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migath

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05.06.2010, 22:50

Reisebericht: 4 Wochen gemütlich durch Burma

Meine Reise durch Burma (Birma/Myanmar), über die ich im Folgenden berichten werde, fand im Januar 2010 stand, das Erlebte ist also noch relativ frisch, obwohl ich mich schon längst mit meiner nächsten Reise beschäftige. Volle 28 Tage lang, solange das Visum Gültigkeit hatte, habe ich – überwiegend zusammen mit Otto aus Bremen – dieses wunderschöne Land bereist.

Entspannt zu reisen, das ist in den letzten Jahre immer mehr meine Devise geworden. Und so habe ich mich auch diesmal auf die wirklich wichtigsten Highlights beschränkt und manch‘ schöne Location ausgelassen. Im Falle von Burma – ich bleibe bei diesem alten Namen – bin ich folgender klassischen Reiseroute gefolgt: Yangon – Bagan – Mandalay – Inle-See – Bago – Kyaikhtiyo (Golden Rock) – Hpa-an – Yangon. Dies kann man organisiert locker in 14 Tagen machen, ich habe 4 Wochen benötigt, dafür aber sicher etliche tiefer gehenden Eindrücke gewonnen. Und das ist mir das Wichtigste am Reisen.

Bevor ich los lege, will ich kurz mein Fazit voran stellen: Burma ist ein Traum-Reiseland mit einer Menge Kultur, ausgesprochen netten Menschen und hat darüber hinaus noch den Vorteil, dass die relativ wenigen Touristen dort kaum auffallen. Ein Indiz für die touristische Unberührtheit: Die allseits beliebten Touri-T-Shirts sucht man dort vergebens, zumindest dort, wo ich war.

Mein erstes Highlight hatte ich schon vor der Ankunft in Burma: der Flug mit dem neuen Supervogel A 380 von Dubai nach Bangkok, ein tolles Erlebnis nicht zuletzt wegen der minimalen Geräuschkulisse. Der Schub beim „Take Off“ ist gewaltig, aber: Man hört kaum etwas, der Lärm ist sehr gedämpft, unglaublich leise ... Über 800 Passagiere auf 2 Decks an Board, eine Crew von 28 Personen, sehr großzügige Sitzabstände und ein prima Service von Emirates – so macht Fliegen Spaß!

In Bangkok dann einen Tag Akklimatisierung, und dann weiter mit Air Asia – hatte ich schon von zu Hause aus gebucht – nach Yangon. Das ist für Burma derzeit die einzige sinnvolle Einreisemöglichkeit. Ein weiterer internationaler Flughaben befindet sich in Mandalay, der aber meines Wissens nur von Chiang Mai in Thailand aus bedient wird, und auch nur in dieser Richtung. Alle Landübergänge weisen für den ausländischen Reisenden Beschränkungen irgendwelcher Art auf.

(wird fortgesetzt)


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05.06.2010, 23:34


Yangon



Das sehr frühe Aufstehen in Bangkok und der Transfer zum Flughafen haben reibungslos geklappt, und auch der Flug mit AirAsia (70 Minuten) war sehr entspannend, bis auf das wirklich langwierige Ausfüllen der Einreisedokumente.


Zur Erinnerung: Burma ist weltweit ziemlich abgeschottet, wird von den USA boykottiert und hat intern etliche Probleme mit Volksstämmen, die nicht so recht wollen wie die Militärs. Entsprechend gibt es viele von Restriktionen, denen teilweise auch Touristen unterworfen sind.

Insgesamt 4 Formulare mussten ausgefüllt werden – Einreise, Ausreise, Gesundheit und Zollerklärung. Das benötigte den Großteil der Flugzeit, was aber nicht weiter schlimm war, da die Verteilung von Drinks etc. ohnehin nicht zu den Serviceleistungen der Airline zählen, Billigflieger halt ...

Angesichts dieses Aufwandes verlief die eigentliche Immigration-Prozedur sehr flott, eigentlich so wie bei uns.

Abgeholt wurden ich und weitere Gäste dann von einem Minibus des Guesthouses „Motherland Inn (2)“, in dem ich am Tag zuvor per Mail reserviert hatte. Da unsere Zimmer noch nicht bezugsbereit waren, wurden wir erst einmal zum Frühstücksbuffet geschickt, das war schon mal recht nett.

Nach dem Einchecken dann Bummel durch Yangon und Sammeln erster Eindrücke. Wenn man so durch die Straßen geht, fällt sofort der extrem schlechte Zustand der Bürgersteige auf. Da gibt es Stolperfallen zuhauf, Löcher, fehlende Platten, eine Art von Kanäle, die nur manchmal mit einer einzigen Betonplatte notdürftig abgedeckt sind. Dazu sehr hohe Bordsteine, die allerdings wirksam das Herauffahren von Mopeds verhindern, wie es z.B. in Saigon üblich ist. Generell kann man sich jedoch für asiatische Verhältnisse recht zügig auf den Bürgersteigen bewegen, da nicht alles so massiv zugestellt ist.

