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migath

Meister

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  • »migath« ist der Autor dieses Themas

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1

22.04.2010, 21:23

Die Geschichte vom Mönch

Es war einmal ein Mönch. Der war zum Goldenen Felsen im Südosten Burmas gepilgert und hatte dort allerlei Medizin – Pülverchen, Tinkuren, Gebetsketten etc. – für seine 67jährige Mutter erworben. Auf der LKW-Station traf er drei Touristen, zwei Männer aus Germany und eine Frau aus Belgium, welche von diesem zweitgrößten Heiligtum des birmanischen Buddhismus' derart fasziniert waren, dass sie die letzte Transportmöglichkeit ins Tal verpasst hatten.

Die Touristen hatten bereits alles versucht, um motorisiert ins Tal zu gelangen, aber die Vorschriften oben auf dem Berg waren so streng, dass den Fremden nur der Abstieg zu Fuß übrig blieb. Der Mönch bot seine Begleitung, und los ging's bergab. Nach einiger Zeit schlossen sich ein Polizist, der es für seine Pflicht hielt, gut auf die Gäste seines Landes aufzupassen, und ein weiterer Mann der kleinen Gruppe an.

Es war für alle ein netter Abstieg auf der breiten, aber teilweise auch recht steilen LKW-Trasse, gesäumt links und rechts von den dunklen Baumgestalten des Waldes, wobei der Fast-Vollmond mit seinem milden Licht ein angenehmer Begleiter war. Da die Straße ja gesperrt war, störte keine motorisierte Begegnung den meditativen, gleichwohl aber zügigen Abstieg. Nachdem das Sextett sich nach 1,5 Stunden nach etwas Trinkbarem gesehnt hatte, tauchte plötzlich – welch Wunder – am Straßenrand eine einsame Hütte im Dunkeln auf, in dem ein alter Mann lebte. Dieser verfügte jedoch über ausreichend Getränke und auch einige Knabbereien, die er der Gruppe anbot.

Nachdem sich die Reisenden gestärkt hatten und den Mann für seine Labungen entlohnen wollte, war – ein weiteres Wunder – schon alles abgegolten, der Mönch hatte zwischenzeitlich alles geregelt und sich dafür sicher weitere Meriten für ein späteres Leben erworben.

Die Gruppe zog weiter, und plötzlich bat der Mönch seine Begleiter, sich im Kreis mitten auf die dunkle Straße zu setzen. Er packte seine Plastiktüte aus und stellte nach und nach sämtliche Spezereien vor, die er mit sich führte. Und jeder musste alles probieren – ein Pülverchen, aufgelöst in ein wenig Wasser, das müde Touristen innerhalb von 10 Minuten wieder munter zu machen versprach, eine Tinktur, die jeder in seine Gelenke und Muskeln einreiben musste und die bei Schmerzen für Linderung sorgen sollte. In gutem Englisch – er war schließlich ein gebildeter Mönch – erklärte er genau, wie die Mittelchen wirkten und dass diese nur auf diesem heiligen Berg gut und günstig zu erwerben seien. Zum Abschluss seiner Erläuterungen schenkte er jedem ausländischen Gast ein Fläschchen der Wundertinktur sowie eine Gebetskette, bevor sich alle erhoben und den Abstieg fortsetzten.

Nach langer Zeit erreichte die Gruppe schließlich den Zielort, und der Mönch war so überraschend schnell verschwunden, wie er oben auf dem Berg erschienen war, ohne die Chance, den Dank seiner ausländischen Gäste entgegen nehmen zu können. Diese Geschichte mag daher die guten Taten dieses frommem Mannes für die Ewigkeit dokumentieren.
»migath« hat folgende Bilder angehängt:
  • 1001_1375.jpg
  • 1001_1378.jpg


2

23.04.2010, 09:43

Mönchsgeschichte

Hallo Michael!

Mal eine leicht lesbare und nette Story, gegenüber den meist trockenen Fakten und Zahlen. Weiter so!

Lg hubsi

:-)
Ein Bild sagt mehr, als tausend Worte. :cursing: :thumbsup: :P