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  • »97erspeedy« ist der Autor dieses Themas

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1

23.05.2008, 19:12

Unterwegs durch Ostkanada...

Das zweitgrößte Land der Erde lockt unzählige Touristen, vor allem durch seine landschaftlichen Reize wie die Rocky Mountains im Westen, die Niagarafälle an der amerikanischen Grenze oder die Walbeobachtungsgebiete im Osten. Wenn einem nur begrenzt Zeit zur Verfügung steht, muss man sich schon für
den Westen oder den Osten Kanadas entscheiden. Wir entschieden uns für eine Reise durch die Provinzen Ontario und Québec im Osten. Das ist schon allein durch die sprachlichen Unterschiede beider Territorien ein Wechselbad der Gefühle. In Ontario ist die Amtssprache Englisch in Québec Französisch, also eine Herausforderung an die eigenen Fremdsprachenkenntnisse.


Nach 11 Stunden Flug konnten wir endlich die Füße auf kanadischen Boden setzen in Toronto, der größten Stadt Kanadas. Toronto liegt am westlichen Ende des Ontariosee, einem der fünf großen Seen auf dem nordamerikanischen Kontinent. Highlight des Besuches war unübertroffen die Überfahrt zu den Toronto Islands, einer kleinen Inselgruppe direkt vor der Skyline. Von dort hat man einen fantastischen Blick auf die Stadt bei Tag und Nacht. Die Silhouette der Stadt ist geprägt durch den CN Tower und das Rogers Center. Der CN Tower ist mit 553 m allemal einen Besuch wert, der Ausblick ist beeindruckend.
Baseball der Toronto BlueJays kann man für gerademal 2 Dollar pro Karte im Rogers Center erleben. Mit 54.000 Sitzpätzen ist die Sportarena die erste, die ein komplett zurückfahrbares Dach besitzt. Sehenswert ist auch das Eaton Center eine riesige Shoppingmeile mitten in Toronto. Dort haben wir einige Kanadische Dollar zurückgelassen...

Die Reise führt uns von dort weiter nach Niagara on the Lake einem kleinen Las Vegas auf der kanadischen Seite der Niagarafälle. 58 Meter stürzt der Niagarafluß bei den Horseshoe Falls (so werden die kanadischen Fälle genannt) in die Tiefe. Es ist heiß in Niagara on the Lake, doch je weiter man sich den Fällen nähert, um so kühler und feuchter wird es. Furchtbar beeindruckend ist es, wie die klaren Wassermassen über die Sturzkante in den Abgrund fallen. Ganz nah an die tosenden Wassermassen kommt man bei einer Fahrt mit der Maid of the mist einem Schiff am Fuße der Fälle. Bloß gut, dass man
ein Regencape bekommt, man wäre sonst total durchnässt. Abends gibt es ein besonderes Spektakel die Fälle werden in verschiedenen Farben beleuchtet. Leider war fotografisch nicht allzuviel dem Lichterspiel zu entnehmen der Wasserdunst vernebelte sozusagen das Bild.

Von Niagara on the Lake führt uns die Fahrt über die USA weiter Richtung Osten. Der nette Grenzbeamte traut uns nicht so recht und fragt uns 1 Stunde lang aus, was wir denn in den USA wollen. Endlich bekommen wir, nachdem wir nett in eine kleine Kamera gelächelt und unsere Fingerabdrücke hinterlassen haben, das Visa und können weiter. Über 600 km geht die Fahrt entlang am St.-Lorenz Strom nach Montreal in der Provinz Québec. Die Stadt erhielt ihren Namen vom Berg Mount Royal, der mit seinen 223 Metern Höhe im Zentrum der Stadt liegt. Er ist beliebtes Ausflugsziel der Einwohner Montreals sie kommen zum Sport treiben vor allem Mountainbiking und Spazieren. Der Berg bietet sowohl zur Tages- als auch zur Nachtzeit einen fantastischen Blick auf die Stadt. Weiterer Höhepunkt Montreals ist für uns der Circuit Guilles Villeneuve die Motorsportrennstrecke auf der jährlich der Große Preis von Kanada ausgetragen wird. Auf einer künstlichen Insel mitten, im St.-Lorenzstrom kann man an Tagen, an denen keine Rennen stattfinden sogar mit dem eigenen Wagen über Teile des Rundkurses fahren.