Der Zustand der Hauptverkehrsadern von Yangon ist ganz passabel, lässt bei den Seitenstraßen aber drastisch nach. Ob an der Verbesserung des Straßennetzes intensiv gearbeitet wird, möchte ich bezweifeln, obgleich ich eine frisch (?) geschotterte Seitenstraße gesehen habe. Aber deren Sperrung scheint schon vor längerer Zeit erfolgt zu sein.

Die meisten Häuser sind sehr hoch, bis zu 10 Stockwerken, wobei sich alte Gebäude im Kolonialstil – oftmals mit gelber Farbe gestrichen – mit neueren Bauwerken abwechseln.

Was ich bisher noch nirgendwo gesehen hatte, das sind mobile Telefonstände am Straßenrand, hier stehen meist 2 bis 4 Apparate zur Verfügung, die an irgendwelche Leitungen angeklemmt sind und mit denen die Einheimischen die Möglichkeit haben, zu telefonieren bzw. selbst angerufen zu werden. Davon habe ich natürlich entsprechende Fotos geschossen und dann gleich noch ein wenig in die Straße hinein fotografiert. Ruck-Zuck war ich von einem Pulk Polizisten (vielleicht auch Militars?) umringt mit den Worten: No Fotos! Na gut dachte ich, vielleicht ist etwas Geheimes in der Nähe.

Später an einem Essensstand sprach ich mit einer einheimischen Frau darüber und fragte nach einer Erklärung. Sie zuckte nur die Schultern und meinte, dass sich die Vorschriften täglich ändern können. Später habe ich dann noch von der zentralen Sule-Pagode und Umgebung eine Menge Fotos geschossen, ohne deshalb Ärger zu bekommen.

Was noch aufgefallen ist: Man kann sehr unbehelligt durch die Stadt marschieren, wird eigentlich immer nett gegrüßt, sofern man Augenkontakt hat und selten von Taxifahrern oder anderen Verkäufern angequatscht, und wenn, dann relativ dezent.

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06.06.2010, 00:06



Shwedagon-Pagode




Am nächsten Tag stieß dann Otto aus Bremen zu mir, den ich ein paar Tage zuvor am Flughafen Bangkok kennen gelernt hatte. Er hatte ein gültiges Visum für Burma, wollte aber nicht alleine fahren. Da wir uns beide auf Anhieb sympatisch waren, beschlossen wir, gemeinsam in Burma herum zu reisen. Er kam später, weil die Flüge an meinem Anreisetag alle ausgebucht waren.

Das große Highlight von Yangon, die Shwedagon-Pagode, hatte ich mir für Ottos Eintreffen aufgehoben, und so besuchten wir dann gemeinsam dieses wichtigste Heiligtum der burmesischen Buddhisten. Eigentlich handelt es sich um einen Pagoden-Bezirk, die Anlage ist sehr groß, mit sehr vielen Tempeln und Tempelchen um die vergoldete 100 m hohe Stupa herum. Alles erinnerte mich ein wenig an die Tempel in Thailand, besonders den großen Wat in der Nähe von Chiang Mai (Name vergessen).

Danach sind wir zu dem nahe gelegenen Kandawggyi-See spaziert und haben uns auf einer Bank im Schatten ausgeruht und die Leute beobachtet, die über den langen Holzsteg auf dem Wasser flanierten, Gärtnerinnen, welche die Anlagen pflegten, verschämt kuschelnde Liebespaare ...

Der folgende Tag diente der Vorbereitung unserer Abreise nach Bagan, Ticket kaufen, Geld tauschen etc. (Zu den Feinheiten des Geldtauschs in Burma folgt später ein separater Bericht.) Um 16 Uhr startete unser Express-Bus nach Bagan; Sitze ziemlich eng, für Asiaten konzipiert, 2 Restaurant-Stops und 2 Polizeikontrollen in der Nacht. Der Fahrer fuhr wie eine gesengte S… und schaffte die Strecke in 12 statt in den üblichen 14 Stunden. Zustand der Straßen übrigens erstaunlicherweise meistens recht gut, bis auf einen Abschnitt zwischendrin.

