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1

20.06.2008, 21:04

Junagadh, Sasan Gir (Gujarat, Nordindien)

Junagadh

Junagardh ist ein Ort in Gujarat, der von wenig Touristen besucht wird, dabei ist es ein recht schöner, angenehmer Ort mit einer Menge alter Tempel, die Menschen sind ausgesprochen freundlich und ehrlich (hier haben wir die ehrlichsten Rikschafahrer Inidens getroffen), alles ist weitgehend von Touristen unberührt (was natürlich auch heißt, dass sich beim Warten auf den Bus die Einheimischen wie Hühner auf der Leiter vor einen hinsetzen und dich studenlang begucken). Ausserdem ist er Ausgangspunkt für die Besuche im Gir Forest, der Nationalpark, wo die letzten asiatischen Löwen leben.

Die Stadt ist voll von alten, zum Teil baufälligen, aber oft sehr exotischen alten Gebäuden. Eines der besten Hotels der Stadt scheint das Hotel Relief zu sein (was nicht viel zu sagen hat, es war höchstens indischer Mittelklasse-Standard). Essen (vegarisch) ist fast überall sehr gut in der Stadt.

Sehenswürdigkeiten
Uparkot ist das alte Fort, nach dem die Stadt benannt wurde. Es wurde wiederholt abgerissen, aufgebaut und umgebaut. Das Fort wurde angeblich 16 mal belagert, einmal 12 Jahre lang. Die Mauern sind teilweise bis zu 20 m hoch, das Eingangstor ist sehr schön verziert. Oben auf dem Fort gibt es ein wunderschönes Plateau, won farbenprächtigen Lantana-Gebüschen überwuchert, dazwischen Wanderwege, immer wieder kleine Gebäude, mehrere islamische Grabmäler (u.a. das von Huri Shah) und Pilgerstätten, mehrere Zieh- und Treppenbrunnen (in einen Brunnen kommt man über eine lange Rundtreppe). Die Jami Masjid, die Hauptmoschee im Fort wurde - wie so viel Moscheen - auf einen zerstörten Hindutempel erbaut. In der Nähe der Moschee gibt es einige alte 1500 Jahre alte buddhistische Höhlen. An vielen Ecken stehen alte Kanonen, zum Teil mehr als 5 m lang. Häufig sieht man hier Bewohner aus dem Umland in ihrer eigenartigen Kluft: die Männer in weißen weiten Pluderhosen und weißen kleinen Jäckchen, hinten mit sicherlich mehr als 50 senkrechten Falten verziert, die Frauen - auch die alten - mit knackeengen Oberteilen zum Sari, völlig rückenfrei, nur ein kleines Bändchen hält die Bluse - für Indien ein erstaunlicher Anblick.

Mahabat Maghara ist das Mausoleum des Nabobs von Gujarat und zeichnet sich durch seine einzigartige Konstruktion aus. Es hat große Silbertüren, feine, schöne Verzierungen und Minarette, an denen schmale spiralförmige Treppen nach oben führen (wir hatten das Glück und fanden in der danebenliegenden Moschee einen Iman, der uns dern Schlüssel zu den Treppen lieh).

Die Durbar-Hall ist leider in einem recht schlechten Zustand und enthält ein wildes Museum mit den typischen Waffen, Rüstungen, Silbersammlungen, Sitze und Throne der Nnabobs - alles wild durcheinander gewürfelt und gestellt. So was muss man trotzdem einfach mal gesehen haben, sonst glaubt man es nicht

Auf den Girnar Hill kommt man über angeblich 10000 Steinstufen. Der Gipfel liegt mehr als 1000 m hoch. Auf dem Weg zum Girnar Hill kommt man an den 14 Edikten von Kaiser Ashoka (cas 250 Jahre v. Chr) vorbei. Die Schrift ist Pali. Daneben gibt es weitere Steintafeln und -säulen von Ashokas Nachfolgern.
Entlang der Treppe nach oben gibt es zahlreiche Imbiss- und Erfrischungsstände, man kann Wanderstöcke mieten, Kreide kaufen, mit denen man seinen Namen auf die Felsen malt und man kann sich Träger mieten, die einen auf die Bergspitze tragen (man muss sich vorher wiegen lassen, denn die Bezahlung erfolgt nach Gewicht - also erst beim Abstieg essen). Auf dem Hill gibt es zahlreiche Affen, oben hat man eine wunderbare Aussicht. Der Berg ist für die Jainas heilig: es gibt ein heiliges Wasserbecken Damodar Kund, dann zahlreiche Marmortempel (5 von ihnen sind Jaintempel). Der größte ist auch der älteste und stammt aus dem 12. Jht. Er ist dem 22. Tirthankar (eine Art Jain-Prophet) "Neminath" gewidmet, seine Statue steht daher überall. Daneben ein Tempel, der dem 19. Tirhanka "Mallinath" gewidmet ist. Ganz oben steht ein besonders glücksbringender Tempel, der Amba Mata. Hier trifft man zu jeder Tageszeit Frischvermälte, die sich Segen (was heißt, viele männliche Kinder) und Glück für ihre Ehe erbitten. Zum Fuss des Girnar Hill kommt man aus der Stadt gut mit Motorrikscha, aber auch mit Public Bus.