Die Fahrt führt weiter 250 km nach Québec. Hier kommt man mit Englisch nicht sehr viel weiter, und das obwohl man im selben Land ist. Die Festungsanlagen der Stadt wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der Ort liegt auf einem Felsen und überragt den St.Lorenz Strom.

Entlang des Sankt Lorenz Strom führt der Weg an Wasserfällen vorbei zu einem kleinen Nationalpark. Wir machen Rast und spazieren über Hängebrücken über einen Canyon. Endlose Straßen und Wälder kleine Städte zeichnen den Weg nach Tadoussac. Am Ende eines Fjords liegt dieses kleine Städtchen,
welches für seine Walbeobachtungsplätze bekannt ist. Landschaftlich eine sehr schöne Umgebung mit Felsen, Wald und kleinen Seen. Wale bekommen wir leider keine zu Gesicht.

Wir verlassen den St. Lorenz Strom und fahren wieder landeinwärts. Mit 800 km steht die längste Tour auf dem Programm. Ziel der Fahrt ist Ottawa, die Hauptstadt Kanadas. Die Landschaft unterwegs erinnert an Naturfilme aus dem Fernsehen. Nach jeder Kurve offenbart sich ein neuer, beeindruckender Blick auf Seen, Wälder und Flüsse. Schilder warnen vor kreuzenden Elchen. Leider bleiben diese versteckt.

Gegen Abend erreichen wir Ottawa, eine zweisprachige Stadt. Hier sprechen 50 % der Einwohner Englisch, rund 30 % französisch, aber der Großteil beherrscht beide Sprachen. Die Stadt versprüht englischen Charme. Steht man vor der Hauptattraktion dem Regierungsviertel so muss man an Big Ben denken. Weiter geht es in den Algonquin Provincial Park. Der Highway 60 führt auf knapp 60 Kilometern durch den Park. An der Einlassstelle erhalten wir Pläne für Wanderungen. Wir wählen eine knapp 5 Kilometer lange Strecke, die uns über kleine Waldwege zu einem Lookout führt einem Aussichtspunkt, an dem man über einen See und die Waldlandschaft schauen kann. Ein wunderschönes Fleckchen Erde, an dem wir gern mehr Zeit verbracht hätten.

Letzte Station vor der Rückfahrt nach Toronto ist schließlich Midland, ein kleiner Ort an der Geogrian Bay. Hier im Huronsee gelegen, ist das beliebteste Ausflugsziel der Region die 30.000 Islands. Eine Bootstour führt zu vielen kleinen Inseln mit Ferienhäuschen und kleinen Booten, die durch die Insellandschaft cruisen. Unser Hotel ist zum Abschluss der Reise der einzige Reinfall.

Schließlich müssen die Koffer wieder gepackt werden viele Mitbringsel für die Daheimgebliebenen und viele Eindrücke von diesem großen Land, der für viele Deutsche auch eine Auswanderertraum ist. Vieles von dem gesehenen ist typisch für Nordamerika, vor allem das Essen. Wer hier ein schönes Brötchen zum Frühstück möchte und nicht gern Fastfood isst, der wird hier nicht froh. Aber Pfannkuchen zum Frühstück mit Ahornsirups sind auch wirklich lecker und können als Brötchenersatz herhalten. Also geht es vom Pearson International Airport in Torotono back to Germany. Wir müssen wieder unsere Fingerabdrücke hinterlassen und nett in die Kamera lächeln und erhalten somit erneut ein Visa für die USA, weil wir in Detroit zwischenlanden. Nach einer langen Reise und einem Jetlag hat uns Good old Germany wieder und wir schwelgen in Erinnerungen an die Reise und planen bereits die nächste ein Trip in die Stadt, in der 2010 die olympischen Winterspiele ausgetragen werden. Vancouver und die Rockies sind Ziel unserer nächsten Reise.
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2

23.05.2008, 21:48

Ostkanada

Mein Glückwunsch zu der gelungenen Reisereportage.
Ganz im Stil eines erfahrenen Reiseschriftstellers hast Du uns Deine Erlebnisse näher gebracht.
Die guten eingestellten Fotos lassen etwas von den beeindruckenden Sehenswürdigkeiten erahnen.
Du warst echt fleißig. :-) :-)
LG.
Werner

joe bar

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3

23.05.2008, 22:24

Starke Fotoserie zu einem schönen Reisebericht, habe es lbisher leider nur aus der Luft sehen können.
Mfg Joe 0000006

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24.05.2008, 16:05

wow... ist das ein Bericht!! Kompliment, Respekt!!! 00000011
Die Fotos dazu runden die ganze Sache ab!!

