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Säntis

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09.12.2013, 17:42

Dach der Welt- Sechs Tage Aussicht auf Afghanistan - Teil 2

Sechs Tage Aussicht auf Afghanistan

Der Panjriver führt im Sommer unglaubliche Wassermassen. Auch im Pamir schmelzen die Gletscher rasant. Wer in die schlammigen Fluten fallen würde, hat keine Überlebenschancen. Zwischen Tadschikistan und Afghanistan gibt es darum am Oberlauf des Panjs über Hunderte von Kilometern nur zwei Grenzübergänge. Unser Kontakt mit Afghanistan beschränkt sich somit auf die Aussicht über den Fluss. Ich bin beeindruckt, wie die Afghanen der kargen Gebirgslandschaft Felder abtrotzen und diese mit waghalsigen Pfaden mit den kleinen Dörfern verbinden. Immer wieder führt die Wegspur durch steile Felswände wenige Zentimeter über dem Abgrund. Dank der sowjetischen Armee kommen wir auf unserer Flussseite schneller voran, obwohl immer wieder Lastwagen aus China die Weiterfahrt verzögern. Wären wir doch schon mit den Eseln unterwegs wie auf der afghanischen Seite. Nach einem Ruhetag in Khorog fahren wir in den Wakhankorridor.

Der Wakhankorridor ist ein schmaler Landstreifen im Nordosten von Afghanistan, der Tadschikistan von Pakistan trennt. Die Pamiri nennen aber ihre Flussseite des Panjs ebenfalls Wakhankorridor. Das Tal weitet sich und mein Fotografenherz schlägt höher. Immer wieder zeigen sich die imposanten Gletscher des Hindukuschs. Nun weiss ich auch, woher die Wassermassen des Flusses stammen. Die Strassen in Tadschikistan sind schmal und durchlöchert. Umso mehr ist mir da eine Pause in den warmen Quellen von Bibi Fatima willkommen. Obwohl Odinas Frau hoch schwanger ist, kraxelt er in die kleine Höhle neben dem Wasserfall. Ein Gebet in der Höhle soll die Fruchtbarkeit steigern. Ich verzichte auf die Klettereinlage und geniesse die Entspannung im 40° warmem Wasser. Am sechsten Tag unserer Reise verlassen wir die afghanische Grenze und erreichen über den Khargushpass (4344m) Bulunkul. Nach einer kurzen Jeepfahrt beginnt unser Trekking am nächsten Morgen.