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06.06.2010, 09:57

Bagan


Ankunft also um 4 Uhr in finsterster Nacht ausserhalb jeglicher Bebauung auf einem Busbahnhof im Norden von Bagan. Gott sei Dank hatten wir ein Hotel von Yangon aus vorgebucht, also riefen wir das 12 km entfernte Hotel in New-Bagan an, und prompt wurde ein Wagen geschickt. (Eine solche Vorreservierung haben wir fortan übrigens immer vorgenommen.)

Am Nachmittag kurze Orientierung im Ort und der Umgebung. Am folgenden Tag dann mieteten wir eine Pferdekutsche und fuhren die Highlights von Bagan ab. Bagan ist bekanntermaßen ein riesiges Areal mit über zweitausend Tempeln und Pagoden, von denen wir uns allerdings von unserem Kutzscher nur die Top-Highlights zeigen ließen. Manches erinnert ein wenig an Angkor in Kambodscha, was die Ausdehnung des Gebiets und bestimmte Architekturdetails betrifft, ist im übrigen damit jedoch überhaupt nicht zu vergleichen. Die meisten Gebäude sind verlassene Ruinen, die Haupt-Pagoden tragen jedoch mit vielen Shops etc. die deutlichen Zeichen von Touristen-Attraktionen. Und wenn man dann so einige Stunden herum gefahren ist, scheint sich für einen irgendwo alles zu wiederholen, was sicher auch daran liegt, dass kein wirklich innerer Bezug zu dem Gesehenen vorhanden ist.

Den nächsten Tag machten wir einen auf gemütlich, bevor es dann nach einer weiteren Nacht gegen 9 Uhr mit einem „Express-Bus“ nach Mandalay ging. Tickets mit reservierten Plätzen hatten wir uns rechtzeitig besorgt.
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06.06.2010, 10:08

Ein wirklich ausgezeichneter Reisebericht mit ansprechenden Fotos :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

LGv Waldemar

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06.06.2010, 10:28

Mandalay


Ankunft nach 10stündiger Fahrt in Mandalay. Die Stadt selbst empfanden wir als ziemlich öde und konnten ihr nichts Besonderes abgewinnen. Eine Großstadt halt, laut und stickig. Straßenbeuchtung gibt es hier nicht, und auch der Strom fällt halbtageweise aus. Deshalb haben alle Hotels, Geschäfte etc. ihre eigenen Stromgeneratoren.


Schön war allerdings der Aufstieg zum Mandalay Hill, dem heiligen Hügel Mandalays. Knapp 1.000 Stufen führen an vielen Andenkenshops, Blumenständen und den üblichen Angeboten, die man an solchen Orten findet, durch mehrere kleinere Tempel mit zum Teil riesigen Buddha-Figuren auf den Gipfel. Eine schweisstreibende Angelegenheit. Aber oben hat man wirklich den viel gepriesenen Ausblick, wenngleich Manadalay-Stadt im Dunst liegt und auf dieser Seite lediglich das 4 qkm große Geviert des Königspalastes zu sehen ist.

Auf der Rückfahrt bewies unser Taxi-Driver sein großes handwerkliches Geschick, als der Motor aussetzte und einfach nicht mehr wollte. Er fummelte ewig lange am Motor herum, bis uns die mittlerweile antrainierte asiatische Geduld ausging und wir schon nach einem anderen Fortbewegungsmittel Ausschau halten wollten, zumal wir uns außerhalb der Stadt befanden und es recht schnell dunkel wurde. Aber dann: Ok, Ok ertönte der Schlachtruf des Fahrers und es ging dann schließlich mit stotterndem Motor doch weiter.

Unsere weitere Planung sah vor, nach Bhamo zu reisen, dann mit einem Boot ein Stück flussabwärts und schließlich per Bahn zurück nach Mandalay zu fahren. Die einzigen Möglichkeit, nach Bhamo zu gelangen, war den Flieger zu nutzen, da alle anderen Optionen für Ausländer gesperrt sind. Myanma Airways fliegt theoretisch So und Do von Mandalay aus dorthin. Schon 2 Tage zuvor hatte man uns im Office der Gesellschaft gesagt, dass es zum Buchen viel zu früh sei, wir sollten Samstag Morgen 8.30h nachfragen, ob der Flug geht. Also pünkltlich hin: Bitte kommen Sie um 11h wieder, dann wissen wir es. Um 11h dann: Ja, wir fliegen, und es sei bis 12h noch Zeit, das Ticket zu kaufen.

