Chidambaram


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22.05.2010, 16:49

Puducherry (Pondycherry)

Wir entschliessen uns weiterzureisen. Am Morgen gehe ich noch einmal alleine in den Nataraj-Tempel und komme in einen Tempelteil, den ich noch nicht gesehen habe: an der Temepldecke sind schöne alte Gemälde, daneben einige nicht so schöne aus neuerer Zeit, noch dazu in glänzenden Ölfarben. Ein Brahmane, wie er mit erzählt, der Oberpriester dieses Tempels erzählt mir, dass die alten Gemälde mehr als 600 Jahre alt sind und zu den ältesten in Tamil Nadu zählen.

In gleichen Tempel sitzt ein jüngerer Brahmane und hält mir ein Buch hin: „Temple donation“. Normalerweise bin ich ja durchaus der Meinung, eine Spende an den Tempel für dessen Erhaltung sei durchaus gerechtfertigt, aber der Kerl ist nun mal doch etwas zu unverschämt: „Five thousand Rupies“. Einerseits finde ich es ja ganz angenehm, wenn die feinen Herren ihre Tarife gleich nennen, aber darauf kann man nur mit lauten Gelächter antworten (5000 Rupies sind 89 EUR). Der feine Herr lässt mit sich handeln: „Ok, thousand Rupies“. Ich schreibe meinen Namen in das Tempelbuch und male sorgfältig eine Zwanzig dahinter – wenn jemand so unverfroren ist, bekommt er besonders wenig. „Ohh, two hundred are ok“. Lachend gebe ich ihm zwanzig Rupies, er schaut sie verduzt an, ist gar nicht sauer, sondern lacht „Thank you“, verbeugt sich und steckt das Geld ein. Ich bin sicher, es landet auch wirklich in seiner Tasche und nicht im Tempelfundus. Aber erstaunlich, wie flexibel die Inder manchmal in Gelddingen sind.

Nach dem Frühstück holen wir unser Gepäck aus der Lodge. Direkt vor dem Hotel liegt ein überfahrener Hund, die Gedärme liegen um ihn herum – kein schöner Anblick nach dem Essen. Am Busbahnhof haben wir Glück, der nächste Bus nach Puducherry fährt in einer Viertelstunde und einen Sitzplatz bekommen wir auch.

Nach Puducherry geht es ein großes Stück durch das Delta des Cauvery – eine wunderschöne grüne Landschaft, überall Flüsse, Bäche, Seen und viele Kanäle (hier hat wirklich ein Engländer in der Kolonialzeit Gutes und Sinnvolles geschaffen, als er zahlreiche Kanäle und Bewässerungsanlage hat machen lassen).

Um 15 Uhr sind wir in Puducherry, der alten französischen Kolonie Pondycherry, heiß geliebt von Indern und Travellern, denn hier gibt es das billigste Bier in Indien (Puducherry ist Unionsterritorium, darum gibt es keine Steuer auf das Bier). Was als erstes auffällt, sind die unzähligen schmudeligen Bars, aus denen eine Alkoholfahne herausweht, dass man fast selber besoffen werden kann. In unserer Wunschunterkunft ist natürlich nichts frei: Das New Guest House ist eines der besten in der Stadt, kostet für ein absolut sauberes Doppelzimmer nur 100 Rupies und ist eine der vielen Unterkünfte, die zum Aurobindo-Ashram gehören. Alkohol ist nicht erlaubt und um 22:30 wird das Guest House geschlossen. Trotzdem absolut zu empfehlen, aber man sollte sich mindestens ein oder zwei Wochen vorher telefonisch anmelden und ein Zimmer buchen. Wir kommen in der Sri Krishna Lodge direkt am Hauptmarkt unter, 600 Rupies für ein ähnliches Zimmer wie in der New Lodge….

