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1

01.06.2008, 20:51

Puschkar, Rajasthan

Puschkar ist ein kleines Nest mit nicht mal 15000 Einwohnern in Ostradjastan. Das Örtchen ist ganz beschaulich und gruppiert sich um einen der heiligsten Seen Indiens herum. Das Dorf bzw. die kleine Stadt mit seinen vielen Tempeln ist von Bergen und sandiger Steppe umgeben. Pushkar ist einer der heiligsten Plätze der Hindus, angeblich sollte es hier 500 Tempel und Tempelchen geben, was mir doch sehr übertrieben vorkommt, obwohl für Hindus schon jeder phallusförmige Stein als Symbol Shivas und damit als Tempel(chen) gilt.

Brahma, dem Schöpfergott, fielen drei Lotosblüten aus der Hand, dort wo sie die Erde trafen, bildete sich je ein See, einer davon ist der See von Pushkar. Ein alter Tempel in diesem Ort ist deshalb so heilig, weil dies der einzige Ort auf unserem Planeten ist, an dem sich Brahma je manifestiert hat. Es ist auch der einzige Tempel in Indien, der ausschließlich Brahma gewidmet ist. Rund um den See gibt es ca. 50 Badeghats, die für Nichthindus verboten sind.


Der Ort ist schon relativ gut auf Touristen eingerichtet und rund um den See im eigentlichen Ort gibt es eine ganze Menge kleiner Hotels und Guest Houses. Ein gutes Hotel mit europäischen Standard gibt es etwas ausserhalb des Ortes.
In Pushkar sind immer relativ viele Leute unterwegs, ein Rummel der Gläubigen aus vielen Ländern und Regionen, ähnlich dem der großen katholischen Wallfahrtsorte. Da laufen Bauernfamilieen auch Rajasthan oder Gujarat mit ihren malerischen Turbanen und ihren knallig bunt angezogenen Frauen herum. Daneben gibt es reiche wohlhabende Inder in eruopäischen Anzügen, heilige Männer, echt und unechte Saddhus, westliche Hippies und Aussteiger, Gaukler, Schlangenbeschwörer und Geschäftsleute. Und viele Affen gibt es auch.

Der Aufenthalt war bisher für uns immer sehr erholsam, wir wohnten meist in einem kleinen Guesthouse, dem "White house" und waren immer begeistert, wenn die Bediensteten unter der Leitung ihrer Chefin (einem wahren Feldwebel) das Haus putzten: da schoß dann das Wasser von oben wie ein kleiner Wildbach durch die Treppen und Stockwerke nach unten. Wir hatten nirgendwo in Indien solch einen Wasserverbrauch beim Putzen erlebt. Wer gar kein Geld hat oder besonders billig leben will, kann auch in Pilgerunterkünften übernachten.

Es gibt unzählige indische und pseudo-indische Lokale, extra für Traveller und europäische Aussteiger kreiert (eines der Restaurant verkaufte z.B. "original europian sent-witches" - wir haben darauf verzichtet). Einige Lokale haben sogar ein Frühstücksbüffet mit typischen Travellerfood. Apropos: der ganze Ort ist streng vegetarisch und alkohlofrei - obwohl in immer mehr Hotels/Guesthouses Alkohol an Touristen verkauft wird. Ich persönlich finde so etwas immer schade.

Abends trifft man - d.h. alle Touristen, einige Einheimische und viele Geschäftemacher am Ostufer des Sees zum Sonnenuntergang - sollte man nicht versäumen. Sehr häufig finden im Ort Hochzeiten statt - einfach den mißtönenden Blasinstrumenten nachgehen, manchmal sieht man interessante Volkstänze, z. B. einen mit Frauen, die mit Holzstöcken auf andere Holzstöcke schlagen. Fast jeder Erstbesucher von Puschkar wird von "vermeintlich echten" oder wirklcih echten Brahmanen abgezockt, die einen an den See locken, dann eine Puja (Art Gottesdienst) zelebrieren, für dich selber, für die ganze Familie, die Kinder, Eltern, Großeltern, Urgroßeltern usw (je mehr Generationen, desto teurer wirds). Dann gibt es einige heilige Fäden um das Handgelenk und dann das Wichtigse: die Frage nach der Bezahlung. "Was sowenig? Sind die Eltern das nicht wert? oder die Großeltern? Und die Kinder!!!". Ist uns nur einmal passiert. Wenn wir Puschkar betreten, binden wir uns vorher einen oder zwei heilige Fäden um das Handgelenk und wenn ein Brahmane Puja machen will, weisen wir ganz stolz unseren Arm vor - hatten wir schon.