Ok, also ging ich noch einmal nach nebenan zu den sehr freundlichen Leuten eines kleinen Airticket-Büros, wie es sich so mit den Bootsverbindungen von Bhamo nach Katha verhalte. Ja, hieß es, da verkehren zur Zeit überhaupt keine Passagierboote, da zu wenig Wasser im Ayeryawady sei. Also mussten wir unseren Abstecher in den Norden canceln und kauften logischerweise auch keine Flug-Tickets. (Wie wir am späten Nachmittag erfuhren, ist dann der gesamte Flug ausgefallen, wegen uns? …)

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06.06.2010, 10:52

Rund um Mandalay

Die reizlose Großstadt Mandalay ist für die meisten Besucher sicher nicht der Hauptgrund, dorthin zu fahren. Vielmehr ist es die reizvolle Umgebung, die auch wir in einem Tagesausflug erkundeten. Anders als gemeinhin üblich fuhren wir nicht mit dem Boot zur U Bein-Brücke, sondern charterten einen Mietwagen mit Fahrer und konnten dadurch wesentlich mehr sehen.

Zunächst Mingun mit einer riesigen Pagode, die noch wahrend der Bauphase einem Erdbeben zum Opfer fiel. Heute wächst oben auf dem riesigen Ziegelhaufen so allerlei Gesträuch, und man kann barfuß (Heiligtum !) einen Rundgang machen, incl. leichter Kletterpassagen, bei denen aber einheimische Studenten behilflich sind und sich so ein kleines Taschengeld verdienen.



Danach nach Sagaing, einer der größten Ansammlungen von Pagoden und Stupas, Mönchs- und Nonnenklöstern, mehrere Hundert sollen es sein. Ein extrem vom Buddhismus geprägter Ort. Dort erlebten wir auch die längste ringförmige Sonnenfinsternis seit 3.000 Jahren, über 2 Stunden hatte es gedauert, vom Eintritt des Mondes in die Sonnenscheibe bis zum Verlassen. Leider können meine Fotos das gewaltige Himmelsspektakel nur sehr unvollkommen wiedergeben.



Letzte Station dieses Tagesausflugs war die berühmte U-Bein-Brücke in Amarapura, mit 1,2 km Länge die wohl längste Teakholzbrücke der Welt. Hier herrschte ein reges Treiben, nicht nur von Touris. Diese kamen dann später, um den dort wirklich beeindruckenden Sonnenuntergang zu erleben.


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06.06.2010, 11:06

Klasse Bericht - tolle Fotos: da kommt Urlaubsstimmung auf. :thankyou:

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06.06.2010, 11:54

Hier noch ein paar Fotos von der berühmten U Bein-Brücke. Das Express-Taxi wartete in Mingun auf Kundschaft.


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06.06.2010, 14:17

Vielen Dank für die ausführliche Berichterstattung ,untermalt mit den richtigen Bildern.



Da kommt Urlabsfeeling auf. :D



LG Andrea

:--)
" Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden" :--)

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06.06.2010, 16:57

Ausgesprochen schöner Bericht über eines meiner Lieblingsländer. Ich war zum ersten Mal 1984 dort (gleich zweimal, man konnte damals nur 7 Tage bleiben und es war recht abenteuerlich), dann wieder 1988, dann kam der große Militärputsch und die Unterdrückung der gewählten Regierung unter Aung San Suu Kyi und wir (meine Frau und ich) wollten wegen der Militärdiktatur nicht mehr nach Burma. Erst 2007 waren wir wieder in Burma, da wir dachten, die politische Situation hätte sich gebessert. Denkste: zwei Monate nach unserer Rückkehr wurden Demonstrationen vom Militär blutig niedergeschlagen und die Repressionen noch verstärkt. Schon damals ist uns aufgefallen, dass Burmesen prinzipiell nicht über Politik und Aktuelles reden wollen - Burma hat wahrscheinlich das größte Spitzel-Netz der Welt und alle Bürger sind daher völlig eingeschüchtert.

Apropos: gestern las ich, dass die Washington Post berichtet hat, die amerikanische Regierung hätte Unterlagen zugespielt bekommen, dass die burmesische Junta an der Entwicklung einer Atombombe arbeite (aber vom Ziel noch weit davon entfernt seien). Vermutlich werden sie von den thailändischen Militärs unterstützt.

Schade um dieses wunderschöne Land und um seine liebenswerten Menschen. Es hat wirklich eine unglaubliche Kultur und wunderschöne Tempelanlagen (nur das Essen reißt einen nicht vom Hocker, speziell wenn man aus Thailand verwöhnt ist).

YaWo


Trotzdem: irgendwann will ich wieder hin.....




Nachtrag
siehe http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-06/birma-atomwaffen

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06.06.2010, 18:50

Am Inle-See



Nach der 10stündigen Fahrt über ätzend schlechte Pass-Straßen mit dem „shared“ Taxi landeten wir in Nyaung Shwe am Inle-See. Wir erlebten hier den krassen Gegensatz zur Millionenstadt Mandalay: Trotz Tourismus sehr ländlich, ruhig, man kann auf der Straße gehen ohne Angst haben zu müssen, überfahren zu werden. Auch mit unserem Hotel hatten wir es sehr gut getroffen: Das Remember Inn ist großzügig und zweckmäßig eingerichtet, die Sanitärzelle sauber und das Frühstück das bislang reichhaltigste, das wir in Burma erleben durften.