Puducherry hat ein altes französisches Viertel direkt am Meer, ein Kanal trennt es vom alten indischen Teil. Es ist schön, hier herum zu laufen – jede Straße hat schattige Bäume, es gibt wirklich schöne und gut erhaltene Häuser, einige gute und luxuriöse Einkaufsgelegenheiten (Fabindia, Sri Aurobindo Handmade Paper Factory, Geethanjali, La Boutique d’Auroville oder Vibe), eine Menge älterer Franzosen und Französinnen, die hier wohnen, und unzählige sechzig- und siebzigjährige Französinnen, die herumlaufen wie zwanzigjährige und nur peinlich wirken. Dann gibt es noch viele französische Restaurants, einige alte Kirchen (Church of our Lady of the Immaculate Conception, die Sacred Heart Church oder die Notre Dame de Anges), die aber fast alle geschlossen sind, viele Straßenschilder in französisch und indische Polizisten mit roten Flic-Mützen – man meint, man ist in Frankreich. Zu empfehlen ist auch ein Spaziergang am Meer, obwohl es sich an keiner Stelle zum Baden eignet. Die Gegend rund um den Hauptmarkt ist ein riesiges Einkaufsviertel, in dem man stundenlang herumlaufen kann.

Dann gibt es noch den Sri Aurobindo Ashram mit dem Grab Aurobindos Ghose (indische Heilige werden nicht verbrannt). Der Aurobindo Ashram wurde von seiner Weggefährtin Mirra, der „Mutter“ nach seinem Tod zu einem gigantisches Wirtschaftsunternehmen umgeformt, das Millionen umsetzt. Große Teile der Stadt gehören heute ihm (andere Teile, ganze Straßenzüge gehören der katholischen Kirche) und er hat heute Ableger in vielen Städten der Welt, z.B. New Dehli.

Nachdem wir auch an den nächsten zwei Tagen kein Zimmer im New Guest House bekommen, beschließen wir abzureisen (wir haben eh schon viel zu viel Souveniers eingekauft).

Einen Besuch Aurovilles verkneifen wir uns – Auroville ist eine geplante internationale Stadt nach den Ideen Aurobindos in der Nähe Puducherry und wurde 1968 gegründet. 124 Nationen und die UNO pumpten Millionen in den Aufbau der Stadt – wenn man sie besucht, sieht man aber nicht viel. Die Stadt hat 1829 Einwohnern aus 40 Nationen (Volkszählung 2006) und besteht aus einigen Dörfern, die sich um nichts von den Dörfern der Umgebung unterscheiden. Dafür wurde im Zentrum ein monströses Gebilde, das Matrimandir, der „Tempel der Mutter“ für eine Irrsinnsumme erreichtet. Das Matrimandir sieht aus wie ein riesiger vergoldeter Golfball und enthält im Innern den größten Kristall der Welt mit 70 cm Durchmesser. Ich war 1984 und 1997 in Auroville und war entsetzt, wie wenig mit den Millionen Geldern geschaffen wurde. Als ich zum ersten Mal dort war, gab es die großen Auseinandersetzungen zwischen diversen französischen, indischen und deutschen Gruppierungen um Gelder, die bis zu Überfällen, Schlägereien und Gewaltakten führten. Irgendwann sah sich die indische Regierung wegen zahlreicher finanzieller Unregelmäßigkeiten gezwungen, die Verwaltungshoheit zu übernehmen. 2008 kamen aus vielen umliegenden tamilischen Dörfern Vorwürfe, dass zahlreiche Kinder in Auroville missbraucht worden seien. Die Auroville-Gemeinschaft hat eine Untersuchung durchgeführt und ist natürlich zum Ergebnis gekommen, dass die Vorwürfe nicht zuträfen.

Auf jeden Fall hat uns die Vorgeschichte die Lust genommen, diesen Ort und das Montrum Matrimandir zu besichtigen – Auroville wird wohl als ein sinnvolles, interessantes Projekt in die Geschichte eingehen, dessen Realisierung wohl die gesamte ursprüngliche Zielsetzung missachtet hat.


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22.05.2010, 16:51

Puducherry (Pondycherry)


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23.05.2010, 18:35

Mamallapuram (Mahabilpuram)

Mit dem Expressbus ging es in zweieinhalb Stunden nach Mamallapuram. Nachdem am nächsten Wochenende fünf lange Feiertage anstehen, dachten wir es gäbe Schwierigkeiten bei den Unterkünften. War aber nicht so: wir kamen sofort in der Shanti-Lodge unter.

