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1

05.06.2008, 21:14

Innradweg, Bayern

Hallo

ab und zu teiben meine Frau und ich uns natürlich auch hier zuhause herum. Hier ein kleiner Bericht für Radfahrer (keine Extremsportler, sondern für "normal" sportliche Menschen).

Innradweg


Kiefersfelden - 24 km - Neubeuern - 12 km - Rosenheim - 27 km - Wasserburg a.Inn - 49 km - Mühldorf a.Inn - 21 km - Neuötting - 12 km - Marktl - 4 km - Stammham - 17 km - Simbach a.Inn - 14 km - Ering - 15 km - Bad Füssing - 17 km Neuburg a.Inn - 12 km - Passau
Gesamte Weglänge: 231 km

Der Innradweg von Maloja in der Schweiz bis Passau zählt mit einer Gesamtlänge von ca. 500 km zu den längsten europäischen Radwanderwegen. Aus den Alpen kommend führt er teilweise beidseitig des Flusses von Kiefersfelden über Rosenheim, Mühldorf a.Inn und Simbach a.Inn in die Dreiflüssestadt Passau und schließt dort an den Donauradweg an. Berührt werden urwüchsige Auen, stille Altwässer, beeindruckende Uferleiten und die malerischen Innstädte mit historischen Marktplätzen, Kirchen und Klöstern. Der Radweg verläuft flussnah, abseits von Straßen auf befestigten Wegen. Ein familienfreundliches Raderlebnis ohne größere Schwierigkeiten.

Ich selber kenne nur das Stück von Wasserburg nach Mühldorf, Neuötting, Marktl bis Stammham. Hier führt der Radwanderweg ohne grosse Steigungen fast immer entlang des Inns bzw. einige Kilometer entlang des Innkanals und durchquert viele Auenwälder (Achtung beim Drinrumlaufen - diese Wälder sind ziemlihce Zeckengebiete) und einige alte aufgelassene Flusschleifen, in denen es von ausgefallenen Planzen und vielen Tieren wimmelt. Häufig sieht man auch Reiher und diverse Storchenarten.

In Wasserburg sollte man auf jeden Fall eine Pause einlegen und die Stadt besichtigen. Sie liegt in einer Innschleife und zeichnet sich durch schöne alte Häuser in der fast vollständig erhaltene mittelalterliche Altstadt aus. Sehenswert sind das Brucktor an der Brücke über den Inn (diese ist neueren Datums, irgendwann um 1920 erbaut), das Heiliggeistspital, das Mauthaus, die Kirchen St. Michael und St. Jakob, die Frauenkirche und die Wasserburg, das Rathaus (um 1500) und gegenüber das Patrizierhaus (erbaut 1738 durch den Münchner Johann Baptist Zimmermann, gilt als eines der schönsten Rokoko-Häuser Deutschlands), die Türme Roter Turm und Hungerturm, die Stadtmauer und er alte Friedhof.

In Mühldorf sollte man vor allem den Stadtplatz mit den typisch Hausfassaden im Inn-Salzach-Stil (vorne mit geraden Scheinfassaden) besichtigen, evt. dort in einem Cafe oder einer Wirtschaft sitzen (Mühldorf ist leider lukullisch eine Wüste. Am Stadtplatz sind eigentlich nur das Restaurant Goa und das Geigerhaus zu empfehlen. Das beste Restaurant ist sicherlich das Londronhaus in einer Seitengasse). Interessant ist der alte Teil der Stadtmauer mit dem Haberkasten, das älteste Gebäude in Mühldorf, ein ehemaliger alter Kornstadl, dann das Londronhaus, ein ehemaliges Amtgerichtsgefängnis, das Finanzamt (passender Weise im ehemalige Fürstbischöfliche Schloss), das Mühldorfe Rathaus mit der Hexenkammer (in Mühldorf fand die letzte deutsche Hexenverbrennung statt), das skurrile und kuriose Jagdmuseum (ein Anti-Jagd-Museum, nur Mittwoch nachmittag geöffnet). Am Bahnhofsgelände gibt es einige alte Lokomotiven im Museumsstellwerk. Von den Kirchen ist die Nikolauskirche zu erwähnen, v.a. aber die direkt daneben stehende Kapelle St. Johannes, ein frühgotisches Bauwerk aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, dann die St. Laurentius in Altmühldorf aus der Spätgotik.

In Neuötting ist wiederum der Stadtplatz mit dem Burghauser und Landshuter Tor am Interessantesten. Viele Seitengassen werden durch Schwippbögen vom Platz getrennt. Sehenswert ist auch die Pfarrkirche St. Nikolaus aus der Spätgotik. Wer noch Lust hat, kann dann einen Abstecher nach Altötting machen und dort das Treiben um die Altöttinger Gnadenkapelle mit der hochverehrten Schwarzen Muttergottes ansehen. Ich fand am Interessantesten all die Dankestafeln (angeblich mehr als 2000) an der Kapelle, die bezeugen sollen, welche Wunder Maria alles vollbracht hat. Manchmal sieht man auch Pilger, die auf Knien die Kapelle umrunden und schwere Kreuze dabei schleppen.