Bei der in vielen Postings empfohlenen Reiseagentin Thu Thu (auf der Hauptstraße mit den vielen Reisebüros) buchten wir eine Rundfahrt auf dem Inle Lake. Die Bootstour auf einem Langboot verschaffte uns einen recht guten Überblick. Besucht wurden – wie bei diesen Touren auch anderorts üblich – Souvenirsshops und handwerkliche Betriebe. Hier waren es Zigarettenherstellung in Handarbeit, Weberei, Silberschmiede. Die Fahrt führte durch diverse Kanäle auf den traditionellen Markt von Indein, der aber durch den Besuch von mittlerweile sehr vielen Touristen seine Ursprünglichkeit verloren hat. So bieten sich dort einheimische Frauen in bunter Kleidung ganz gezielt als dekoratives Fotomotiv an und halten nach dem Klick dann die Hand auf...


Eine andere Art der Zurschaustellung sahen wir in einem Souvenirshop: Langhalsfrauen mit ihren Silberringen, die der Verlängerung des Halses dienen, arbeiteten angeblich an einem Webstuhl, dienten aber in Wirklichkeit ausschließlich als reine Foto-Objekte. Und die Touris anderer Boote stürzten sich wie wild drauf, es war eine Stimmung wie im Zoo, allerdings viel widerlicher. Ich mochte so etwas noch nie leiden und habe mich auch schon vor Jahren im Norden Thailands geweigert, in Dörfern der Einheimischen das Ausstellungsstück „Mensch“ zu fotografieren. (Nachträglich habe ich dann erfahren, dass es sich hier um reine Ausbeuterei handelt; diese betroffenen Menschen verdienen kaum etwas, andere jedoch dafür entsprechend kräftig.)


Interessant war es, mit gedrosseltem Motor durch die Dörfer auf Stelzen und die schwimmenden Gärten zu schippern. Hier werden mitten im See Tomaten, Chilis, Gurken und anderes Gemüse angebaut. Offenbar haben sich im Laufe der Zeit Kolonien von Wasserpflanzen so mit Schwemm-Material verdichtet, dass ein begeh- und bepflanzbarer schwimmender Bodengrund entstand. Begehbar aber wohl nur für die schmächtigen Einheimischen ...


Am Inle-See hieß es auch Abschied von Otto zu nehmen, dessen Zeitplanung noch einen kurzen Aufenthalt in Thailand vorsah, bevor er wieder nach Deutschland musste; wir hatten fast 3 Wochen eine wirklich gut Zeit miteinander. Ich selbst reiste weiter nach Bago.



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06.06.2010, 18:55

Bago


Nach 13 Stunden Fahrt erreichte ich nachts um 3 Uhr Bago, wo ich in meinem (telefonisch vorgebuchten) Hotel nur mit intensivsten Klopfen den Besitzer von seiner Schlafstelle holen konnte. Freundlicherweise durfte ich schon für die nächste Nacht einchecken und konnte mich daher noch ein paar Stunden auf’s Ohr hauen. Ich hatte aber im Bus, der halb leer war, schon relativ gut geschlafen.



In Bago gab es wieder mal eine Menge Pagoden konzentriert auf einem Fleck, viele frei in der Landschaft stehende und liegende Buddhas; zwei liegende sind jeweils 55 bzw. 45 m lang und 16 m hoch – sehr beeindruckend, selbst wenn man schon viele Pagoden und Buddhas gesehen hat.



Ein besonderes Erlebnis war die Mönchsspeisung in einem der hiesigen Klöster, zu der jedermann Zutritt hatte. In der schlichten Küche konnte man sozusagen in die Kochtöpfe schauen, in denen die Zutaten hergerichtet wurden, die dann auf die Tische im großen Speisesaal gestellt wurden. Nach mehreren Schlägen auf einen Holzgong setzten sich aus zwei Richtungen die Mönche in Bewegung, ließen sich vor dem Speisesaal von Frauen ihre Schüsseln mit Reis füllen, gingen dann zu den Tischen und verzehrten – nach einem gemeinsamen, umfangreichen Gebet – schweigend ihr Mahl.


Gott sei Dank waren diesmal nicht so viele Touristen anwesend, aber es war auch so schon genug Spektakel. Normalerweise lehne ich so etwas ab, aber wann sieht man schon mal so hautnah Details aus dem Mönchsleben?