Schön ist es auch, ganz früh morgen aufzustehen und einen der umstehenden Berge zu besteigen (auf dem steilen Ratnagiri-Hügel oberhalb des westlichen Seeufers steht ein Tempel für Brahmas Gemahlin Saraswati). Oder auch bei Sonnenuntergang ist der Aufstieg schön. In beiden Fällen Taschenlampen mitnehmen, vor allem abends: es wird blitzschnell dunkel. Auf keinen Fall unter Tags gehen - ist kann höllisch heiss werden.

Ach ja: wenn man um den See läuft, muss man auch einen Nebenarm des Sees auf einer Brücke überqueren. Hier darf man auf keinen Fall die Schuhe anlassen - den heiligen See darf man sich nur barfuß nähern. Wir haben einmal einen widerspenstigen Touristen erlebt, der seine Schuhe nicht ausziehen wollte. Das war eines der wenigen Male, wo ich die Inder sehr unhöflich gesehen habe - sie wären fast handgreiflich geworden, der Tourist hat dann umgedreht.

Was wir nicht sonderlich empfehlen können, ist ein Besuch in Ajmer (einige Kilometer entfernt). Ajmer ist eine Stadt, ein moslemisches Pilgerzentrum mit einer großem Moschee, Zentrum des islamischen Sufismus. Die Stadt ist furchtbar dreckig und wir hatten dort nie das Gefühl in irgendeiner Form willkommen zu sein.

Im Oktober/November findet die Puschkar Mela statt. Zu dieser Zeit besuchen die Götter Pushkar und deshalb ist es besonders verdienstvoll und segensreich, im heiligen See ein Bad zu nehmen, um sich von allen Sünden zu reinigen. Es kommen Hunderttausende von Pilgern. Rund um den Ort ensteht der größte Kamelmarkt der Welt. Leider haben wir es noch nie geschafft, zu dieser Zeit in Puschkar zu sein.
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2

01.06.2008, 21:25

Pushkar

Endlich....
Ein Ort, wo ich auch schon war.
Ich war natürlich auch nicht in der Zeit der großen Feste,
Aber man konnte schon sehen, dass der Ort etwas Besonderes für die Leute ist.
Der heilige See liegt sehr schön eingebettet.
Es gab viele Bettler und selbsternannte heilige Männer.
Wieder ein sehr schöner Bericht , den Du eingestellt hast.
LG.
Werner
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07.06.2008, 08:53

Hallo nasty

schöne bunte Bilder hast Du angehängt - ich kenne kein farbigers Land als Indien.

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07.06.2008, 18:32

Hi driver

mit diesem ausführlichen Bericht und den Fotos hast Du wieder mal eine sehr interessante und umfangreiche Präsentation eines Landes wunderbar rübergebracht! A)d

Ich kenne Asien nicht ! Asien war bislang auch nicht in unserer Reiseplanung.

Gern lese ich aber Deine Berichte und spüre die für mich sehr fremde Kultur und die 'andere Welt'....

Liebe Grüße
Sonnenstunden
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Die großen Ereignisse, das sind nicht immer unsere lautesten, sondern unsere stillen Stunden :love:
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07.06.2008, 21:08

hallo driver,

eine doch für die meisten so fremde welt - so anschaulich und hochinteressant rübergbracht!

klasse bericht - beeindruckende bilder - mit der lust auf mehr! )foot(o

dank`` dir und viele liebe grüßle, monique - chispa 00000011
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