Mamallapuram ist ein kleiner Küstenort südlich von Chennai. Bekannt ist er für seinen Shore Temple, für viele Reliefs und Höhlentempel. Mamallapuram ist ein Geburtsort des südindischen Tempelbaus, viele Tempelformen wurden hier erprobt, verworfen und erneuert, bis sich der endgültige Tempelstil entwickelt hatte.

Zu Mamallapuram gibt es von mir bereits einen Artikel im Forum.

Mamallapuram hat sich nicht sonderlich verändert, nur weit außerhalb gibt es einige neue Luxushotels für 11000 bis 17000 Rupies für ein Zimmer (ich frage mich immer, wer das bezahlt, aber das Hotel war ausgebucht).

Im Dezember und Januar gibt es ein Dance Festival, wo jeden Abend zwischen 18:30 und 20:15 verschiedene indische Tänze direkt vor dem beleuchteten Relief „Arjunas Buße“ gezeigt werden. Der Eintritt beträgt 100 Rupies und für die Leute, die nichts bezahlen wollen, gibt es hinter den Sitzreihen Stehplätze – fotografieren kann man da fast nicht.

Die nächsten Abende sind wir beim Dance Festival – am Freitag, den 15.01.2010 der bisherige Höhepunkt – eine unglaubliche Tanztruppe direkt aus Mammalapuram mit Bharatnatyam (einer der acht klassischen Tänze Indiens – für mich der Schönste). Nach dem zweiten bezahlten Abend haben wir für die restlichen sechs Abende ein schönes, kostenlosen Plätzchen neben der Bühne gefunden. Nachteil: wir mussten stehen, fanden dann aber nach einer kleiner Kletterei einen wunderbaren Sitzplatz auf einer zwei Meter hohen Mauer.

An diesem Wochenende ist Pongal und der Ort ist gefüllt von indischen Touristen. Am Samstag fallen sicherlich an die 100.000 Touristen in den Ort ein. Vor dem Ort bilden sich kilometerlange Staus, Wir verschwinden und versuchen die Lage zu entspannen und fahren in ein kleines Dorf, wo Pongal groß gefeiert wird.

Am Donnerstag hatten wir eine längere Strandwanderung gemacht. Unsere Wanderung führte uns einige Kilometer nach Norden – bei einem Hotel machten wir Rast und schlugen an einem Frühstücksbuffet zu. Es waren eine Menge Inder in dem Hotel zu einer Schulung. Mit einem – ein unglaublich freundlicher Inder sprachen wir: er war auf einer Ausbildung als katholischer Missionar im Hotel (man erinnere sich: Missionierungen sind in Indien wegen der blutigen Glaubenskriege nach der Unabhängigkeitserklärung verboten). Die erste Frage war nach unserem Glauben – dann wurden wir missioniert. Nur der christliche Gott sei der einzig Richtige, alles andere sei des Teufels und man müsse die Menschheit auf den richtigen Weg führen. Wenn er nicht so nett gewesen wäre, hätten wir ihm sicherlich etwas unfreundlich die Meinung gesagt. Er endete damit, das Gott Indien brauche und Indien Gott, da Indien und seine Menschen sonst zur Hölle gingen. Na, auf solch eifrige Leute wäre der neue bayrische Chomeini im Vatikan, der mit den roten Designerschuhen, sicherlich sehr stolz. Wir nicht.

Am Freitag machen wir uns mit dem Local Bus nach Kancheepuram auf. Mehr als zwei Stunden dauert die Fahrt für die 60 km. Leider sind alle Tempel geschlossen, es ist eine kleine Sonnenfinsternis, daher werden Reinigungszeremonien durchgeführt. Ich ärgere mich fürchterlich, werde aber getröstet durch zwei große Reisegruppen, die auch vor verschlossenen Toren stehen. Wenn es die schon nicht wissen….

Wenigstens finden wir das bisher beste Essen in einem Hotelrestaurant. Am nächsten Montag kommen wir wieder und tatsächlich haben alle Tempel auf.