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06.06.2010, 19:02

Goldener Felsen von Kyaikhtiyo


Von Bago ging es in rund 2 Stunden mit dem Bus nach Kinpun Camp, dem Basislager für den Aufstieg zum Goldenen Felsen. Dieser stellt eines der drei großen buddhistischen Heiligtümer Myanmars dar, entsprechend groß sind die Pilgerscharen (durchschnittlich 10.000 – 15.000 pro Tag schreibt der Reiseführer, in der Hochsaison angeblich bis zu 40.000). Der normale, schweisstreibende Aufstieg per Pedes – für Pilger, die sich besondere Verdienste erwerben wollen – dauert je nach Kondition bis zu 8 Stunden, üblicherweise bedient man sich jedoch mittlerweile der Technik in Form von etwa 150 leistungsstarken Kleinlastern mit schmalen Holzbänken auf der Ladefläche, auf der 45 Personen zusammengepfercht sind.


Der Einstieg auf die Ladefläche erfolgt über eine Holzrampe. Danach geht es wirklich sehr steil hoch, wobei den Motoren der Laster das Äußerste abverlangt wird. Von der LKW-Endstation muss man sich dann noch etwa 30 Minuten zu Fuß weiter quälen, immer noch steil bergan, wobei man sich allerdings alternativ auch auf einer Sänfte tragen lassen kann. Und da in meinem Reiseführer steht: „Auch die Träger müssen sich ihr tägliches Schüsselchen Reis verdienen“, dachte ich: Probier’s doch mal, sozusagen als Premiere.


Preisverhandlungen mit den Trägern waren also angesagt. Viele Angebote hatte ich ausgeschlagen, bevor ich mit der Crew einer Sänfte handelseinig wurde. Aber offenbar hatte sich diese auf einen zu niedrigen Preis eingelassen, denn als andere Sänftenträger von der Sache Wind bekamen, entstand plötzlich eine wilde Schlägerei unter den sonst so friedlichen Burmesen, wobei es mit Stöcken richtig zur Sache ging. Ich verzichtete in dieser Situation natürlich auf den angenehmen Transport, bis mir dann etliche Höhenmeter weiter mit einer anderen Mannschaft doch das erwünschte Erlebnis zuteil kam. Natürlich wurde noch zweimal versucht, mir Geld abzupressen, etwa 6 Dollar zusätzlich für Erfrischungsgetränke (da ich so schwer sei …) Aber sie waren wirklich fit, die vier kleinen drahtigen Jungs und nahmen längere Treppenpassagen im Laufschritt.


Oben angekommen musste ich dann erst einmal 6 USD Eintritt und 2 USD Fotogebühr zahlen, bevor ich barfuß weiter gehen durfte. Der goldene Felsen selbst ragt zur Hälfte über den Abgrund, er wird den Erzählungen lediglich von einem Haar Buddhas im Gleichgewicht gehalten. Und permanent tragen fromme Pilger (Pilgerinnen ist dies verwehrt!) weiteres Gold auf den Felsen auf. Rund um diesen Felsen ist alles hervorragend hergerichtet, mit einer großen Plattform, diversen Gebäuden, Verkaufsständen, halt so alles, was man für einen solchen Rummel braucht.



Ursprünglich stand der Goldene Felsen ja nicht auf meinem Reiseplan, aber da im Norden so einige Pläne nicht realisiert werden konnten, hatte ich beschlossen, noch ein wenig im Süden herum zu reisen. Und der Goldene Felsen hat sich wirklich gelohnt, und ich möchte ihn jedem empfehlen. Ich war zum Sonnenuntergang dort, und da bot sich ein farbenprächtiges Schauspiel dar, ein absoluter Event für jeden Fotografen: Im Vordergrund der heftigst angestrahlte Goldene Felsen, im Hintergrund der sich langsam abschwächende dunkelrote Himmel des Sonnenuntergangs.


In Dunkelheit mit Taschenlampen – wir waren zu dritt, ein weiterer Deutscher und eine Belgierin – erfolgte dann der Abstieg zur oberen LKW-Station. Dort große Enttäuschung: Es fuhr kein LKW mehr ins Tal, der letzte hatte schon vor einer Stunde die Station verlassen. Normalerweise lässt sich in Asien immer für jedes Problem eine Lösung finden. Aber hier halfen Verhandeln, Bitten, Geldangebote nichts: Die Straße war gesperrt (stattlich verordnet), und wir mussten den mehrstündigen Abstieg in unser Dorf Kinpun zu Fuß erledigen.


