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12.05.2008, 12:03

Madurai, Südindien

Madurai ist ein verschlafenes Städtchen in Tamilnadu, Südindien und zählt ca. 1,3 Mio. Einwohner.

Madurai soll angeblich mehr als 2500 Jahre alt sein und war mindestens 1000 Jahre ohne Unterbrechung die Hauptstadt des Königreichs der Pandyas. 1364 schloss sich Madurai dem hinduistischen Vijayanager-Reich an. 1565 wurden die Nayaks unabhängig und bauten den Sri-Meenakshi-Tempel und den Palast des Nayaks.

Zentrum der Stadt - alle Strassen führen zu ihm - ist der Sri-Meenakshi-Tempel, einer der größten Tempelkomlexe Süd-Indien. Er ist quadratisch angelegt und von einer 6 m hohen Mauer in der Art eines bewehrten Palastes umgeben. 12 Türme zieren den Komplex, die vier größten (46 m Höhe), die in die Außenmauern integriert sind, sind schon von aus weiter Ferne sichtbar. Jeder Turm ist mit zahllosen, farbenfroh bemalten Stuckgöttern und -dämonen verziert.

Der Tempel kann von Touristen besucht werden, nur das innerste Heiligtum ist für Hindus reserviert. Der Tempel ist dem Gott Sundareshvara (ein Name für Shiva) und seiner Frau Meenaksi (eine Erscheinungsform von Parvati) geweiht. Sri Meenaksi ist eine Göttin aus vor-hinuistischer Zeit, als in Südindien das Matriachat herrschte (nebenbei bemerkt, gibt es in den Bergen zwischen Tamilnadu und Kerala noch Stämme, in den matriachale Strukturen vorherrschen). Dazu gibt es eine nette Geschichte - Inder sind ja recht praktisch veranlagt. Als Meenaksi zur Welt kam, hatte sie statt 2 genau 3 Brüste. Die Eltern waren natürlich besorgt und gingen von einem Arzt und Weisen zum anderen, bis sie zu einem kamen, der meinte, das sei alles nicht so tragisch: wenn Meenaksi den richtigen Mann finden würde, dann fiele ihr die dritte Brust ab. Sie sah Sundareshvara und die dritte Brust fiel ab (wenns heute doch auch noch so einfach wär mit dem Richtigen :-) ).

Im Innern des Tempels befinden sich ca. 33.000 Götterdarstellungen aus Stein und Stuck. Fünfzig Priester arbeiten in dem riesigen Komplex, das Tempelleben ist rege und fesselnd (es kommen bis zu 25.000 Besucher an einem Tag), es finden ständig Pujas, Zeremonien, Hochzeiten und Prozessionen statt. Schön ist es, stundenlang im Tempel herumzulaufen oder zu -sitzen und den Leuten zuzusehen. Eine sehr gute Beschreibung des Sri-Meenakshi-Tempel findet sich unter:
http://www.kultur-in-asien.de/Indien/Sonstige/seite578.htm
(die Seite www.kultur-in-asien.de ist sowieso für Kulturinformationen zu empfehlen)

Jeden Morgen werden Sundareshvara und Meenaksi mit großer Prozession von Priestern, Musikern und Gläubigen aus ihrem Schlafgemacht geholt und in den Hauptraum gebracht, jeden Abend gehts in die umgekehrte Richtung: das sollte man sich unbedingt ansehen - ist sehr interesssant und unterhaltsam.

Rund um den Tempel gibt es hunderte von Schneider und Stoffgeschäfte, wo man billig Kleidung nähen lassen kann (Vorsicht: oft nicht die beste Arbeit. Baumwollstoffe gehen oft beim Waschen mit warmen Wasser ein. Die "guten" Geschäfte haben häufig nur "best quality, no cotton, only polyester" - wie mir ein Besitzer stolz mitteilte).

Es gibt einige "gute" Hotel mit westlichen Standards, die ich immer gemieden habe, weil sie meist zu weit vom Tempel entfernt sind. Rund um den Sri-Meenakshi-Tempel selber gibt es Hunderte von kleinen Pilgerhotels mit indischen Standard, billig und recht sauber und v.a. zentral - hier haben wir immer gewohnt.

Essen: vegetarisch gibt es einige sehr gute Lokale. Non-veg essen wir in Indien nicht, es soll aber in Madurai auch keine guten Non-Veg-Retaurants geben.


Neben dem Tempel gibt es noch:
Gandhi Museum
den Königspalst Thirumalai Nayakar Mahal
den heiligen Schrein Alagar Koyil (ausserhalb der Stadt)

Zu Madurai
in deutsch
http://de.wikipedia.org/wiki/Madurai
http://de.wikipedia.org/wiki/Minakshi-Tempel


in englisch
http://en.wikipedia.org/wiki/Madurai
http://en.wikipedia.org/wiki/Meenakshi_Amman_Temple
http://www.madurai.com/


Die gute Reisezeit für den Süden ist von Oktober bis März. In Madurai kann es aber sehr heiß werden. Ein Besuch in den Monaten Februar bis März kann schon ganz schön schweißtreibend werden.