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Säntis

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09.12.2013, 17:55

Dach der Welt- Auf dem Pamirhighway- Teil 4

Auf dem Pamirhighway
Zurück in Khorog herrscht nicht mehr die Volksfeststimmung vom letzten Besuch, wo sich die lokale Jugend bei einem Sportturnier gemessen hat. Beim Abendessen im Hostel erfahren wir, dass ein hoher Militär umgebracht worden ist und dass viele Soldaten auf dem Weg in den Pamir seien.

Am nächsten Morgen merken wir noch nichts von der Militärpräsenz. Die Fahrt über den Pamirhighway im Abendlicht gehört zum Schönsten, was ich bis jetzt erlebt habe. Kurz vor Murghab stoppt uns ein Militärposten. Als der junge Soldat seine Kalaschnikow auf mich richtet und Odina und Katch ins Büro bittet, wird mir bewusst, dass dies keine übliche Kontrolle ist. Bis anhin stoppten wir an den Posten, zahlten den Soldaten Bakschisch und machten Spässe. Zum Glück kommen Odina und Katch nach fünf Minuten zurück. Wir müssen uns aber bei Ankunft in Murghab beim Militärposten melden.
Ob die Schweizer Armee den auch Kalaschnikows habe, fragt mich ein Offizier beim Militärposten. Ich erwidere: „Leider nein, dafür haben wir fast so schöne Stiefel wie sie!“ Das Eis ist gebrochen und wir dürfen am nächsten Tag weiterreisen.
Der unglaublich schöne Karakul (Schwarzer See) lässt uns die Vorfälle vom Vortag schnell vergessen. Unglaublich, welche Blautöne die Sonne auf die Oberfläche zaubern kann. Am nächsten Morgen ist das Licht noch schöner und die Berge um den Peak Lenin (7134m) sind frisch überzuckert. Ich verbrauche fast den gesamten Restakku meiner Kamera.

Ausreiseverbot
Am Grenzübergang auf dem Kizil Art Pass (4336 m) holen uns die Ereignisse aber wieder ein.
Trotz Bestechungsversuchen bleiben die jungen Grenzsoldaten stur. Odina und Katch dürfen ihr Land aufgrund der aktuellen Lage in Khorog nicht verlassen und wir müssen noch heute nach Kirgistan ausreisen. Was sollen wir tun? Fällt die Stadtführung in Osh mit Katch ins Wasser? Müssen wir auf das Basecamp vom Leninpeak verzichten? Gehen wir die 20 Kilometer zum kirgisischen Grenzposten mit unseren 20 Kilo Gepäck zu Fuss? Die Familie Baterau aus Frankfurt ist unser Glück im Unglück. Philipp und Mirjam reisen mit ihren vier Kindern nach Osh und haben noch zwei Plätze frei in ihrem Jeep. Wegen dem Kleinkind, das jüngste Kind Ronja ist gerade mal Eineinhalb, darf der Jeep das Land verlassen. Der abrupte Abschied von Odina geht mir nach und ich kann die Tränen nicht zurückhalten.
Schaschlik in Osh Die Fahrt nach Osh ist spannend. Beda und Kasper, die zwei älteren Kinder der Bateraus freuen sich ab unserer Gesellschaft und erzählen uns ihre Reiseabenteuer. Mit ihren 10 und 12 Jahren haben sie schon ganz viel von der Welt gesehen. Die Strassen in Kirgistan sind viel besser als in Tadschikistan und so erreichen wir Osh schon am frühen Abend. Das Nachtessen geniessen wir in einem bayerischen Biergarten. Es gibt wunderbare Salate mit viel Mayonnaise und saftige Schaschlikspiesse. Meine Gedanken sind aber bei Odina und ich hoffe, ihn bald in der Schweiz oder Tadschikistan wieder zu sehen.