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23.05.2010, 18:38

Mamallapuram (Mahabilpuram)


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23.05.2010, 18:41

Mamallapuram (Mahabilpuram)


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23.05.2010, 18:43

Bharatnatyam

Bharatnatyam ist einer der acht klassischen Tänze Indiens (neben dem Kathak, dem Kathakali, dem Kuchipudi, dem Manipuri, dem Mohiniyattam, dem Odissi und demSagttriya). Der Bharatnatyam stammt aus Tamil Nadu, wird aber jetzt in ganz Indien getanzr. Er ist eigentlich ein Solotanz und setzt sich bhava (Ausdruck), Raga (Melodie), Tala (Rhythmus) und Natyam (Tanz) zusammen. Er basiert im Wesentlichen auf den rhythmischen Elementen (nritta) – und was für ein unglaublicher Rhythmus… und den darstellerischen erzählerischen Elementen (nritya) – Körperhaltung, Gesten und Mimik - zusammen. Anders als das europäische Ballet strebt der Bharatnatyam nicht nach oben, um Leichtigkeit zu erzeugen, sondern nach unten, um die Erdverbundenheit zu betonen.

Die Grundhaltung besteht aus nach außen gedrehten Füssen, gebeugten Knien und geraden Oberkörper. Der Rumpf bleibt immer kerzengerade.

Um den Bharatnatyam zu tanzen braucht man jahre-, manchmal jahrzehntelange Ausbildung. Jede Bewegung mit Hand, Finger, Gesichtsmuskel und Beinen hat ein bestimmte Bedeutung (so gibt alleine 7 bzw. 9 Bewegungen mit Augen und Augenbrauen).

Die Themen kommen fast alle aus der indischen Mythologie.

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23.05.2010, 18:45

Bharatnatyam


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23.05.2010, 18:47

Pongal

Vor allen Türen wurden bunte Willkommensgrüße mit gefärbten und parfümierten Pulver auf den Boden gemalt. Vor vielen Türen liegen rotgefärbte, zerbrochene Kürbisse. Pongal ist ein Erntedankfest und kommt aus der alten drawidischen Kultur. Das Fest dauert vier Tage: der erste Tag symbolisiert den Neuanfang, alte und unbrauchbare Dinge wirft man fort (oft symbolisiert durch rot gefärbte Kürbisse, die man vor die Türe wirft). Am Morgen kocht man den Pongalreis, eine Art Milchreis mit Palmzucker. Traditionsgemäß muß der Reis aus dem Topf unbedingt überkochen damit es im nächsten Jahr Wohlstand und Glück gibt. Am dritten Tag dankt man den Kühen und Bullen für ihre Dienste, für ihre Milch und für ihre Arbeitskraft – in einigen Gegenden Tamil Nadus gibt es das blutige Bullenjagen: junge Männer versuchen einen wilden, alkoholisierten Bullen mit den Händen aufzuhalten und zu zähmen – meist gibt es eine Menge blutiger Wunden und Brüche, allerdings nicht beim Bullen. Inzwischen wird versucht, diese Art des Bullenfangen abzuschaffen – immer häufiger wird das Bullenfangen durch ein Bullenrennen ersetzt: dabei ziehen die großen Höckerbullen die traditionellen hölzernen zweirädrigen Wagen. Erstaunlich, auf welches Tempo diese schwerfälligen Tiere kommen.


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23.05.2010, 18:49

Pongal


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23.05.2010, 18:52

Kancheepuram

Kancheepuram ist eine der sieben heiligen Städte des Hinduismus und war früher die Hauptstadt der Pallave-Dynastie.

Die Tempel sind wirklich besuchenswert. Wir mieteten ein Fahrrad für vier Rupies die Stunde – der Verkehr war absolut grausam und chaotisch. Spaß macht das Radfahren da nicht, obwohl wir viele unbelehrbare Profis gesehen haben, die mit ihren europäischen Rädern und Gepäck durch Indien radeln (sogar ein Tandem haben wir gesehen). Hmmm, mal ehrlich gesagt, nur etwas für Verrückte und Lebensmüde….

