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Säntis

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09.12.2013, 17:39

Dach der Welt- Eine Reise durch den Pamir- Teil 1

Welche Reise klappt so, wie sie zu Hause geplant worden ist? Keine! Wenn die autoritäre Regierung eines postsowjetischen Landes zudem ihre Finger im Spiel hat, werden die Pläne komplett über den Haufen geworfen. Auf einer Reise quer durch die Berge Tadschikistans lernen Martina Herzog und Patrick Schilling aber vor allem die Gastfreundschaft der Pamiri kennen und staunen über die Gehtüchtigkeit von Eseln auf Schnee.

Lateinische Schrift

Mit einem etwas mulmigen Gefühl und völlig übermüdet verlasse ich die kleine Ankunftshalle des Flughafens Duschanbe. Werden meine Freundin Martina und ich wie vereinbart von unserem Guide Odina Nurmamadov und seinem Fahrer abgeholt? Der Anflug über Istanbul war lang und das Einreiseprozedere zog sich dahin, weil der Soldat in unserer Schlange der lateinischen Schrift nicht mächtig war. Zugebenermassen, ich kann die kyrillische Schrift genauso wenig lesen. Nach gefühlten drei Stunden drängen wir uns mit frischem Einreisestempel im Pass durch die Männermenge auf dem Flughafenvorplatz. Das Gefühl dabei wird nicht besser. Dann tippt mir jemand auf die Schulter und Odina steht vor mir. Später im Jeep frage ich ihn, wie er uns erkennen konnte. Er meint nur:“ Ich erkenne die Schweizer am Gesicht, und an der Ausrüstung!“ Dies ist nicht verwunderlich, hat Odina doch ein paar Wochen auf der Mönchsjochhütte im Berner Oberland gearbeitet. Die gelernten Brocken Berndeutsch machen Odina noch sympathischer. In den folgenden zwei Wochen dürfen wir seine Familie kennen lernen und werden beim Abschied bittere Tränen vergiessen. Die tadschikische Hauptstadt Duschanbe lassen wir links liegen. Wir wollen so schnell wie möglich in die einsame Gebirgswelt des Pamirs. Um dahin zu kommen, muss zuerst eine heisse Tiefebene mit unglaublichen Mengen von Wassermelonen durchquert werden. Aber schon bald folgen die ersten Pässe und unser Jeep erreicht den Grenzfluss Panj.