Eigentlich wollten wir uns vorher noch stärken, aber mittlerweile war die Polizei erschienen und machte Anstalten, uns den Abstieg in der Dunkelheit zu verwehren („... too dangerous ...“) Als ein ebenfalls anwesender Mönch erklärte, er müsse auch ins Dorf und wolle mit uns gehen, nutzten wir die Gelegenheit und machten uns unverzüglich aus dem Staub.


Der Fußmarsch dauerte etwa 4 Stunden. Aber diese 4 Stunden entwickelten sich zu dem absoluten Höhepunkt meiner Burma-Reise, ein Erlebnis, das ich so nicht für möglich gehalten hätte. Die beiden anderen empfanden dies übigens ebenso. Ich habe dieses Erlebnis bereits als separaten Text beschreiben, füge ihn aber incl. Fotos in diesen Reisebericht der Vollständigkeit halber noch einmal ein.


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06.06.2010, 19:21

Die Geschichte vom Mönch


Es war einmal ein Mönch. Der war zum Goldenen Felsen im Südosten Burmas gepilgert und hatte dort allerlei Medizin – Pülverchen, Tinkuren, Gebetsketten etc. – für seine 67jährige Mutter erworben. Auf der LKW-Station traf er drei Touristen, zwei Männer aus Germany und eine Frau aus Belgium, welche von diesem zweitgrößten Heiligtum des birmanischen Buddhismus' derart fasziniert waren, dass sie die letzte Transportmöglichkeit ins Tal verpasst hatten.


Die Touristen hatten bereits alles versucht, um motorisiert ins Tal zu gelangen, aber die Vorschriften oben auf dem Berg waren so streng, dass den Fremden nur der Abstieg zu Fuß übrig blieb. Der Mönch bot seine Begleitung, und los ging's bergab. Nach einiger Zeit schlossen sich ein Polizist, der es für seine Pflicht hielt, gut auf die Gäste seines Landes aufzupassen, und ein weiterer Mann der kleinen Gruppe an.


Es war für alle ein netter Abstieg auf der breiten, aber teilweise auch recht steilen LKW-Trasse, gesäumt links und rechts von den dunklen Baumgestalten des Waldes, wobei der Fast-Vollmond mit seinem milden Licht ein angenehmer Begleiter war. Da die Straße ja gesperrt war, störte keine motorisierte Begegnung den meditativen, gleichwohl aber zügigen Abstieg. Nachdem das Sextett sich nach 1,5 Stunden nach etwas Trinkbarem gesehnt hatte, tauchte plötzlich – welch Wunder – am Straßenrand eine einsame Hütte im Dunkeln auf, in dem ein alter Mann lebte. Dieser verfügte jedoch über ausreichend Getränke und auch einige Knabbereien, die er der Gruppe anbot.


Nachdem sich die Reisenden gestärkt hatten und den Mann für seine Labungen entlohnen wollte, war – ein weiteres Wunder – schon alles abgegolten, der Mönch hatte zwischenzeitlich alles geregelt und sich dafür sicher weitere Meriten für ein späteres Leben erworben.


Die Gruppe zog weiter, und plötzlich bat der Mönch seine Begleiter, sich im Kreis mitten auf die dunkle Straße zu setzen. Er packte seine Plastiktüte aus und stellte nach und nach sämtliche Spezereien vor, die er mit sich führte. Und jeder musste alles probieren – ein Pülverchen, aufgelöst in ein wenig Wasser, das müde Touristen innerhalb von 10 Minuten wieder munter zu machen versprach, eine Tinktur, die jeder in seine Gelenke und Muskeln einreiben musste und die bei Schmerzen für Linderung sorgen sollte. In gutem Englisch – er war schließlich ein gebildeter Mönch – erklärte er genau, wie die Mittelchen wirkten und dass diese nur auf diesem heiligen Berg gut und günstig zu erwerben seien. Zum Abschluss seiner Erläuterungen schenkte er jedem ausländischen Gast ein Fläschchen der Wundertinktur sowie eine Gebetskette, bevor sich alle erhoben und den Abstieg fortsetzten.


Nach langer Zeit erreichte die Gruppe schließlich den Zielort, und der Mönch war so überraschend schnell verschwunden, wie er oben auf dem Berg erschienen war, ohne die Chance, den Dank seiner ausländischen Gäste entgegen nehmen zu können. Diese Geschichte mag daher die guten Taten dieses frommem Mannes für die Ewigkeit dokumentieren.


(wird fortgesetzt)



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06.06.2010, 19:26

Hpa-an und seine Höhlen


Meine nächste Station war Hpa-an, die Hauptstadt des Kayin-Staates, ein nettes und gemütliches Städtchen und Ausgangspunkt für Trips zu den Felsen der Umgebung, in denen sich sehr viele Höhlen mit Buddha-Darstellungen befinden.
Mit einem Motorrad-Taxis habe ich einige dieser Höhlen besucht, und ich muss sagen, dass ich verstehen kann, wenn die Reiseführer schreiben, dass es sich um die weltweit schönsten Höhlen handelt.