In Marktl gibt es nichts Besonderes zu sehen, es sei denn man ist interessiert am Geburtshaus vom Benedikt (unseren jetzigen Papst). Wirklich interessant ist es nicht, eher schon der Devotionalienhandel im Ort: angefangen von der Benedikt-Unterhose bis zum Beneditk-Starkbier, von der Benedikt-Einkaufstasche bis zur Benedikt-Schwarzwälder-Uhr gibt es einiges an Skurrilem.

So, das wärs. Wenn ich mal auf dem Radweg weiterkomm, dann gibt es den nächsten Teil der Geschichte.

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06.06.2008, 08:12

Hi driver,
eine schöne Radwanderung, die auch für mich nicht zu extrem ist, hast Du da beschrieben ... A)d
Vielleicht komme ich mal vorbei...
Danke
und liebe Grüße
Sonnenstunden
00000011
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(Friedrich Nietzsche)

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06.06.2008, 10:13

Innradweg

Innradweg





Hallo Driver,

ausführliche Beschreibung des Innradweges mit vielen Tipps von sehenswerten Stätten, die sich auf dem bayerischen Verlauf der Strecke befinden und zu einem Besuch einladen.

Mit einer Gesamtlänge von 517 Kilometern durchquert der Innradweg die verschiedensten Landschaften. Ich möchte Deinem Bericht ein paar Einzelheiten über den Verlauf vom Maloja-Pass bis Kufstein/Kiefersfelden hinzufügen.

Maloja-Pass – Martina (Grenze Österreich) 100 Kilometer
Martina – Landeck 45 Kilometer
Landeck – Innsbruck 78 Kilometer
Innsbruck – Kufstein (Grenze Deutschland) 80 Kilometer

Ausgangspunkt ist Maloja am gleichnamigen Pass in 1815 Metern Seehöhe im Schweizer Oberengadin (Kanton Graubünden). Während der ersten 50 Kilometer ist das Gefälle mit 343 Metern nicht besonders groß. Vorbei an St. Moritz, Pontresina, Samedan, Zernez und Scuol wird bei Finstermünz nach 100 Kilometern die Grenze zu Österreich erreicht. Die Orte auf Schweizer Seite haben ein eigenes Flair. Eingebettet in einer vielfältigen Naturlandschaft ist man umgeben von mächtigen Bergriesen und der Trasse der Rhätischen Bahn, die in Scuol endet.

Durch das Tiroler Oberland schlängeln sich Fluss und Radweg weiter bis Landeck. Bis hierher hat man einen Höhenunterschied von 1000 Metern überwunden. Ab Landeck verläuft der Radweg meist auf eigens nur für Radfahrer bereitgestellten Wegen. Vorbei an Imst, Haiming, Stams, Telfs-Pfaffenhofen und Zirl erreicht man nach knapp 80 Kilometern Innsbruck. Sehenswert sind auf diesem Abschnitt das Schlossmuseum Landeck sowie das Stift Stams. Innsbruck mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten bietet sich für eine längere Erholungspause an.

Die letzen 80 Kilometer bis Kufstein und der Grenze zu Deutschland bei Kiefersfelden verlaufen weitgehend flach. Auch auf diesem Abschnitt gibt es mehrere sehenswerte Plätze die einen Aufenthalt wert sind. Die alte Salzstadt Hall lädt mit einem historischen Stadtkern ein, Wattens mit den Swarovski Kristallwelten, Schwaz mit einem Silberschaubergwerk, und Kramsach mit einem Höfemuseum und einem „lustigen Friedhof“. Über Wörgl und Kirchbichl mit seinem heilkräftigen Moorbadesee erreicht man die Festungsstadt Kufstein. Die mächtige Burg begrüßt den Besucher schon von weitem her. Nach wenigen Kilometern ist der Grenzort auf bayerischer Seite, Kiefersfelden erreicht.

Ich wohne direkt neben dem Radweg bei Zams. In den letzten Jahren hat die Frequenz an Radfahrern, die die Strecke befahren stark zugenommen. Es ergeben sich öfter Gelegenheiten mit Leuten, die hier vorbeikommen, ein kleines Gespräch zu führen. Der gewonnene Eindruck lässt darauf schließen, dass die zurückgelegte Strecke vom Maloja-Pass bis hierher Gefallen findet.










LG hoelli / Gottfried

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06.06.2008, 18:56

Hallo Hoelli

freut mich, dass noch jemand diesen Weg kennt noch dazu an anderen Stellen. Danke für die Ergänzungen....

Gruss Driver