Wirklich eine interessante und sehr gut beschriebene Reise....

Ich bin förmlich mitgefahren und Deine Erlebnisse gingen mir unter die Haut...

Am aufgregensten fand ich den Abschnitt - Niagara on the Lake - das tosende Wasser konnte ich hören !

Danke für diesen tollen Bericht! 00000016
*****

Gruß
Sonnenstunden

:-) :-) :-) :-) :-)
Die großen Ereignisse, das sind nicht immer unsere lautesten, sondern unsere stillen Stunden :love:
(Friedrich Nietzsche)

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24.05.2008, 19:26

In Kürze gibt es dann einen Bericht über den Westen von Kanada - am 04. Juni startet die Tour 00000011

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26.05.2008, 11:38

Ostkanada

Hallo 97er Speedy,

Bewundernswert wie Du Deine Reiseerlebnisse schilderst. Ist eine richtige Bereicherung für das Forum.

Ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung!

Liebe Grüße Sandra 00000011
Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das große warten.(Pearl S. Buck)

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26.05.2008, 11:46

Vielen Dank für den interessanten Reisebericht - da kommen Erinnerungen an einen der schönsten Urlaubstripps auf, die ich je unternommen hatte. Freue mich schon auf die Fortsetzung.

Gruß Joachim
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30.05.2008, 20:35

Schöner Bericht. Ich war zwar noch nie in Kanada, aber da bekomme ich richtig Lust.

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03.06.2008, 07:08

Auf Vancouver kannst Du Dich freuen, für mich immer noch eine der schönsten Städte der Welt mit viel Lebensqualität. Unbedingt mal eine Bike-Tour durch den Stanley-Park machen - da mietet man sich mitten in der Großstadt ein Rad, fährt 10 min und ist stundenlang in der Wildniss unterwegs, aber eben auch ruckzug wieder mitten in der City. Auch interessant der Garten der Botanischen Universität.

Wenn man schon mal in der Ecke ist, sollte auch ein Abstecher nach Vancouver-Island nicht fehlen: Victoria, die Hauptstadt von BC hat einen sehr britisch angehauchten Charme, das MOA-Museeum ist unbedingt sehenswert. Hier erfährt man vieles über die nördlichen Indianer, ihr Weltbild und ihre Kultur.

Wenn man noch ein paar Tage übrig hat, dann lohnt auch ein Abstecher in den Pacific Rhym-Nationalpark, einen der wenigen kalten Regenwälder weltweit, ebenfalls auf Vancouver Island. Hier lässt es sich toll wandern, in dem Park haben wir unseren einigen Bären in Kanada und sogar einen Cougar gesehen. Zur Entspannung ein bisschen Baden in den Heißen Quellen oder je nach Saison Whalewatching.

Ich komm richtig ins Schwärmen, ist bei uns zwar schon fast 15 Jahre her, aber Vancouver ist immer noch ein Traum - wenn Auswandern, dann in diese Gegend. Ich freu mich schon auf Deinen Bericht und ein paar neue Bilder.

LG Joachim
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03.06.2008, 10:09

Beim Thema Auswandern muss ich dir da wirklich recht geben. Das Land hat mich schon so in seinen Bann gezogen........ Wir haben geplant von Vancouver mit Zwischenstops nach Banff, Calgary, Edmonton, Jasper, Clearwater und Whistler zu fahren. Das mit den kalten Regenwäldern hab ich noch nie gehört - danke für den Tipp! Bin schon ganz gespannt... morgen gehts endlich los. :-) :-) :-)

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03.06.2008, 10:37

Dann wünsch ich Dir ganz viel Spaß, tolle Erlebnisse und eine schöne Zeit.

Vom Banff-Nationalpark lohnt sich noch ein Ausflug an den Emerald-Lake und Lake Louise. Lake Louise ist zwar ein absoluter Touri-Hotspot, aber die Farbe des Sees kommt tatsächlich so unecht rüber wie es auf den Bildern immer aussieht. Hier lohnt es sich, sich mal ganz dekadent im Grand Hotel einen five o´clock-tea zu gönnen. Nett ist auch ein Ausflug zum Columbia-Icefield um mit den großen Eisbussen auf dem Gletscher rumzufahren. Man erfährt so einiges über die Entstehung und Bewegung von großen Gletschern.

Ich beneide Dich um diese Reise, ist einfach klasse.

Gruß Joachim
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