Unmengen von Buddhas, stehend, sitzend, liegend, dazu Tausende von Mini-Buddhas als Relief-Figuren an dem Wänden, alles sehr beeindruckend. Und die einheimische Bevölkerung nutzt diese Höhlen auch, um für einige Zeit der drückenden Hitze zu entfliehen, sie sitzen entspannt inmitten der goldenen Buddha-Pracht und pflegen eine rege Unterhaltung, aber auch mal ein Schläfchen.


(wird fortgesetzt)



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06.06.2010, 19:46

Flussfahrt nach Mawlamyaing (Moulmein)



Einen sehr schönen Ausflug hatte ich von Hpa-an nach Mawlamyaing gemacht. Noch vor Sonnenaufgang saß ich auf der Fähre dorthin (Fahrtdauer 4,5 Stunden) und konnte einen wunderschönen Sonnenaufgang auf dem Fluss erleben.


Mawlamyaing selbst ist zwischen zwei Wasserstraßen gelegen, insgesamt recht gemütlich und überschaubar mit einem Tempelberg in der Mitte. Tourismus: kaum. Wunderbar!


Die Rückfahrt nach Hpa-an (2 Stunden) in einem öffentlichen Nahverkehrsbus war zwar nicht ganz so bequem wie die Hinfahrt per Boot, aber der Bus fuhr immerhin durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft mit Reisfeldern und Bergen im Hintergrund. Zudem kam ich in ein nettes Gespräch mit einer Hochschullehrerin aus Yangon, die in Hpa-an unterrichtete. Hpa-an ist nicht groß, hat aber als Hauptstadt des Kayin-Staates „natürlich“ eine Universität.


Von Hpa-an fuhr ich dann mit einem „normalen“ Bus recht anstrengend nach Yangon zurück, und nach einer weiteren Übernachtung flog ich nach Phuket mit Zwischenlandung in Bangkok, um mich dann weitere 4 Wochen in Thailand umzusehen.


Zum Schluss noch ein Wort zu den politischen Verhältnissen in Burma:

Die Militärjunta beutet das Land aus, rauschende Feste der Herrschenden stehen in krassem Gegensatz zur Armut der Bevölkerung. Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi sprach sich für einen touristischen Boykott des Landes aus, um die Junta nicht zu unterstützen. Lange habe ich selbst gezögert, dieses wunderschöne Land zu besuchen, aber ich denke, mit meiner Art zu reisen – private Guesthouses, einheimische Restaurants, keine direkten staatlichen Dienstleistungen – habe ich das meiste meines mitgebrachten Geldes direkt an die Bevölkerung weiter geben können.


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E N D E
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Weitere spezielle Infos über Burma in diesem Forum:

Reisen in Burma
Geldtausch in Burma
Essen und Trinken in Burma
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Viele Grüße

Michael



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06.06.2010, 20:11

Asugezeichnete Berichte - ich kann mich dem nur anschliessen. Speziell den letzten Tipp sollte man im Kopf behalten: in kleinen Guesthäusern wohnen, in kleinen Restaurants essen usw. wobei man da manchmal auch so seine Schwierigkeiten hat, da viele Guesthäuser in der Hand von MIlitärangehörigen ist. Das im ersten Bericht erwähnte "motherland Inn" (in dem wir bei unserem letzten Besuch auch gewohnt haben) gehört z.B. einem recht hohem Militär (bzw. dessen Strohmänner aus seiner Familie).<br><br>Trotzdem: es lohnt sich, das Land anzuschauen. Man sollte sich aber Demonstrationen fernhalten, keine großartigen politischen Sprüche riskieren - die burmesische MIlitärdiktatur ist da nicht sehr zimperlich: es sind schon einige Touristen, die dies nicht berücksichtigt haben, im Gefängnis gelandet oder - wie bei den letzten grossen Unruhen ein Fotograf - erschossen worden. Aber in der Regel fährt man in Burma recht problemlos....

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06.06.2010, 21:32

Großartiger Bericht

Hallo Michael

Ein ganz toller Reisebericht und ich fühlte mich
wieder zurückversetzt in die Zeit die ich da war.
Aber im nächstem Jahr geht es wieder nach Myanmar.

Lg Siggi
In der Fremde erfährt man mehr als zu Hause.
Aus Tansania

20

07.06.2010, 07:33

Klasse!!!

Ein wirklich ausgezeichneter und sehr informativer Bericht. Natürlich mit sehr schönen Fotos :!:
LGv Waldemar