Der Kailasanantha Temple ist einer der ältesten und gilt historisch gesehen als der Wichtigste. Er wurde im 7.Jht. erbaut, hat sehr viele schöne Steinfiguren, sehr viele davon halb menschlich, halb tierisch, wahrscheinlich Überbleibsel der alten animistischen Religionen. Rund um den Tempel gibt es an der Mauer 58 Schreine mit Bildnissen Shivas, Parvatis, Ganeshas und Murugan. Immer wieder gibt es dazwischen kleine, farbenfrohe Überreste der fast 1400 Jahre alten Bemalungen.

Der Sree Ekambaranathar Temple ist mit 12 ha der größte Tempel der Stadt, allerdings ist er recht verkommen. Am Eingang gibt es einen 59 m hohen Gopuram. Die Figuren stammen von 1509 – heiligstes Teil de Tempels ist ein angeblich mehr als 1000 Jahre alter Mangobaum. Das Bäumchen sieht eher nach 10 bis 20 Jahren Alter aus. Im Innern gibt es eine große Spiegelkammer, in die die Gläubigen mit Kerzen und Öllämpchen eintreten. Leider ist sie für Nicht-Hindus verboten.

Der Kamakshi Amman Temple ist der Göttin Parvati gewidmet und eher uninteressant. Interessant sind höchstens die drei Tempelelefanten, die gerade gewaschen wurden.

Der Devarajaswami Temple ist einer der eindrucksvollsten Tempel, obwohl Nicht Hindus ihn nicht betreten dürfen. Betreten darf man die 1000-Pfeiler-Halle. Leider sind nur noch 96 davon übrig, aber die sind vom absolut Feinsten und zeigen eine wunderschöne Arbeit. An den vier Ecken hängen große Steinketten, die aus einem Stein geschlagen wurden. Als wir ankamen, wimmelte es von Pilgern, die gerade eine kostenlose Tempelspeisung bekamen. Die Gopurams sind momentan mit Palmblättern abgedeckt und werden renoviert bzw. neu bemalt.

Der fünfte Tempel, der Vaikunta Perumal Temple ist 1200 Jahre alt und Vishnu gewidmet. Rund herum an den Außenwänden finden sich kleine Klosterzellen mit schönen Relief und herrlichen Löwensäulen. Das Vishnu-Bild im Heiligtum erstreckt sich ungewöhnlicher Weise über drei Stockwerke.


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23.05.2010, 18:54

Kancheepuram


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23.05.2010, 18:56

Kancheepuram


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23.05.2010, 18:59

Chennai

Mittag am 20.01.2010 fahren wir mit dem Bus und unserem Gepäck nach Chennai. Zehn Tage Mammalapuram reichen uns. Wir haben ein Nachtticket mit dem Zug nach Hyderabat in Andra Pradesh gebucht. Inzwischen ist es in vielen Reisebüros und Hotels möglich, elektronisch Tickets zu buchen – das erspart dann die Fahrt zum Bahnhof (hier nach Chennai) und kostet meist 100 Rupies extra.

Die Fahrt dauert zwei Stunden, eine Stunde alleine in Chennai und die zeigt uns, Chennai ist nicht schöner geworden. Viel interessantes gibt es hier nicht: ein altes Fort, das größte Gerichtsgebäude der Welt (nach London), ein Überbleibsel der Engländer, einige Parks, das war es. Vor Chennai geht es eine längere Zeit auf der rechten, östlichen Seite am Meer entlang, während sich auf der linken Seite lange Brackwasserbereiche und Salzverdunstungsanlagen aneinanderreihen. An einer Flussmündung direkt neben der Strasse, vielleicht 50 m entfernt, sicherlich hundert große Pelikane im Wasser, während immer wieder neue im Wasser landen. Ich wusste gar nicht, dass es Pelikane auch in Asien gibt, ich dachte, es gäbe sie nur in Afrika, aber angeblich gibt es sie auf jedem Kontinent bis auf die Antarktis… Schön war der Anblick.

In Chennai fahren wir sofort zum Bahnhof – Sightseeing verkneifen wir uns. Der Zug ist recht komfortabel, obwohl nur Berth (kein AC), aber nachts wird es unglaublich kalt – ich kenne Indien gar nicht wieder, diese Kälteeinbrüche habe ich noch nie erlebt. Völlig durchgefroren und halb erkältet kommen wir morgens in Hyderabad an.