Im Zoo gibt es asiatische Löwen, er ist für indische Verhältnisse in erstaunlich guten Zustand. Rund um die Stadt gibt es noch weitere zahlreiche buddhistische Höhlen aus der Zeit Kaiser Ashokas.

In Junagardh kann man wunderbar einkaufen, es gibt einen schönen Mainbasar und viele gute Textilläden. Die Leute sind sehr ehrlich und verlangen von Touristen praktisch einheimische Preise (wir kauften z.B. einen wunderbar bestickten Hochzeitssari für ca. 20 Euro).

Nach Sasan Gir, zum Löwenschutzgebiet ist es 54 km. Dort leben ca. 300 asiatische Löwen (die einzigen, die es in Asien noch gibt). Man kann die Tour mit Taxi oder auch mit Public Bus machen. Im Park muss man einen Jeep mieten, zu Fuss oder zu Rad geht da gar nichts - wenn man die Löwen gesehen hat, weiss man warum. Sollte man im Park keinen Löwen gesehen haben, dann wird einem eine Tour durch ein großen abgetrenntes Waldgebiet angeboten. Dort warten größere Jeeps, bis sie voll sind und fahren dann durch den abgetrennten Parkteil. Die Jeeps sind mit Funk ausgerüstet und werden zu den Löwen geführt - hier sieht man also immer welche. Wie gesagt, die Tour wird einem erst nach erfolgloser Fahrt durch den eigentlichen Nationalpark angeboten (die Inder wissen natürlich davon und besuchen nur den kleineren Teil). Man kann in Sasan Gir in einigen Govermental Bungalows übernachten. Ach ja: wir hatten auf unserer Tour das Glück, neben anderen Tieren auch drei Löwen zu sehen, einer stand so ca. 2 m neben unseren Jeep. Gottseidank hatte der Fenster.

Einige Links
http://www.travelmasti.com/domestic/gujarat/junagadh.htm
http://en.wikipedia.org/wiki/Junagadh

Einige Bilder (meine sind noch auf Dia)
http://www.normankoren.com/India_04_2.html
http://sycd.gov.in/photogly/large/junaga…bat-makbaro.jpg
http://sycd.gov.in/photogly/large/junaga…%20makbaro2.jpg
http://farm3.static.flickr.com/2162/2342…_f9d168eda3.jpg
http://gorgeousearth.files.wordpress.com…030-large-2.jpg

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2

21.06.2008, 08:35

Junagadh/Sasan Gir

Hallo Driver!

Vielfältig gestaltete Dokumentation mit sehr vielen Details über die Geschichte, Bevölkerung und Umgebung der Stadt Junagadh.

Es ist bewundernswert, sich als Fremder in solchen Gebieten aufzuhalten, die weitgehend von Tourismus unentdeckt sind und sich mit den Einheimischen auf einer Ebene zu bewegen und begegnen. Die Eindrücke, die Du hier weitergibst, sind deshalb von einer besonderen Aussagekraft!

Die Vorstellung des Löwenschutzgebietes von Sasan Gir, die bereitgestellten Fotos und Links runden den Bericht bestens ab. Man erhält einen umfassenden Überblick über das Gebiet in der vorgestellten Region Gujaret in Nordindien.

LG hoelli / Gottfried

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3

21.06.2008, 09:46

Hallo hoelli

sich in solchen Gegenden aufzuhalten, finde ich gar nicht bewundernswert, sondern einfach nur angenehm und interessant. Es ist keine sonderlich großartige Leistung, die irgendein riesiges Organisationstalent und unvorstellbaren Mut erfordert. Im Gegenteil - ich finde bzw. mein Frau und ich finden es gerade in solchen Gegenden am Einfachsten zu Reisen. Einige Anstrengungen, fehlender Luxus oder Klima-Anlage werden durch die Freundlichkeit der Menschen und die neuen Erlebnisse weit entschädigt.

Gruss Driver

4

21.06.2008, 13:10

Hallo Driver,
Das ist wieder einer Deiner wunderbaren Reiseberichte.
Du hast schon viel gesehen.

Natürlich ist diese Art des Reisen's doch nicht Jedermanns Sache,
aber ich bewundere Alle, die das so machen. A)d
Mein Sohn hat auch auf diese Art, außer Indien, schon weite Teile Asiens bereist.

Wir können so nicht reisen _(.)
LG.

5

27.06.2008, 12:40

Gute Reise!

Hallo driver!

Auch für mich käme Rucksacktourismus nicht in Frage, da ich zu konventionell bin und mein Leben schon immer gern durchgeplant habe. Ich wünsche Dir aber, und Deiner Frau, allerorts eine glückliche Reise und eine gesunde Heimkehr.

Danke für Deinen anschaulichen Bericht und die tollen Fotos.

LG
hubsi

)foot(o
Ein Bild sagt mehr, als tausend Worte. :cursing: :thumbsup: :P

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28.06.2008, 09:08

Hallo Driver

Deine Berichte über Indien sind alle sehr interessant, ich habe sie mit Freude gelesen.
Ich glaube das wird mein nächstes Ziel sein.

Liebe Grüße
Siggi
In der Fremde erfährt man mehr als zu Hause.
Aus Tansania